Luzerner stellen Aufstiegspläne zurück

UNIHOCKEY ⋅ Erstligist Luzern hat auf die neue Saison mit Michael Frötscher einen neuen Trainer verpflichtet. Der Südtiroler will bei den Luzernern einiges bewegen. Doch es läuft noch nicht nach Wunsch.
10. Oktober 2017, 08:57

Ruedi Vollenwyder

regionalsport@luzernerzeitung.ch

Der aus Bozen stammende neue Trainer Michael Frötscher ist seit einigen Jahren in der Schweiz wohnhaft und kennt die Unihockey-Szene bestens. Als Aktiver spielte der Südtiroler bei Ticino Unihockey und Ad Astra Sarnen. Er kann aber auch auf drei WM-Teilnahmen mit Italien zurückblicken. Die Trainerkarriere startete Frötscher als Chef der italienischen Nationalmannschaft (4 Jahre), ehe er in Davos, Pfannenstiel und zuletzt in Deitingen arbeitete. Der 39-jährige Südtiroler bringt also einiges an Erfahrung mit nach Luzern. Sein Einsteigervotum, in einem Interview auf der UHL-Homepage zu lesen: «Ich freue mich auf die gesamte Saison – auf die Zeit mit dem Team, auf die Emotionen.»

Durchzogene Bilanz aus den Startspielen

Fünf Partien hat der UH Luzern nun schon hinter sich. Die Bilanz mit zwei Siegen (Fricktal 7:4, Olten-Zofingen 6:5) und drei Niederlagen (Bern Capitals 6:9, Deitingen 5:10 und am Wochenende gegen Schüpbach mit 7:14) ist eher durchzogen ausgefallen. Denn nach dem letztjährigen Abschneiden in den Playoffs mit dem Halbfinalsieg über das favorisierte Eggiwil und der 1:2-Finalniederlage gegen den NLA-Aufsteiger Fribourg erwartete man «einen weiteren Schritt nach vorne». Will heissen: NLB-Aufstieg.

Das Wort NLB-Aufstieg kommt beim neuen Trainer zum jetzigen Zeitpunkt gar nicht gut an. Denn die 7:14-Kanterniederlage gegen den NLB-Absteiger Schüpbach hat ihm heftig «aufs Gemüt geschlagen». «Wenn schon zum Saisonbeginn bei den meisten Spielern die NLB in den Köpfen herumgeistert, dann kann das nicht gut herauskommen», bemängelt Michael Frötscher.

Umstellung braucht Zeit und Disziplin

Der Südtiroler brauchte nach dieser Schlappe gut zehn Minuten, um herunterzufahren und seine Gedanken zu ordnen. Erst danach war er bereit, die Richtung aufzuzeigen, die er mit der Mannschaft beim neuen Verein gehen will. «Man kann auch bescheidenere nächste Ziele anvisieren, ohne sich gleich dem Druck eines möglichen Aufstieges auszusetzen.» Will heissen: Das Erreichen der Playoffs ist eines davon. Ein weiteres Zwischenziel ist die Umsetzung der Vorgaben, welche der Trainer von seinen Spielern verlangt. Eine Baustelle gefällig: «Meine Spieler müssen endlich lernen schnelleres Hockey mit Direktpässen zu spielen. Das Problem bei der Umsetzung: Nicht jeder Spieler ist auch nach den vielen Trainings zu hundert Prozent bereit, die von mir geforderte neue Situation auch anzunehmen.» Er ist sich allerdings auch bewusst, dass es für die Umstellung viel Zeit und vor allem Disziplin braucht. Die fehlende Disziplin war auch der Hauptgrund, weshalb sich Michael Frötscher nach der 7:14-Schlappe so massiv ärgerte. Mit anderen Worten: Auf den neuen Trainer wartet – zusammen mit den Spielern – noch viel Arbeit. Im technischen wie auch im mentalen Bereich.

Topskorer Tomi Travanti wechselte nach Fribourg

Kadermässig hat sich beim UH Luzern nicht viel verändert. Er verlor allerdings Topskorer Tomi Travanti an Aufsteiger Fribourg. Neu zum UHL stiessen Benjamin Rutschmann (Sursee) und die beiden Sarnen-Spieler Marcel Kramelhofer und Silvan Gnos.

Männer, 1. Liga, Gruppe 1

5. Runde: Luzern – Schüpbach 7:15. Eggiwil – Fricktal 11:1. Team Aarau – Olten – Zofingen 3:5. Baden-Birmenstorf – Deitingen 4:6. Reinach – Bern Capitals 8:7. Moosseedorf Worbenthal – Konolfingen 2:12.

Rangliste (alle 5 Spiele): 1. Eggiwil 15. 2. Bern Capitals 12. 3. Deitingen 12. 4. Lions Konolfingen 10. 5. Lok Reinach 9. 6. Schüpbach 8. 7. Luzern 5/6. 8. Moosseedorf Worbental 6. 9. Team Aarau 5. 10. Olten Zofingen 3. 11. Baden-Birmenstorf 3. 12. Fricktal 1.

Luzern – Schüpbach 7:14 (2:4; 2:4; 3:6)

Hofmatt, Meggen. – 100 Zuschauer. – SR Rüegg/Dönz. – Tore: 6. Steffen 0:1. 6. Etter 0:2. 8. Wyss 1:2. 15. Michael Wüthrich 1:3. 15. Etter 1:4. 19. Bitterli 2:4. 23. Rutschmann 3:4. 26. Wyss 4:4. 28. Mosimann 4:5. 28. Arm 4:6. 35. Schöpfer 4:7. 40. Steffen 4:8. 46. Rüegsegger 4:9. 47. Steffen 4:10. 49. Jeffrey 5:10. 52. Petermann 6:10. 54. Rüegsegger 6:11. 54. Wälchli 6:12. 55. Etter 6:13. 57. Dolder 6:14. 59. Petermann 7:14. – Strafen: 2-mal 2 Minuten gegen Luzern; 1-mal 2 Minuten gegen Schüpbach. – Unihockey Luzern: Graf/Luzi; Jeffrey, Fischer, Brönimann, Kramelhofer, Manuel Wagner, Schürch, Grüter, Bitterli, Rutschmann, Stucki, Petermann, Hug, Gamboni, Nieminen, Wyss, Simon Wagner.

Männer, 1. Liga, Gruppe 2

5. Runde: Widnau – Bülach 6:5. Frauenfeld – Zürisee 4:12. Nesslau – Toggenburg Bazenheid 5:7. Vipers Innerschwyz – Jona-Uznach 11:10. Zuger Highlands – Herisau 6:7. Sarganserland – Limmattal 7:8 n. V.

Rangliste (alle 5 Spiele): 1. Zürisee 15. 2. Widnau 14. 3. Vipers Innerschwyz 10. 4. Bülach 9. 5. Jona-Uznach 9. 6. Toggenburg Bazenheid 9. 7. Limmattal 8. 8. Herisau 6. 9. Frauenfeld 5. 10. Sarganserland II 4. 11. Zuger Highlands 1. 12. Nesslau 0.


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