Eine Frage beschäftigt den Aufsteiger

UNIHOCKEY ⋅ Zug United beginnt die NLA-Saison heute beim ambitionierten HC Rychenberg Winterthur. Das Kader hat kaum Änderungen erfahren – reicht das für ein besseres Abschneiden als in der bislang einzigen Spielzeit in der höchsten Liga?
16. September 2017, 04:40

Auf Zug United wartet nach dem zweiten NLA-Aufstieg der Vereinsgeschichte eine Reise ins Unbekannte. Zwar absolvierten die Zentralschweizer in der Vorbereitung mehrere Vergleiche mit den neuen Ligakonkurrenten; doch diese Vergleiche sind immer schwer einzuordnen. Die Zuger zeigten aber, dass sie ein zäher Gegner sein werden. Niederlagen gegen die als Titelanwärter in die Saison startenden Alligator Ma­lans und Floorball Köniz stehen positive Ergebnisse gegen den UHC Uster, den UHC Thun und die Unihockey Tigers gegenüber, die gemäss den allgemeinen Einschätzungen direkte Konkurrenten sein dürften.

Diesmal fand kein grosser Umbruch statt. Das ist ein Unterschied zur bislang einzigen NLA-Saison 2011/2012, als die Zuger die Qualifikation mit 21 Niederlagen in 22 Matches beendeten und schliesslich abstiegen. Markanteste Personalveränderungen waren die Abgänge von Vater und Sohn Rantala. Trainer Jarkko Rantala kehrte aus familiären Gründen in die Heimat zurück und ist von seinem bisherigen Assistenten Sascha Rhyner beerbt worden. Das grosse Talent Joona Rantala läuft in dieser Saison für die Farben des finnischen Meisters Classic Tampere auf. Der U19-Weltmeister wurde durch den Tschechen Jiri Koutny ersetzt. Ansonsten können die Zuger auf das Gerüst des erfolgreichen Aufstiegsteams bauen.

Zahlreiche Änderungen in Winterthur

Anders zeigt sich die Situation beim heutigen Auftaktgegner ­Rychenberg Winterthur (19.00, Oberseen). Er erlebte im Sommer einen kleinen Umbruch. Einige Schweizer Stammkräfte traten zurück oder befinden sich auf einer längeren Auslandreise. Hingegen verstärkt der Bündner Linard Parli nach zwei Wanderjahren in Schweden den HCR, der als einziges Team seit der Gründung der NLA (1983) in der höchsten Liga spielt. Der schlaksige Stürmer gehört zu den feinen Technikern und ist wohl einer der schnellsten Unihockeyspieler. Nach seiner Rückkehr in die Schweiz lagen ihm verschiedene Angebote vor. Die Wahl auf Winterthur begründete er mit den Chancen, dort um Titel spielen zu können.

Ansonsten sind die Stars im Winterthurer Ensemble mit einem schwedischen oder finnischen Pass ausgerüstet. Rasmus Sundstedt wurde mit Schweden zweimal Weltmeister und durfte sich auch bereits die Goldmedaille als schwedischer Champion umhängen lassen. Dies gilt auch für Fredrik Holtz, den schussgewaltigen schwedisch-deutschen Doppelbürger, der bereits die dritte Saison mit den Winterthurern in Angriff nimmt. Ergänzt wird das Ausländerquintett mit den Finnen Kari Koskelainen, Niklas Niiranen und dem torgefährlichen Hünen Mikko Hautaniemi.

Winterthur hat zuletzt enttäuscht

Frischen Wind gibt es bei Winterthur vor allem an der Bande. Der Trainer Rolf Kern wird in dieser Saison von seinem langjährigen Weggefährten Philippe Soutter – dem Schillerfalter der Szene – sowie Daniel Costa assistiert. Vor allem das Saisonende hinterliess beim HCR einige Wunden: Scheinbar sicher in Führung liegend im Cupfinal, brachen in der Mannschaft plötzlich alle Dämme. GC entriss dem Kantonsrivalen den Titel und in den Playoffs scheiterte der HCR nach beeindruckender Qualifikation letztlich kläglich: 1:4 im Viertelfinal gegen die Tigers Langnau.

Nach dem Auftakt in die Meisterschaft geht es für Zug morgen im Schweizer Cup gegen einen alten Bekannten weiter. Im Sechzehntelfinal wartet Ticino Unihockey (18.00, Bellinzona). Der NLB-Vertreter war in der Vorsaison Gegner im Playoff-Viertelfinal und leistete zähere Gegenwehr, als die Resultate vermuten lassen. Gerade zu Hause sind die Tessiner mit dem Star Mikael Karlsson ein unangenehmer Gegner.

 

Peter Rohner

sport@zugerzeitung.ch

Saison 2017/2018

Zug United. Kader. Tor: Petter Nilsson (Jg. 1987), Florian Bär (94). Feld: Simon Abt (95, neu, Doppellizenz ESV Eschenbach), Giona Crivelli (98, neu Ticino), Steven Fiechter (88), Peter Flütsch (96, neu Malans), Adrian Furger (95), Markus Grüter (89), Thomas Grüter (89), Aki Hietanen (91), Jiri Koutny (92, neu Brno), Marco Laely (94), Andrea Menon (95), Matthias Müller (89), Billy Nilsson (89), Sandro Poletti (91), Joshua Schelbert (92), Yannick Schelbert (90), Manuel Staub (95), Tassio Suter (90), Marcus Thunvall (91), Adrian Uhr (95).


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