Der Trainer über Luzia Kessler: «Ein hoch motiviertes Talent»

UNIHOCKEY ⋅ Heute beginnt für Zug United mit der Verteidigerin Luzia Kessler die NLA-Saison. Die 18-Jährige gilt als Vorbild in der neu zusammengestellten Mannschaft. Von ihren hohen Zielen lässt sie sich auch von einer Verletzung nicht abbringen.
16. September 2017, 04:40

Luzia Blum

sport@zugerzeitung.ch

Luzia Kessler blickt mit gemischten Gefühlen auf die bevorstehende Unihockeysaison. Einerseits arbeitet sie auf die U19-Weltmeisterschaft in St. Gallen im Mai 2018 hin, wo sie mit der Nationalmannschaft mitspielen will. Andererseits zog sich die 18-Jährige vor vier Monaten eine Knieverletzung zu, aufgrund der sie im morgigen ersten Spiel der NLA-Saison nur für Teileinsätze auf dem Feld sein wird. Die Baarerin beginnt ihre vierte Saison bei Zug United.

Wegen einer Entzündung im Knie konnte Kessler das Sommertraining nicht wie geplant durchführen. Anstelle eines vollen Trainingsplans standen Grillabende mit der Familie oder Treffen mit Freundinnen auf dem Programm. «Es war auch mal cool, Zeit für mich zu haben», sagt Kessler, die eine Lehre als Konditorin-Confiseurin macht. In der vergangenen Spielzeit konnte sie bereits Auslanderfahrungen sammeln. Mit der U19-Nationalmannschaft gewann die Verteidigerin diesen Frühling Gold an den Prague Games. Ausserdem bestritt sie in einem finnischen Team ein Turnier in Schweden, mit vier weiteren Zugerinnen.

Unihockey statt Seilspringen

Vor sechs Jahren entschied sich Kessler, nachdem sie beinahe eine Karriere im Rope Skipping begonnen hatte, fürs Unihockey. Damals nahm sie ihr jüngerer Bruder mit ins Schulsport-Training bei den White Indians Inwil-Baar. «Ich mag Unihockey, weil es eine schnelle Sportart ist», sagt sie. Nachdem sie drei Jahre in Baar bei den B-Juniorinnen gespielt hatte, wechselte sie zum Leistungssportverein Zug United. Nach einem Jahr durfte Kessler in der ersten Mannschaft spielen. Ausserdem wurde sie für die U19-Nationalmannschaft aufgeboten.

Kessler ist begeistert von «ihrer» Mannschaft in Zug. «Wir sind ein junges, motiviertes Team», sagt sie. Auf die heute beginnende Saison hin wurde über die Hälfte der Spielerinnen ausgewechselt (siehe Box). Im Vergleich zur letzten Spielzeit würden nun mehr Spielerinnen Deutsch sprechen. «Wir verstehen uns dadurch besser», sagt Kessler. «Ich will meinem Team helfen und meine Erfahrungen einbringen. Ich erwarte, dass wir bis zum Schluss kämpfen, auch wenn wir nicht die besten Voraussetzungen haben. Wenn wir zusammenhalten, sind wir in der Lage, alle zu schlagen», ist sie überzeugt.

Vorbild mit erst 18 Jahren

Der Trainer Jürg Kihm, der neu zum Verein stiess, sagt über die Baarerin: «Luzia ist ein hoch motiviertes Talent. Trotz ihrer jungen Jahre hat sie schon eine Vorbildfunktion.» Dies hat auch Kessler festgestellt. Auf die Frage nach ihrem Vorbild nennt sie Martina Gasner, die bei Zug United spielte und nach der vergangenen Saison zurücktrat. «Sie war immer bereit für jeden Match. Sie motivierte das Team stets und gab nie auf», begründet Kessler.

Das erste grosse Ziel der Verteidigerin in der bevorstehenden Saison sind die U19-Heimweltmeisterschaften. Danach würde sie gerne in einem neuen Verein um Schweizer-Meister-Titel und Cupsieg spielen. Längerfristig kann sie sich vorstellen, ins Ausland zu wechseln. Doch vorerst wird sie sich um die Folgen ihrer Knieverletzung kümmern müssen. «Das kommt schon gut», ist sie überzeugt und lacht.


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