Abgesagter Cupfinal: Der FC Baar wehrt sich

FUSSBALL ⋅ Bittere Pille für die C-Junioren des FC Baar. Wegen dem Einsatz eines angeblich nicht spielberechtigten Spielers wurde der auf Fronleichnam angesetzte Cupfinal gegen das Team Sempachersee am Mittwochabend kurzfristig abgesagt. Der FC Baar wehrt sich in einer Mitteilung gegen die Vorwürfe.
15. Juni 2017, 15:13

Aufregung im Regionalfussball: Der Innerschweizerische Fussballverband (IFV) hat am Mittwochabend den für Fronleichnam angesetzten Cupfinal der C-Junioren zwischen dem Team Sempachersee und dem FC Baar kurzfristig abgesagt – keine 24 Stunden vor dem Anpfiff. «Aufgrund einer Spielerkontrolle wurde festgestellt, dass der FC Baar in den Cupspielen dieses Jahres einen Spieler eingesetzt hat, welcher für den IFV-Cup nicht spielberechtigt ist», schreibt der Verband.

Der FC Baar lässt die Vorwürfe aber nicht auf sich sitzen und wehrt sich in einem Communiqué. Man habe zwar im Frühling einen Spieler eingesetzt, der im Herbst noch in einer U-Mannschaft des Grasshopper Club Zürich gespielt habe, jedoch sei dies kein Verstoss gegen das IFV-Cup-Reglement. Jenes schreibt vor, dass bei Cupspielen nur diejenigen Spieler spielberechtigt sind, die in der laufenden Meisterschaft bei keinem Spiel im Junioren-Spitzenfussball teilgenommen haben. Der besagte Knabe habe zwar im Junioren-Spitzenfussball gespielt, jedoch nicht in der laufenden Saison, da sowohl das Reglement des Schweizer Fussballverbandes (SFV) wie auch jenes des IFV die Coca Cola Junior League in «Halbjahresmeisterschaften» einteile, also in eine Frühlingsmeisterschaft und eine Herbstmeisterschaft. «Die rechtliche Auffassung des IFV wird nach Ansicht des FC Baar vor den entsprechenden Rechtsmittelinstanzen des IFV und SFV kaum einer genauen Überprüfung Stand halten», schreibt der FC Baar.

Präsident vermisst Fingerspitzengefühl

Weiter führt Präsident Martin Pulver aus, dass der IFV mit der kurzfristigen Spielabsage sämtliches Fingerspitzengefühl vermissen lasse, gegenüber dem organisierenden Verein FC Rothenburg, und vor allem gegenüber den Spielern des Team Sempachersee und des FC Baar: «Diese haben sich sicherlich schon seit Wochen auf diesen Saisonhöhepunkt gefreut.» Der FC Baar habe den Entscheid weder anfechten noch vorgängig dazu Stellung beziehen können.

IFV-Präsident Urs Dickerhof sagt auf Anfrage, der Verband habe reagieren müssen, nachdem ihn das Team Sempachersee, Baars eigentlicher Finalgegner, vor ein paar Tagen auf den Verstoss aufmerksam gemacht habe: «Hätte der Final stattgefunden und Baar gewonnen, wäre ein Chaos ausgebrochen.» Zur Mitteilung des FC Baar konnte er sich nicht äussern, da er sie noch nicht gelesen hat.

Laut Dickerhof soll Baar nun disqualifiziert werden. Zudem sollen sämtliche Partien ab dem Achtelfinal mit Baarer Beteiligung annulliert und neu angesetzt werden, da der erwähnte Spieler ab dann zum Einsatz gekommen ist. Wann dann der Final endlich durchgeführt werden kann, ist noch unklar.

jvf


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