Uri kommt mit blauem Auge davon

ROLLHOCKEY ⋅ Im Gotthard-Derby zieht Uri gegen Biasca mit 3:4 nach Verlängerung den Kürzeren. Ein ärgerlicher Taucher, der jedoch keine negativen Folgen nach sich zieht.

20. März 2017, 07:53

Urs Hanhart

urs.hanhart@urnerzeitung.ch

Momentan bekundet der RHC Uri grosse Mühe, seine Torchancen in Treffer umzumünzen. Diese Abschlussschwäche manifestierte sich auch im Heimspiel gegen Biasca am Sonntag wieder, mit dem die Qualifikationsphase abgeschlossen wurde. Die Platzherren starteten fulminant und gingen bereits in der zweiten Minute durch einen von Joshua Imhof versenkten Penalty in Führung. Den Ausgleich der Ticinesi in der 12. Minute beantwortete German Dates, der ein herrliches Solo erfolgreich abschloss, postwendend mit dem 2:1. Das war zugleich auch der Halbzeitstand.

Vier Minuten nach dem Wiederanpfiff erhöhte Joshua Imhof auf 3:1. Uri hatte den Gegner zu diesem Zeitpunkt problemlos im Griff und schien einem sicheren Sieg entgegenzusteuern. Möglichkeiten, die Partie definitiv für sich zu entscheiden, gab es zuhauf, darunter ein Penalty und ein indirekter Freistoss, die Imhof jedoch beide verschoss. Das rächte sich genau gleich wie in den vorangegangen Matches ge­gen Montreux und Weil. Biasca kam in der 43. Minute auf recht glückliche Weise zum 2:3-Anschlusstreffer, und nur drei Minuten später stellten die Gäste in Überzahl gar den 3:3-Ausgleich her. Damit wurde eine Verlängerung fällig, in welcher den wie­derum in Überzahl agierenden Leventinern mit einem bilderbuchmässig herausgespielten Powerplay-Tor das Golden Goal zum 3:4 gelang.

Ein Taucher ohne negative Folgen

In den Reihen der Urner hielt sich die Enttäuschung über diese Heimniederlage gegen den Erzrivalen in Grenzen. Dies aus gutem Grund, denn auch mit einem Sieg wäre ein Vorrücken vom sechsten auf den fünften Tabellenplatz nicht mehr möglich gewesen, weil Uttigen sein Heimspiel gegen Montreux gewann und damit die fünfte Position verteidigte. Auch von hinten drohte keine Gefahr mehr. Verfolger Genf verlor auswärts in Diessbach und konnte die Urner deshalb so oder so nicht mehr verdrängen.

Zur schwachen Vorstellung in der Schlussphase der regulären Spielzeit sagte Uris Co-Trainer Max Aschwanden: «Weil unser Spiel verspätet begann, hatten wir schon früh Kenntnis vom Ausgang der anderen Partien. Dadurch hat in unseren Reihen wohl etwas der Biss gefehlt, unbedingt siegen zu wollen. Aber es ist klar, dass wir in den ver­bleibenden zwei Wochen bis zum Beginn der Playoffs hart an uns arbeiten müssen, insbesondere auch an der Abschlussschwäche. Mit dieser Leistung würden wir nicht mehr weit kommen. Jetzt muss eine deutliche Steigerung her, auch in kämpferischer Hinsicht.»

In der ersten Playoff-Runde bekommt es Uri mit dem Qualifikationsdritten Montreux zu tun. Das ist sicherlich ein Gegner, der durchaus in Reichweite liegt, sofern es den Urschweizern endlich wieder gelingt, ihr volles Potenzial auszuschöpfen.

RHC Uri – RC Biasca 3:4 n. V. (2:1, 1:2,0:1)

Rollhockeyhalle Seedorf. – 162 Zuschauer. – SR Eggimann, Dornbierer.

Uri: Figueiredo, M. Greimel; Dates (1), Schuler, M. Greimel, Imhof (2), Aschwanden, Gisler, Briker, Fussen.

Biasca: Tatti, Vallina; Ruggiero, G. Boll (3), Giger, Rodoni, Scanavin (1), C. Boll, Mancina.


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