Ad Astra kassiert zu viele Tore

UNIHOCKEY ⋅ Ad Astra Sarnen missglückt nach zweiwöchigem Unterbruch die Wiederaufnahme der NLB-Meisterschaft. Auswärts unterliegen die Obwaldner dem UHC Sarganserland mit 8:7 nach Verlängerung.
13. November 2017, 07:57

Leere Blicke und enttäuschte Gesichter waren am Samstagabend kurz vor 20 Uhr in der Sporthalle Riet in Sargans auf der Spielerbank der Gäste zu sehen. Ad Astra hatte soeben das achte Gegentor an diesem Abend kassiert. Ein Tor notabene, welches das Spiel in der zweiten Minute der Verlängerung entschied. ­Vojtech Regi, der gefährlichste Sarganser, traf nach einem Konterangriff mit einem platzierten Schuss in die entfernte Ecke für die Gastgeber. «Wir wussten, dass Sargans ein unangenehmer Gegner ist. Trotzdem hatten wir den Anspruch, dieses Spiel zu gewinnen. Unsere Leistung war aber mehr schlecht als recht. Deshalb reichte es auch nicht zum Sieg», ärgerte sich der Sarner Verteidiger Jonas von Wyl.

Im Startabschnitt war Ad Astra dem UHC Sarganserland optisch überlegen. Das Heimteam zog sich zurück und war darauf bedacht, die Räume vor dem eigenen Tor eng zu machen. «Darauf hatte uns der Trainerstab eingestellt, darum war dies für uns wenig überraschend», meinte von Wyl. Die Obwaldner hatten in der taktischen Einstellung der beiden Teams entsprechend viel Ballbesitz, konnten daraus jedoch kein Kapital schlagen.

Torreiches Mitteldrittel geht an Sarnen

Anders das Heimteam: Bereits in der dritten Minute nutzten sie ­einen Ballverlust der Sarner im Spielaufbau in der Mittelzone aus für einen schnellen Konterangriff, der zum 1:0 führte. In der Folge hatten die St. Galler bis zur ersten Sirene lediglich zwei weitere Abschlussversuche. Die Sarner verzeichneten zwar deutlich mehr Schüsse, wirkliche Probleme bereiteten diese dem Schlussmann der Sarganser jedoch nicht.

Ganz anders als das Startdrittel verliefen die zweiten 20 Minuten. Ad Astra verzeichnete einen Blitzstart und hatte das Spiel nach 64 Sekunden und zwei Weitschusstreffern durch Liikanen und Jonas von Wyl gedreht. Darauf hatte Sargans jedoch eine Antwort bereit: Regi nutzte in der 23. Minute einen Freistoss zentral vor dem Tor von Britschgi aus und traf platziert zum 2:2 unter die Latte. Sarnen suchte danach die erneute Führung, lief jedoch in einen Konterangriff. Britschgi brachte den Ball nach einem ­Abschluss von Grass nicht unter Kontrolle, aus dem anschliessenden Gewühl vor dem Tor sprang der Ball irgendwie über die Linie.

Die Reaktion von Ad Astra erfolgte bei Spielmitte wiederum in Form eines Doppelschlags: Ero­nen glich das Geschehen nach einem schön vorgetragenen Angriff wieder aus, Abegg schoss die Gäste nach einer Freistossvariante wieder in Führung. Auch diese war jedoch nur von kurzer Dauer. Ein abgelenkter Weitschuss erwischte Britschgi auf dem falschen Fuss und sprang Grass optimal vor die Füsse, der keine Mühe hatte, das halb verlassene Tor zu treffen.

Zwei Tore Vorsprung nicht über die Zeit gebracht

Die Führung zum 5:4 gelang Hard­egger kurz darauf, als der Sarner Pass auf der Strafbank sass. Dank einem platzierten Weitschuss von Markström gelang Ad Astra eine Minute vor der Pause der verdiente 5:5-Ausgleich, welcher das torreiche Mitteldrittel beendete. Im Schlussdrittel traf Ad Astra früh zwei weitere Male zur 7:5-Führung. Somit lag erstmals ein Team an diesem Abend mit zwei Längen im Vorsprung. «Diese Führung hätten wir über die Runden bringen müssen», ärgerte sich von Wyl. «Mit einem weiteren Treffer zu diesem Zeitpunkt wäre der Mist definitiv geführt gewesen.» ­Dieser Treffer wollte jedoch nicht fallen, stattdessen gelang es Sarganserland, das Spiel nochmals auszugleichen. Was in der Verlängerung geschah, ist bereits bekannt.

«Woran es genau gelegen hat, ist schwierig zu sagen. Offensiv lief es uns nicht wirklich rund, wir haben zu wenig aus dem vielen Ballbesitz gemacht. Trotzdem ­erzielten wir sieben Tore, was eigentlich zum Sieg reichen sollte», so Jonas von Wyl, der noch weitere Gründe für die Niederlage fand: «Acht Gegentreffer sind definitiv zu viel, auch wenn einige davon sehr ärgerlich waren. Hätten wir etwas mehr Cleverness und Abgeklärtheit an den Tag gelegt, wäre es gar nicht zur Verlängerung gekommen, und wir müssten uns jetzt nicht wegen der unnötigen Niederlage ärgern. Daraus müssen wir unsere Lehren ziehen.» (jh)

Männer, NLB

9. Runde: Sarganserland – Ad Astra Sarnen 8:7 n. V. Langenthal Aarwangen – Gordola 10:2 (3:1, 2:0, 5:1). Fribourg – Pfannenstiel Egg 8:7 (2:3, 3:0, 3:4). Grünenmatt – Davos-Klosters 5: 6 n. V. (1:3, 2:0, 2:2, 0:1). Basel Regio – Thurgau 9:6 (3:3, 3:0, 3:3). March-Höfe Altendorf – Ticino 7:4 (2:1, 2:3, 3:0).

Rangliste (alle 9 Spiele): 1. Basel Regio 26 Punkte (72:42 Tore). 2. Langenthal Aarwangen 22 (53:37). 3. Ad Astra Sarnen 19 (69:50). 4. Thurgau 18 (59:47). 5. Fribourg 17 (51:42). 6. Sarganserland 11 (55.60). 7. Grünenmatt 11 (43:52). 8. Ticino 11 (54:66). 9. March-Höfe Altendorf 10 (44:58). 11. Gordola 5 (35:56). 12. Pfannenstiel Egg 4 (31:47)

Sarganserland – Ad Astra Sarnen 8:7 n. V.

Riet, Sargans. – 180 Zuschauer. – SR Anderegg/Röder. – Tore: 3. Kühne (Hardegger) 1:0. 20:48 Liikanen (Eronen) 1:1. 21:04 J. von Wyl 1:2. 23. Regi 2:2. 26. Grass 3:2. 31. Eronen (Markström) 3:3. 33. Abegg (Amstutz) 3:4. 35. Grass (Hardegger) 4:4. 38. Hardegger (Decasper/Ausschluss Pass) 5:4. 39. Markström (Höltschi) 5:5. 43. Berchtold (Liikanen) 5:6. 44. M. Schöni 5:7. 47. Kühne (Decasper) 6:7. 54. Hardegger (Grass) 7:7. 62. Regi 8:7.

Strafen: Je 1-mal 2 Minuten.

Sargans: J. Feiner; Singer, L. Feiner, Pini, Hardegger, Stucki, Schnyder, Dietrich; Pfiffner, Ackermann, Decasper, Grass, Rakeseder, Kühne, Dort, Schlegel, Kocherhans, Regi, Tarnutzer, Fischer.

Sarnen: Britschgi; Läubli, Berchtold; Höltschi, Markström; J. von Wyl, Pass; R. Schöni, Zurmühle, Liikanen; Abegg, Amstutz, Ero­nen; Ming, M. Schöni, C. von Wyl.

Bemerkungen: Sarnen ohne Amrein, Haas und Boschung (alle Ersatz). Kühne (Sargans) und Eronen (Sarnen) als beste Spieler ihrer Teams ausgezeichnet.

Nächste Spiele. Samstag: Langenthal Aarwangen – Ad Astra Sarnen (17.00, Kreuzfeld, Langenthal. – Sonntag. Schweizer Cup, Viertelfinal: Rychenberg Winterthur – Ad Astra Sarnen (15.00, OberseenI.


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