Nicht super, aber besser als gedacht

VOLLEYBALL ⋅ Das NLA-Frauenteam von Volley Top Luzern verliert den Saisonauftakt in einem gefälligen Spiel gegen Kanti Schaffhausen mit 1:3. Trainer Dario Bettello hat noch einiges an Arbeit vor sich.

16. Oktober 2016, 17:07

«Super Sunday» war gestern in der Luzerner Bahnhofhalle angesagt. So werden intern bei Volley Top Luzern jene Spieltage genannt, bei denen beide NLA- Teams vor eigenem Publikum ihre Gegner empfangen. Super war die Partie der Frauen nicht, aber gut und solide. Sogar besser, als sich manch einer der rund 300 Zuschauer gedacht hat.

Gegen die Mannschaft von Kanti Schaffhausen, die in der letzten Saison schwierige Zeiten durchmachte und im Schlussklassement mit Platz 9, zwei Ränge hinter Luzern, vorlieb nehmen musste, resultierte eine 1:3-Niederlage. Luzerns Trainer Dario Bettello brachte es nach dem Schlusspfiff auf den Nenner: «Wenn man nach einem solchen Spiel ohne Punkte dasteht, ist dies schon bitter.»

Der starke Luzerner Auftritt im zweiten Satz

Nach dem verlorenen ersten Satz, bei dem die Luzernerinnen zu Beginn etwas nervös agierten, war der zweite Durchgang fast schon eine Offenbarung. Die Gastgeberinnen zogen im Eilzugstempo davon, lagen zwischenzeitlich sogar 12:2 in Führung, immer lautstark unterstützt vom Publikum. Dass am Ende dieses Sets die Gegnerinnen noch aufschliessen konnten und Luzern lediglich mit 25:18 die Oberhand behielt, lag nicht zuletzt an mangelnden Abstimmungen.

Luzern musste im Vorfeld dieser Saison einige Positionen neu besetzen, nach dem Rücktritt der immer stark aufspielenden Jasmin Bieri auch jene der Libera. Dieser Part wird nun von Mirjana Blazevic versehen, die nach einem Abstecher bei Volleya Obwalden wieder zu Luzern zurückkehrte. Die einstige Diagonalspielerin setzte sich in ihrem neuen «Job» gut in Szene, bis ihr Mitte der Partie einige Fehler unterliefen und sie durch Miranda Bösch ersetzt wurde. «Das Selbstvertrauen war plötzlich etwas weg», sagte sie, und schob nach: «Es war keine schlechte Leistung, die wir gegen Kanti ablieferten. Wenn wir noch an uns arbeiten, dann kommt es gut.»

Nicht zum Einsatz kam gestern Léonie Bisang, die verletzungsbedingt für längere Zeit ausfällt. Ihre Position in der Mitte übernimmt nun Esther Rohrer, die eigentlich eine längere Auszeit plante. Nach einer kurzen Bedenkzeit sagte sie zu, schon deshalb, «weil wir ein cooles Team sind», wie sie sich ausdrückte. Im Februar geht es dann aber nach Hawaii, unter anderem auch zum Surfen und anschliessend steht ein Sprachaufenthalt in England auf ihrem Plan.

Die Luzernerinnen haben einige sichere Werte im Team, die für den weiteren Verlauf der Saison zu Hoffnungen Anlass geben, unter anderen Neuzuzug Milton Taylor (24). Die Amerikanerin entpuppt sich als komplette Spielerin, einmal abgesehen von dem einen oder anderen Servicefehler. Auch von der 198 Zentimeter grossen, ehemaligen tschechischen Nationalspielerin Kristyna Boulova kann die Mannschaft profitieren. Und da ist noch Korina Perkovac, die mit ihren 17 Jahren auf einen gelungenen NLA-Einstand zurückblicken kann. Trainer Dario Bettello hat sich notiert: «Bei den Annahmen haben wir noch Handlungsbedarf. Beeindruckt hat mich aber der grosse Kampfgeist des Teams.» Der ist dann beim nächsten Super Sunday wieder gefragt.

NLA. Frauen. 1. Runde: Cheseaux - Franches-Montagnes 3:0 (25:21, 25:21, 25:20). Volley Top Luzern - Kanti Schaffhausen 1:3. Düdingen - Köniz 3:1 (25:19, 22:25, 25:15, 25:22). Neuchâtel UC - Aesch-Pfeffingen 1:3 (18:25, 25:23, 24:26, 16:25).

Luzern - Kanti Schaffhausen 1:3

Bahnhofhalle. – 300 Zuschauer. – Sätze: 22:25, 25:18, 20:25, 19:25.

Luzern: Wassner, Rohrer, Neumannova, Perkovac, Radulovic, Bösch (Libera), Bachmann, Trösch, Blazevic (Libera), Boulova, Taylor. Bemerkung: Luzern ohne Wigger und Bisang (beide verletzt).

Theres Bühlmanntheres.buehlmann@luzernerzeitung.ch


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