Andi Imhof gewinnt Haldiberg-Schwinget

SCHWINGEN ⋅ Andi Imhof bodigte im Schlussgang auf dem Haldi den Attinghauser Marco Wyrsch. Derweil sorgten drei Urner am Schwarzsee für Furore – allen voran Stefan Arnold
18. Juni 2017, 21:43

Gerade einmal anderthalb Minuten dauerte der Schlussgang beim gestrigen Haldiberg-Schwinget ob Schattdorf. Dann konnte Andi Imhof den Attinghauser Kranzschwinger Marco Wyrsch am Boden überdrücken. «Es ist immer etwas Schönes, wenn man vor dem Heimpublikum gewinnen kann», sagte der 33-jährige Bürgler nach dem Schlussgang. Für Imhof war es der erste Festsieg auf dem Haldi. 2005 hatte er zwar bereits ein- mal im Schlussgang gestanden, unterlag damals aber gegen Daniel Odermatt aus Buochs. Doch gestern nutzte er seine Chance.

Andi Imhof war gestern neben Altmeister Martin Grab, der auf dem Haldi 2007 gewinnen konnte, der meistgenannte Favorit auf den Festsieg. Grund: Die gesamte Innerschweizer Elite stand gestern am Bergklassiker am Schwarzsee im Einsatz. Gleichzeitig fehlten auch viele Schwinger aus den anderen Innerschweizer Verbänden. Denn am Samstagabend fand das Abendschwingen in Lungern statt und gestern der Michaelskreuz-Schwinget ob Root. Wegen dieser Terminkollisionen standen denn auf dem Haldi gerade einmal 60 Schwinger im Einsatz, darunter auch viele Junge.

Murer vermasselt Grabs Aufholjagd

Erwartungsgemäss wurden die beiden Eidgenossen Imhof und Grab gleich im Anschwingen gegeneinander eingeteilt – mit dem besseren Ende für Imhof. Der Urner konnte Grab mit dem Münger-Murks bezwingen. Und im vierten Gang vermasselte Andy Murer vom Schwingklub Flüelen Grabs Aufholjagd, indem er ihm einen Gestellten abverlangte. Murer klassierte sich schliesslich gar im zweiten Rang.

Doch auch Andi Imhof musste im zweiten Gang gegen den Illgauer André Bürgler stellen. Anschliessend gewann er aber gegen Bruno Schürpf, Martin Felder und Roger Baumann, der als Mitglied des organisierenden Schwingklubs Schattdorf einen äusserst starken Eindruck hinterliess. Im Schlussgang traf Imhof schliesslich auf Marco Wyrsch. Der Attinghauser Kranzschwinger war davor gegen Martin Felder, Severin Steiner, Mathias Müller und Sebastian Arnold siegreich. Einzig gegen Michael Gwerder musste er stellen.

Arnold darf wohl ans Unspunnen-Fest

Derweil gewann Stefan Arnold aus Attinghausen im Kanton Freiburg den Bergkranz am Schwarzsee-Schwinget. Er startete im Anschwingen mit einem Gestellten gegen den Südwestschweizer Marc Guisolan. Anschliessend siegte er platt gegen Jimmy Lerch und Patrick Gobeli. Im vierten Gang bekam er es mit Schwingerkönig Mattias Glarner zu tun und konnte ihm einen Gestellten abringen. Im Ausstich sicherte er sich schliesslich den Bergkranz mit Siegen gegen Philipp Gehrig und Gustav Steffen. Mit dem vierten Saisonkranz steht für Arnold einer Teilnahme am Unspunnen-Schwinget in Interlaken Ende August nun wohl nichts mehr im Wege.

Auch die beiden anderen Urner, die am Schwarzsee-Schwinget teilnehmen konnten, zeigten einen starken Wettkampf. Matthias Herger und Raphael Arnold, beide vom Schwingklub Bürglen, konnten bis zum Schluss um den Kranz schwingen. Arnold zog aber gegen das aufstrebende Talent Kilian von Weissenfluh im letzten Gang den Kürzeren. Herger machte ebenfalls Bekanntschaft mit dem Schwingerkönig Glarner, unterlag jedoch knapp.

 

Elias Bricker und David Zurfluh

elias.bricker@urnerzeitung.ch

Haldiberg-Schwinget

Schlussrangliste: 1. Andi Imhof (Attinghausen) 58,50 Punkte. 2. Andy Murer (Seedorf) Martin Grab (Rothenthurm), Roger Baumann (Schattdorf), je 57,50. 3. Marco Wyrsch (Attinghausen), André Bürgler (Illgau), je 57,25. 4. Lukas Bürgler (Rickenbach), Andreas Arnold (Bürglen), je 57,00. 5. Sebastian Arnold (Unterschächen) 56,75. 6. Bruno Schürpf (Schwyz), Andreas Gwerder (Muotathal), je 56,50. 7. Felder Martin (Ebnet) 56,25. 8. Moritz Ziegler (Flüelen), Markus Bissig (Isenthal), je 56.


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