Kiara Cvetkovic krönt ihre Aufholjagd

TENNIS ⋅ Kiara Cvetkovic (13) aus Geuensee setzt an den Junioren-Schweizer-Meisterschaften mit dem Gewinn des U14-Titels das Glanzlicht. Tina Nadine Smith (Meggen) muss sich im U16-Final geschlagen geben.
18. Juli 2017, 04:38

Frank Marti

regionalsport@luzernerzeitung.ch

Nach dem vom Genfer U12-Talent Kilian Feldbausch im einzigen welschen Meisterschafts­final in Windeseile gegen den Waadtländer Ilian Nader erzielten 6:2, 6:1-Sieg schien zum Leidwesen der Zuschauer auch der zweite auf dem Court Number one in Bellinzona anberaumte Final ein schnelles Ende zu finden: Alina Granwehr lag im U14-Endspiel gegen die konsterniert wirkende Kiara Cvetkovic (13) mit 5:1 Games in Führung. Der Gewinn des ersten Satzes schien für die zweitgesetzte Ostschweizerin nur noch eine Frage weniger Minuten zu sein. Doch dann besann sich Cvetkovic eines anderen, eines Besseren.

Zeitgleich mit dem Eintreffen ihres Trainers Michael Birner, der bis zu diesem Zeitpunkt auf Platz 4 seine noch keine 10 Lenze zählende Lengnauer Elevin und Sursee-NLC-Aufsteigerin Lara Cebic zur U12-Meisterin gecoacht hatte, startete Cvetkovic ihre grandiose, mit dem Titelgewinn honorierte Aufholjagd. Auf einen Schlag stimmte trotz störender Windstösse die Länge der Bälle. Taktisch war ein klares Rezept zu erkennen. Unauffällig heftete sich Cvetkovic Punkt für Punkt an die Fersen ihrer Gegnerin. Drei Breaks und ebenso viele glaskl»ar gewonnene Aufschlagspiele schafften das Unmögliche: der erste Satz gehörte Cvetkovic.

Als Milenkovic den Faden verlor

Ein weiterer Servicedurchbruch im Eröffnungsgame des zweiten Satzes und das folgende nach langem Hin und Her gewonnene eigene Aufschlagspiel liessen die Gegnerin allmählich resignieren. Zwei weitere schnelle Breaks trugen Cvetkovic nach den letztes Jahr gewonnenen Indoor- und Outdoormeisterschaften den dritten nationalen Titel ein.

Das selbe Los, allerdings mit umgekehrten Vorzeichen, war einer weiteren Titelanwärterin aus Sursee beschieden. Kristina Milenkovic (16) dominierte im U16-Halbfinal Lido-NLC-Spielerin Tina Nadine Smith (15) aus Meggen nach Belieben. Nach 6:0 gewonnenem Startsatz verlor Milenkovic ruckartig die Linie und die Übersicht – und folgerichtig den Match. Erstmals musste sie sich einer regionalen Herausforderin geschlagen geben.

Was die Turniereinsätze betrifft, darf die international für Australien gemeldete Meggerin allerdings als Tennis-Kosmopolitin bezeichnet werden. Zum Beweis: Seit Jahresbeginn spielte Smith in Marokko, den Arabischen Emiraten, Ägypten, in der Türkei, in Australien, auf Zypern, in Dänemark und Deutschland um ITF-Punkte.

Silberstreifen am Zentralschweizer Horizont

Auch wenn Glanztaten ausblieben, herrschte in den Reihen der Zentralschweizer Delegation (TEZ) eine gute Stimmung. Nach Jahren der Enttäuschung zeichneten sich erstmals Silberstreifen am Horizont ab. Der Vorstoss von vier in den TEZ-Kadern trainierenden Qualifikanten in die Hauptturniere durfte bereits als Erfolg gewertet werden. Die härtere Gangart und das bedeutend höhere Niveau in den Titelturnieren dämpften aber schnell die ­höheren Ansprüche. Erstrunden­siege bei den Jüngsten von Aurora Zurmühle (Rothenburg) und Mischa Fässler (Meggen) lassen bessere TEZ-Zeiten erhoffen. Kadertrainer Christian Dillschneider stufte die Leistungen seiner Schützlinge denn auch korrekterweise als «ordentlich» ein.

Hinweis

Resultate auf Seite 36.


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