Eine aussergewöhnliche Leistung

STREETHOCKEY ⋅ Die Oberwil Rebells feiern in der Nationalliga A zwei weitere Siege. Dabei überzeugt der amtierende Schweizer Meister einmal mehr in der Defensive, was der Statistik eines Mannes besonders zugutekommt.

22. November 2016, 05:00

Die Spiele gegen den SHC Bettlach sind immer von der Defensive geprägt. Die Solothurner spielen in der Defensiv konsequent mit fünf Mann und lauern auf Konterangriffe. Doch der Spielaufbau ist nicht ihre Stärke. Die Oberwil Rebells nahmen sich deshalb am Anfang vor, den Gegner angreifen zu lassen. Mit einem 2-2-1-System wollte man die Defensive stärken und aus dieser Position angreifen. So konzentrierte sich das Spiel vorwiegend auf die neutrale Mittelzone. Aneinanderhängende Spielzüge waren auf beiden Seiten eine Seltenheit. So dauerte es bis zur 8. Minute, bis Tim Müller das erste Tor erzielte. Die Ursache für das enge Spiel lag aber auch in der Anzahl Strafen. Acht Strafminuten wurden gegen die Rebells allein im ersten Drittel ausgesprochen. Wenn man 40 Prozent der Spielzeit in Unterzahl ist, lassen sich eben nur wenige Tormöglichkeiten herausspielen. Die Leistung der Bettlacher Überzahlspieler war jedoch dürftig.

Rebells-Spielertrainer Raphael Melliger sprach in der ersten Pause die mangelnde Präzision der Oberwiler Pässe an. Im weiteren Verlauf soll man einfache Spielzüge anwenden und vor allem mehr Torschüsse abgeben. Die Disziplin blieb mangelhaft. In der 24. Minute fingen die Oberwiler eine weitere Strafe ein. Doch Patrick Döbeli gewann das Bully, spielte einen schnellen Doppelpass, konnte allein auf das gegnerische Tor ziehen und verwertete den Shorthander ganz ruhig zum 2:0. Wenig später demonstrierten die Oberwiler, wie es im Powerplay gemacht wird: Ganze 12 Sekunden brauchte Yannick Müller, um per Direktschuss das dritte Tor zu erzielen. Bettlach konnte auch in den letzten 20 Minuten kein Tor mehr erzielen, schliesslich hiess es 5:0. Torhüter Stephan Sidler schaffte den zweiten Shut-out der Saison. Ein Wermutstropfen: Severin Meier fiel zum zweiten Mal in der laufenden Saison mit einer Fussverletzung aus.

Die Rebells überrennen den Letzten

Das Spiel am Folgetag gegen den punktelosen Tabellenletzten aus Kernenried wollte man offensiv konsequenter angehen. Und tatsächlich: Bereits nach 11 Sekunden erzielte Kapitän Yves Stucki das erste Tor. Nach zwei Strafen gegen die Berner erhöhten Christoph Stocker und Raphael Melliger das Skore. Und in diesem Tempo ging es weiter. Die erste Linie der Rebells zeigte sich besonders motiviert. Nicht weniger als sieben der letztlich elf Treffer des Spiels wurden von dieser Linie – um Center Melliger – erzielt.

Im Mitteldrittel war die Überlegenheit der Oberwiler noch gravierender. Einzig die Chancenauswertung war mangelhaft. Nur Tim Müller – im Powerplay – und wieder Melliger vermochten ihre Chancen zu nutzen. Nach 40 Minuten stand es bereits 6:0. Torhüter Sidler erreichte damit die fast unglaubliche Zahl von 200 Minuten ohne Gegentreffer. Im torreichen Streethockey ist das eine aussergewöhnliche Leistung. Sidler wurde für das letzte Drittel durch Andrea Pagano ersetzt, der zweimal hinter sich greifen musste.

Bettlach - Oberwil 0:5 (0:1; 0:2; 0:2)

Bettlach. – 15 Zuschauer. – SR Hässig/Sakkas. – Tore: 8. Müller T. 0:1. 25. Döbeli (Meier) 0:2. 31. Müller Y. (Müller T./Ausschluss Krummenacher) 0:3. 42. Döbeli (Meier) 0:4. 51. Melliger R. (Stucki) 0:5. – Strafen: 4-mal 2 Min. gegen Bettlach; 9-mal 2 Min. plus 1-mal 10 Min. (Hohl) gegen Oberwil.

Bettlach: Brodard/Imholz (ab 30.); Filipek, Krummenacher, Schärer, Kiener M., Kiener F., Ryser S., Eggen, Affolter, Weissmann, Mauron, Joye, Schmid.

Oberwil: Sidler; Stocker, Senn, Stucki, Melliger R., Hausherr, Hohl, Meyer, Meier, Döbeli, Müller K., Nisevic, Müller Y., Müller T. Bemerkungen: Oberwil ohne Melliger P., Hildreth (beide verletzt), Blättler, Merz, Beiersdörfer (alle abwesend).

Oberwil - Kernenried 11:2 (4:0; 2:0; 5:2)

Herti Nord. – 167 Zuschauer. – SR Varca/Antonin. – Tore: 1. Stucki (Melliger R., Hohl) 1:0. 9. Stocker (Meier/Ausschluss Dobbin) 2:0. 10. Melliger R. (Stucki) 3:0. 16. Stucki (Hohl, Melliger R.) 4:0. 26. Müller T. (Stucki, Hohl/Ausschluss Schärer) 5:0. 33. Melliger R. (Müller T., Hohl) 6:0. 41. Merz (Döbeli) 7:0. 43. 7:1. 51. Stucki (Müller T./Ausschluss Dobbin) 8:1. 51. Döbeli 9:1. 55. Döbeli (Meier) 10:1. 57. Stucki (Hohl) 11:1. 60. 11:2. – Strafen: 6-mal 2 Min. gegen Oberwil; 8-mal 2 Min. gegen Kernenried.

Oberwil: Sidler/Pagano (ab 40.); Hohl, Müller T., Stucki, Melliger R., Nisevic, Stocker, Senn, Merz, Döbeli, Meier, Müller, Müller Y., Hausherr, Steiger, Meyer.

Kernenried: Messer/Hubacher L. (ab 40.); Baumgartner, Schärer, Dobbin, Hubacher, Huber, Hulliger, Werren, Marti, Häberli, Andrist, Tschamper, Beeri, Schmidlin, Bürki, Arni.

NLA. Rangliste: 1. Oberwil 10/30. 2. Grenchen-Limpachtal 11/27. 3. Sierre 9/15. 4. Bettlach 10/11. 5. Belpa 8/9. 6. Bonstetten-Wettswil 7/1. 7. Kernenried 7/0.

Severin Senn

  • Luzerner Zeitung AG
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Die Oberwil Rebells feiern in der Nationalliga A zwei weitere Siege gegen Bettlach (5:0) und Kernenried (11:2). Dabei überzeugt der amtierende Schweizer Meister einmal mehr in der Defensive, was der Statistik eines Mannes besonders zugutekommt.


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