Er ist der Erfolgsbringer von Zug 94 II

FUSSBALL ⋅ Trainer Besnik Reci hat Zug 94 II aus dem Dornröschenschlaf erweckt. Nun will er seinem Team in der 3. Liga zu einem unvergesslichen Erlebnis verhelfen.
13. April 2018, 04:39

Martin Mühlebach

sport@zugerzeitung.ch

Der 37-jährige Besnik Reci blickt auf eine erfolgreich verlaufene Aktivkarriere zurück. Im zarten Alter von 17 Jahren wurde er vom damaligen Trainer Daniel Stadler ins Fanionteam der Chamer berufen. Der zentrale Mittelfeldspieler – neben Cham unter anderem von Zug 94, Red Star Zürich und Baar – erzählt: «Viele meiner Trainer sind mir in guter Erinnerung geblieben. In meinen ersten Jahren beeindruckten mich vor allem Laurent Prince, Jean-Daniel Gross und Daniel Stadler.»

Prince und Gross hätten es verstanden, der Mannschaft ein massgeschneidertes taktisches Konzept zu verpassen, «während Stadler uns die nötige Aggressivität einimpfte und das Kopfballspiel perfektionierte». Ebenfalls in bester Erinnerung geblieben seien ihm die Ex-Internationalen Patrick Bühlmann (Zug 94), Patrick De Napoli (Baar) Georges Bregy (Red Star Zürich), von deren Erfahrung er viel profitiert habe, führt Besnik Reci aus.

Keine einfache Ausgangslage

Am Ende seiner Spielerkarriere kehrte der mehrmals aufgestiegene Reci zu Zug 94 zurück. Unter Trainer Ivan Del Santo verpasste das Team gegen Köniz den Aufstieg in die Promotion League knapp. Statt die Ferien anzutreten, bestritt Besnik Reci damals noch einige Partien mit dem abstiegsbedrohten Reserveteam der Zuger, dem er zum Verbleib in der 4. Liga verhalf. Als er gefragt wurde, ob er diese Mannschaft als Spielertrainer übernehmen wolle, sagte er zu, obschon er wusste, dass mehrere Spieler den Verein verlassen würden. Reci schildert: «Ich musste 18 Zuzüge tätigen, um ein neues Team zusammenstellen zu können.»

Dieses Unterfangen gelang ausgezeichnet: Der Neo-Spielertrainer stieg mit seiner Mannschaft auf Anhieb in die 3. Liga auf, wo sie sich zu etablieren vermochte. Nun, in seinem vierten Amtsjahr, liegt die Elf im 2. Tabellenrang, der am Ende der Saison zur Teilnahme an der Aufstiegsrunde berechtigt. Der inzwischen nur noch sporadisch mitspielende Trainer betont: «Ein Aufstieg in die 2. Liga ist kein Muss. Aber ich weiss aus eigener Erfahrung, dass Aufstiegsspiele einen ganz besonderen Reiz haben. Sowohl für den Verein als auch für die Spieler, denen die Erinnerung zeitlebens im Kopf haften bleibt.»

Besnik Reci sagt, er wisse genau, wie er mit seiner Mannschaft spielen wolle. Und er wisse auch, welche Spielertypen er brauche, um seine Vorstellungen im Training umsetzen zu können. «Ich will, dass meine Aussenverteidiger hochstehen und dass meine Mannschaft ein offensives Pressing betreibt.» Zudem lege er grossen Wert auf Disziplin. Wer nicht zweimal pro Woche trainiere, der spiele nicht. «Im Training und am Spiel bin ich der Chef, in der Freizeit der Kumpel, der Lob und Kritik entgegennimmt.» Um seine Fussballphilosophie verwirklichen zu können, habe er während seiner vierjährigen Trainertätigkeit rund 50 Spieler nach Zug geholt. Mit seiner derzeitigen Mannschaft sei er sehr zufrieden. Das hindert ihn nicht daran, in seiner Fantasie ein Wunschkader zusammenzustellen. «Es würde aus je drei Spielern von Zug 94 II, Cham, Ägeri, Baar und Steinhausen sowie aus vier Spielern von Rotkreuz bestehen.»

Um sich als Trainer weiter­bilden zu können, ist Besnik Reci im Begriff, das B-Diplom des Schweizer Fussballverbandes zu erwerben. Als Vorbilder bezeichnet er Jürgen Klopp von Liverpool, den designierten Paris-Germain-Trainer Thomas Tuchel, Lucien Favre von Nizza und Pep Guardiola von Manchester City. «Klopp und Tuchel begeistern mich wegen des Pressings und des schnellen Spiels über die Aussenbahnen. Favre lässt ein perfektioniertes Konterspiel aufziehen, und der Fussballästhet Guardiola, der grossen Wert auf Ballbesitz legt, demonstriert meisterhaft, wie ein Kurzpassspiel funktioniert.»

Bleibt er den Zugern erhalten?

Die Familie, der Beruf und der Fussball nehmen im Leben des Besnik Reci einen hohen Stellenwert ein. Es ist bewundernswert, wie der als Logistiksachbearbeiter tätige Mann alles unter einen Hut zu bringen vermag. Reci hegt im Sport Ambitionen. Er sagt: «Ich weiss noch nicht, wo ich in der nächsten Saison als Trainer arbeiten werde. Mir gefällt es in Zug, aber es haben noch keine Gespräche über eine Vertragsverlängerung stattgefunden.»


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