«Die 13 ist meine Glückszahl»

VOLLEYBALL ⋅ Für Reto Willimann soll das Reservistenleben in dieser Saison ein Ende haben. Der 25-jährige Oberkircher sagt, wie er dies bewerkstelligen will und welche Bedeutung für ihn das Luzerner NLA-Team hat.

14. Oktober 2016, 06:40

Rein frisurentechnisch könnte Reto Willimann durchaus dem Künstlermilieu entstammen. Was nicht weithergeholt ist, «denn ich habe einst in meiner Jugend Musik gemacht und gemalt». Doch heute ist der Mann aus Oberkirch, der seine Haare auf dem Hinterkopf geknotet trägt, Volleyballer aus Leidenschaft. Einer, der hart an sich arbeitet mit dem Ziel, beim NLA-Team Volley Top Luzern in Zukunft zum Stammsechser zu gehö­ren, was in der letzten Saison nicht der Fall war. Der 25-jährige und 192 Zentimeter grosse Diagonalspieler bekam wenig Einsatzzeit, ein Edelreservist sozusagen, denn einer stand ihm vor der Sonne: Noah Eichenberger, «Alphatier» und Captain beim letztjährigen Aufsteiger. «Es war klar, dass Noah Vorrang hatte, er spielte auch eine sensationelle Saison, und es gab nie einen Grund, ihn vom Feld zu nehmen», sagt Reto Willimann ohne Groll.

Zu Beginn der letzten Saison sei die ganze Situation frustrierend gewesen, «doch das Ganze wirkt sich positiv aus, denn ich bin motiviert, noch mehr und härter zu trainieren, um mich persönlich weiterzuentwickeln». Auch ein Vereinswechsel sei nie zur Debatte gestanden, «denn Luzern ist für mich eine Herzensangelegenheit, und andere NLA-Vereine befinden sich ja auch nicht gerade um die Ecke». Willimann trägt übrigens die Dressnummer 13. «Nein», sagt er, «abergläubisch bin ich nicht, im Gegenteil, für mich ist die 13 eher eine Glückszahl, denn ich bin an einem 13. geboren.»

Sein Einstieg erfolgte über Beachvolleyball

In Sachen Volleyball ist Reto Willimann, der in Bern Sport und Betriebswirtschaft studiert, eher zu den Spätzündern zu zählen, denn er fand erst im Alter von 18 Jahren zum Volleyball. Vorher frönte er dem Schwimmen und Judo, «doch ich spürte immer öfter, es müsste eine Sportart mit einem Ball sein». In der Kantonsschule Sursee nahm ihn dann ein Mitschüler in die Beachvolleyball-Anlage beim Surseer Strandbad mit, und dort fand er sie, seine Sportart: Volleyball. Erste Station war Emmen Nord (NLB), dann folgte Sursee (2. Liga), und 2014 wechselte Willimann zum NLB-Verein VBC Luzern. Und den Aufstieg ein Jahr später betrachtet er als den bisherigen Höhepunkt seiner Karriere. Wobei er im Sommer nach wie vor im Sand anzu­treffen ist und mit seinem einstigen Mannschaftskollegen Raphael Zurgilgen Turniere bestreitet.

Das Lob an seine Trainerin

Doch seine Priorität liegt beim Hallenvolleyball, bei Volley Top Luzern absolviert er wöchentlich Trainings von rund 13 Stunden. Das Luzerner Männerteam steht auch in dieser Saison unter der Leitung von Lauren Bertolacci, «und ihr habe ich all meine Fortschritte zu verdanken», sagt Reto Willimann. Berto­lacci sei eine Trainerin, die ihre Lek­tionen sehr strukturiert gestalte, die viel reflektiere und so auch Verbesserungsvorschläge umsetzen könne. «Sie stellt hohe Ansprüche an sich und auch an uns», bringt es der Diagonalspieler auf einen Nenner.

Für das Team wünscht er sich in der Meisterschaft das Erreichen der Halbfinals, was dem Platz 4 gleichkäme. Und auch im Cup hofft er, in diese Dimension vorzustossen. Bei den Männern gibt es in der kommenden Saison keinen Absteiger, «wir können also etwas lockerer auftreten», sagt Reto Willimann. «Zu verlieren haben wir nichts. Wir können nur gewinnen.» Und sein ganz persönliches Ziel? «Ich will mir einen Stammplatz erobern.» Am Volleyballsport fasziniert ihn die Kombination aus Technik, Koordination und Athletik. Diese Elemente zu verbinden, sei eine Herausforderung, und er schiebt nach: «Volleyball wird im Kopf entschieden, man muss jeden Ballwechsel im Fokus haben, so wird diese Sportart auch für Zuschauer attraktiv.»

Sein Vorbild ist übrigens der Brasilianer Gilberto Godoy Filho (36), kurz Giba genannt, der gilt als einer der weltbesten Volleyballer. «Ihm zuzuschauen, ist ein Genuss», sagt Willimann, der mit dem Brasilianer eine Gemeinsamkeit hat: beide sind 192 Zentimeter gross. Wenn Reto Willimann zwischen Volleyball und Hörsaal Zeit findet, geht er gerne Skifahren, wobei auch Freeriden dazugehört, und ab und zu ist er auch am Sempachersee beim Angeln anzutreffen. Seine sportlichen Ziele sind anvisiert, auch was er nach seinem Studium einst machen möchte, hat Konturen: Der Bereich Sport und Marketing interessiert ihn, Personal-Trainer oder das Gebiet Fitness. Und es gibt auch einen Plan B: «Sportlehrer könnte ich mir auch sehr gut vorstellen.» Da käme dann in den Lektionen sicher auch irgendetwas mit einem Ball vor ...

Theres Bühlmann


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