Motocross-Fahrer fliegen in Grosswangen durch die Lüfte

MOTORRAD ⋅ Eine Piste mit spektakulären Sprüngen und 180-Grad-Kurven sorgt für eindrückliche Impressionen: In Grosswangen misst sich die Crème de la Crème des Schweizer Motocross-Schaffens vor insgesamt rund 11 000 Besuchern.
10. September 2017, 23:08

Konzentriert strampelt Luca Bruggmann im Fahrerlager unter einem Zeltdach auf seinem Hometrainer. Er nutzt die Pause zwischen den beiden Läufen nicht nur dazu, mit unserer Zeitung den ersten Durchgang zu analysieren und seine bisherige Saison einzustufen, sondern auch, um fokussiert für den zweiten Start zu sein.

Der junge Pilot aus Liechtenstein konnte den ersten Lauf für in der MX2-Klasse (bis 250 ccm Hubraum) – eine der beiden wichtigsten Kategorien – für sich entscheiden. Im zweiten Lauf fuhr er auf Position zwei. Bruggmann nach dem Rennen: «Ich startete schlecht und fiel auf Rang 16 zurück. Schnell konnte ich einen guten Rhythmus finden und Plätze gutmachen. In der letzten Runde schloss ich noch zum Führenden auf, konnte aber nicht mehr überholen.» Mit dem Wochenende sei er aber zufrieden.

Spannung ist dank Grosswangen zurück

Dadurch wird es nach neun von zehn Rennwochenenden in der Schweizer Meisterschaft plötzlich noch einmal eng. Denn vor Grosswangen lag Kilian Auberson mit 375 Zählern vor Bruggmann mit 354 Punkten; die weiteren Konkurrenten lagen bereits uneinholbar zurück. Auf Luzerner Boden fand Auberson jedoch den Tritt respektive die Bodenhaftung nicht, und so konnte Bruggmann den Rückstand von 21 Punkten auf deren neun abtragen. Am 24. September in Amriswil TG ist somit plötzlich noch einmal für Spannung gesorgt.

Sogar noch enger ist die Ausgangslage dank dem Wochenende in der Innerschweiz in der höchsten Klasse, der MX Open (bis 450 ccm Hubraum). Jason Clermont zeigte zwei starke Läufe und zweimal einen zweiten Rang, wodurch er nur noch drei Punkte Rückstand auf Andy Baumgartner verbucht. Clermont kann im letzten Saisonrennen aus eigener Kraft den Titel in dieser Kategorie holen.

Er sei gerne hier, betonte Bruggmann schon vor dem zweiten Lauf: «Es hat viele Zuschauer, und in der Schweiz hat es bei vielen Pisten viele Steine. Hier nicht, daher ist der Boden griffig und linientechnisch sicher. Es gibt schöne Sprünge, was in der Schweiz selten ist.» 2013, beim ersten Rennen in Grosswangen, sei er verletzt gewesen, aber als Zuschauer angereist.

«Wichtig ist uns, dass das Ambiente einer Arena gleicht», sagt Marco Felber, als OK-Mitglied verantwortlich für Sponsoring und Presse. «Wenn nötig werden die Sprünge zum Beispiel nachgebaggert und ausgebessert.» Oder an der einen und anderen Stelle sogar leicht bewässert, da die Piste durch den Rennbetrieb sehr trocken wird.

Nach 2013 erschien Grosswangen nun zum zweiten Mal auf dem Rennkalender. Diesmal wurde der Anlass auf drei Tage ausgeweitet (Artikel vom 10. September »). Dem Veranstalter, dem «Töff Team Grosswangen», standen verschiedene andere Vereine als Helfer zur Seite, man helfe sich bei verschiedenen Anlässen jeweils gegenseitig. Die Region wusste es zu danken, 11'000 Besucher erschienen übers Wochenende zum Motocross-Spektakel. In den neun Kategorien starteten insgesamt rund 400 Fahrer.

Daniel Gerber

sport@luzernerzeitung.ch

Grosswangen. Motocross-SM. MX2 (2 Rennen): 1. Bruggmann (LIE), Yamaha, und Steffen, Honda, je 47 Punkte. 3. Auberson, KTM, 35. – Stand (18/20): 1. Auberson 410. 2. Bruggmann 401. 3. Seiler, 252. – MX Open (2 Rennen): 1. Guillod, Honda, 50 Punkte. 2. Clermont (FRA), Kawasaki, 44. 3. Schafer, Honda, 40. – Stand (18/20): 1. Baumgartner, 349. 2.Clermont, 346. 3. Furlato, 334.

  • Grosswangen Motocrosss
  • Luzerner Zeitung AG
  • Luzerner Zeitung AG

400 Motoren dröhnten am Samstag in Grosswangen: Es war ein Spektakel um um Punkte in der Schweizer Meisterschaft


Leserkommentare

Anzeige: