Der Sport ist die beste Werbung

UNIHOCKEY ⋅ Zug United hat vor einer Rekordkulisse auch ohne den offiziellen Einsatz von Schwinger Christian Stucki in der NLA gegen Malans aufhorchen lassen. Auch tags zuvor war der Aufsteiger erfolgreich gewesen.
05. Dezember 2017, 09:54

Peter Rohner

sport@zugerzeitung.ch

Es gibt Tage, an denen passt alles zusammen. Der vergangene Sonntag war für Zug United so einer. Der Marketing-Gag von Vereinspräsident Patrick Trachsel, den Schwinger Christian Stucki in einem offiziellen NLA-Spiel einzusetzen, lockte die Rekordkulisse von 659 Zuschauern zur Begegnung mit dem favorisierten Malans in die Sporthalle. Stucki bestritt schliesslich trotz anders lautender Ankündigung das erste Bully nur symbolisch (siehe Box).

Für beste Werbung für die Sportart auf dem Platz Zug sorgten die Unihockeyspieler. Die Zentralschweizer erwischten wie schon am Vortag beim 8:6 in Uster einen guten Start und gingen durch Billy Nilsson in Führung. Und weil an diesem Tag eben alles passte, gelang Malans in einem Überzahlspiel nicht der Ausgleich, sondern entwischte Steven Fiechter und baute den Vorsprung auf 2:0 aus (18.).

Ebenso passte der Start ins zweite Drittel. Mit seinem Tor nach 39 Sekunden dämpfte Marcus Thunvall möglichen Schwung in der Aufholjagd der Bündner. Wohl gelang Jo Dennis Bärtschi bei Spielmitte der erste Treffer für die Gäste, doch wiederum Thunvall war im richtigen Moment zur Stelle. Auf der anderen Seite demonstrierte Petter Nilsson, wie wertvoll der Keeper für sein Team ist. Er war in der Doppelrunde nach mehrwöchiger Verletzungspause auf das Spielfeld zurückgekehrt, bewahrte Zug gleich mehrfach vor einem Gegentreffer und strahlte Ruhe aus.

Sogar der Goalie feiert einen Assist

Die Geschichte des Schlussdrittels gleicht jenen der ersten beiden Spielabschnitte. Zug gelang (fast) alles, und Malans kämpfte glücklos und haderte selbstredend auch mit dem Schiedsrichterentscheid. Zug liess sich nicht beirren und nutzte zwei der drei Powerplays zu weiteren Treffern. Den Schlusspunkt setzte abermals Thunvall: Der Schwede komplettierte seinen Hattrick ins leere Tor. Und weil an diesem Sonntag eben wirklich alles passte, kam der Assist von Keeper Petter Nilsson mit einem cleveren Auswurf.

Ein besonderes Spiel war es auch für Simon Abt, der zuletzt Reservist war und nun aufgrund von Verletzungen und Krankheiten als Center zwischen Billy Nilsson und Marcus Thunvall rückte. «Es war unglaublich toll, vor so vielen Leuten zu spielen. Das war ein zusätzlicher Energieschub, und dafür möchten wir uns bedanken», sagte der 25-Jährige. Er sprach von der grossen Leidenschaft. «Wir haben als Team gekämpft – und im richtigen Moment die Tore geschossen», ergänzte er. Es hat eben alles gepasst an diesem Tag. Den Sieg gegen Uster tags zuvor mussten die Zuger hart erkämpfen. In der 47. Minute lagen sie mit 3:6 im Hintertreffen. 13 Sekunden nach dem sechsten Gegentor lancierte Jiri Koutny mittels seines Treffers eine grosse Aufholjagd. Billy Nilsson, Thunvall, Fiechter und erneut Nilsson waren erfolgreich. Der Rückkehrer im Tor, Petter Nilsson, sagte: «Es machte grossen Spass zu spielen, auch wenn dies sicherlich nicht unser und auch nicht mein bestes Spiel war.» Nach dem 3:6, gab der Schwede zu, sei «das Gefühl nicht da gewesen, dass wir es noch drehen könnten. Aber wir erzielten sehr schnell das 4:6, und plötzlich war die Energie wieder da, die in den ersten 50 Minuten gefehlt hatte.»

Nationalliga A

Rangliste (alle 14 Spiele): 1. Wiler-Ersigen 35. 2. Langnau 30. 3. Köniz 29. 4. Grasshoppers 25. 5. Malans 24. 6. Zug 20. 7. Winterthur 19. 8. Waldkirch 19. 9. Chur 16. 10. Uster 14. 11. Kloten-Bülach 12. 12. Thun 9.

Uster – Zug United 6:8 (1:1, 3:2, 2:5)

Buchholz. – 266 Zuschauer. – SR Hürzeler/Peter. – Tore: 3. Laely (Flütsch) 0:1. 7. Berweger (Bolliger/Ausschluss Koutny) 1:1. 27. Poletti (Tassio Suter) 1:2. 29. Henriksson (Hummer) 2:2. 29. Berweger (Ledergerber) 3:2. 33. Fiechter 3:3. 40. (39:18) Hummer (Juhola) 4:3. 46. (45:53) Schubiger (Juhola) 5:3. 47. (46:05) Schubiger (Juhola) 6:3. 47. (46:18) Koutny (Furger) 6:4. 51. Billy Nilsson (Koutny) 6:5. 54. Thunvall (Billy Nilsson) 6:6. 58. Fiechter (Markus Grüter) 6:7. 59. Billy Nilsson (Laely) 6:8 (ins leere Tor). – Strafen: 2-mal 2 Minuten gegen Zug. – Uster: Tschopp; Henriksson, Klauenbösch; Aellig, Ledergerber; Steiger, Bolliger; Hummer, Schubiger, Juhola; Simon Suter, Nideröst, Berweger; Urner, Komarek, Kellermüller. – Zug: Petter Nilsson; Staub, Yannick Schelbert; Menon, Furger; Uhr, Markus Grüter; Thunvall, Thomas Grüter, Billy Nilsson; Poletti, Koutny, Tassio Suter; Flütsch, Laely, Fiechter; Abt. – Bemerkungen: Zug United ohne Hietanen (krank) und Joshua Schelbert (verletzt). 58. Time-out Uster, danach ohne Goalie.

Zug United – Malans 7:2 (2:0, 2:1, 3:1)

Sporthalle. – 659 Zuschauer. SR Kronenberg/Kronenberg. – Tore: 4. Billy Nilsson (Abt) 1:0. 18. Fiechter (Ausschluss Staub!) 2:0. 21. (20:39) Thunvall (Billy Nilsson) 3:0. 29. Bärtschi (Vetsch) 3:1. 40. (39:38) Thunvall (Staub) 4:1. 43. Billy Nilsson (Staub/Ausschluss Buchli) 5:1. 52. Buchli (Friolet) 5:2. 54. Staub (Koutny/Ausschluss Camenisch) 6:2. 59. Thunvall (Petter Nilsson!/Ausschluss Suter!) 7:2 (ins leere Tor). – Strafen: 2-mal 2 Minuten gegen Zug; 3-mal 2 Minuten gegen Malans. – Zug: Petter Nilsson; Staub, Thomas Grüter; Menon, Yannick Schelbert; Markus Grüter, Furger; Thunvall, Abt, Billy Nilsson; Poletti, Koutny, Suter; Flütsch, Laely, Fiechter. – Malans: Vogt; Dan Hartmann, Camenisch; Tromm, Berry; Gartmann, Künzli; Nino Vetsch, Friolet, Nurmela; Buchli, Holenstein, Karlander; Bärtschi, Fehr, Patrick Vetsch. – Bemerkungen: Zug ohne Hietanen (krank), Joshua Schelbert und Uhr (beide verletzt). Malans ohne Obrecht, Veltsmid, Nett und Tim Braillard (alle verletzt). 56. Time-out Malans, danach bis Spielende meistens ohne Torhüter.

Stucki spielte doch nicht

Der Schwinger Christian Stucki (32), Unspunnensieger im vergangenen August, stand gegen Malans wie angekündigt auf dem Feld der Sporthalle (Ausgabe vom 2. Dezember). Aber im Gegensatz zu früheren Beteuerungen von Zug-United-Präsident Patrick Trachsel hatte der Verein keine Lizenz für ihn gelöst, womit die Aktion als Bluff enttarnt war. Stucki bestritt zwar das erste Bully des Abends, dieses zählte aber nicht zum Spiel. Der Applaus der grossen Kulisse war dem 32-jährigen Sympathieträger dennoch sicher. Das Dress mit der Nummer 99 spannte etwas über dem massigen Körper. Das «Reinzwängen» habe ihn davon abgehalten, an der Teambesprechung teilzunehmen, sagte Stucki später augenzwinkernd. (bier)


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