Im Herti Nord ist ein Bijou entstanden

STREETHOCKEY ⋅ Die Oberwil Rebells haben ihr neues Spielfeld eingeweiht, das internationalen Ansprüchen genügt. Bald sollen auch die nächsten Bestandteile der neuen Infrastruktur in Zug für den Schweizer Vorzeigeverein stehen.

04. Oktober 2016, 05:08

«Das ist eine gefreute Sache, dass die Oberwil Rebells nun ein neues Spielfeld erhalten. Sie haben es sich verdient, denn sie bieten neben ihren Aktivspielern auch 105 Kids ein interessantes Hobby an. Eine sinnvolle Freizeitbeschäftigung», weiss Gery Graf aus Hünenberg See. Der 66-Jährige ist ein langjähriger Fan der Rebells und natürlich auch zugegen, als das neue Spielfeld im Herti Nord eingeweiht wird mit einem Match gegen Bettlach (siehe Box). Graf führt aus: «Die Rebells sind schweizweit das Beste, was das Streethockey zu bieten hat. Deshalb ist es wichtig, dass auch die Infrastruktur stimmt. Die Streethockey-Weltmeisterschaft im letzten Jahr in Zug hat klar aufgezeigt, dass diese Sportart boomt und die Massen begeistern kann.

Das neue Spielfeld mit den Massen 26 mal 52 Meter entspricht nun internationalem Standard. Der Rebells-Präsident Maurus Schönenberger ist sichtlich stolz: «Wir können nun auch Länderspiele oder den World Cup, die Klub-Weltmeisterschaft, durchführen. Mit dieser Anlage sind wir auf einem Toplevel, was die Infrastruktur betrifft.» Finanziert wurde dieses neue Spielfeld mit Plexiglas-Banden von der Stadt Zug. Karl Kobelt, Vorsteher Finanzdepartement im Stadtrat, sagte bei seiner Eröffnungsansprache: «Es ist eine grosse Freude, wenn ich sehe, was hier bereits entstanden ist und noch entstehen wird. Sport und Politik haben hier im Team gute Arbeit geleistet. Zusammen haben wir ein Teilziel geschafft. Es war für uns eine Investition in den Nachwuchs, in die Zukunft. Hier macht es Sinn, sich zu engagieren, einen Teil zu einem sinnvollen Bauvorhaben beizutragen.»

Phase eins ist mit der Fertigstellung des Spielfeldes abgeschlossen. Nun folgt Phase zwei mit der Errichtung eines Infrastrukturgebäudes mit Garderobe, WC-Anlage, Klublokal und Küche. ­Diese Bestandteile berappt der Verein selber. «Wir möchten im November mit dem Bau starten», erklärt Schönenberger, «damit wir rechtzeitig auf den Beginn der NLA-Playoffs fertig sind.»

Am Vortag wurde noch gebaut

Begeistert vom neuen Spielfeld ist auch Oberwils NLA-Spieler Ken Müller: «Das ist ein Bijou für uns Spieler. Dass wir nun keine Netze mehr haben, sondern neu mit Plexiglas-Banden spielen, macht das Ganze noch interessanter und spannender. Wir sind mehr gefordert, wenn der Ball wieder ins Feld zurückspringt.» Die Realisierung dieses Spielfeldes mit Spielerbänken war eine Meisterleistung innerhalb von nur vier Wochen. Schönenberger: «Gestern um diese Zeit standen hier beispielsweise noch 30 Handwerker und vier Lastwagen. Das kann man sich gar nicht vorstellen. Das war vor 24 Stunden noch eine Baustelle. Ich spreche allen Beteiligten rund um die Realisierung dieser neuen Spielstätte ein grosses Kompliment aus – Chapeau!» Ganz kribbelig und angespannt schaut der elfjährige C-Junior Ivo Loepfe das Spielfeld an: «Ich kann es kaum erwarten, dass ich hier trainieren und spielen kann. Dieser Platz ist cool.»

Auch gefallen hat dem Nachwuchsspieler das neue Dress, das die erste Mannschaft anlässlich des ersten Heimauftrittes präsentierte: «Es ist besser als das alte Logo. Es ist etwas gruseliger», lacht der Elfjährige. Stimmt tatsächlich. Dominant ist das Fantasietier, es könnte einen Wolf darstellen. Im Hintergrund sind drei Krallen in den Vereinsfarben Grün, Gelb und Rot erkennbar. Zwei ­Jahre dauerte es, und unzählige Diskussionen wurden geführt. «Es blieb nicht nur bei einem Entwurf, bis das neue Logo geboren war», sagte Schönenberger, «das Produkt lässt sich sehen». Es kommt frech, pfiffig und dynamisch daher. Genau so präsentiert sich der neue Internetauftritt der Rebells ( www.rebells.ch ). «Wenn sie jetzt noch so spielen, wie das neue Logo daherkommt, dann kommt es ja noch besser. Das ist für den Verein aber auch für die treuen Fans ein wunderbarer Tag», sagt Mathias Staub (37) aus Inwil. «Ich besuche seit fünf Jahren regelmässig die Spiele der Rebells. Es war wichtig und ein Muss, dass wir nun eine richtig gute Infrastruktur bekommen. Wenn nebst dem Sportlichen auch das Ambiente rund um die Spielstätte stimmen und man sich wohl fühlt, kommen viele Personen vielleicht wieder einmal oder sogar regelmässig an die Partien.»

Dem kann Christian Emmenegger, der Grillchef der Rebells, nur zustimmen: «Es geht ja nicht nur um das Sportliche, wenn man eine Sportveranstaltung besucht. Eine Spielstätte oder ein Stadion ist auch ein Ort der Begegnung, wo man sich trifft, etwas miteinander trinkt oder eine Wurst geniesst. Der Mix zwischen Sport und dem Drumherum muss einfach stimmen. Sind diese Faktoren gegeben, dann hast du automatisch mehr Zuschauer an den Spielen. Auch solche, die sonst von Streethockey nicht so viel verstehen.»

Michael Wysssport@zugerzeitung.ch

  • Neue Luzerner Zeitung AG
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Die Oberwil Rebells spielen zum ersten Mal auf dem neuen Platz im Herti Nord.


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