Beachvolleyball: Erst baggern, dann feiern

SURSEE ⋅ Hochbetrieb im Städtli Sursee während vier Tagen. Viel Sommerfeeling war angesagt, dank einem Center Court, viel Sand und noch viel mehr Sonne.
20. Juni 2017, 04:39

Theres Bühlmann

theres.buehlmann@luzernerzeitung.ch

Es wurde geschwitzt, gekämpft, gefeiert und – gebaggert. Wobei letzteres Wort ja viele Interpretationen offenlässt. Im Volleyball, und besonders im Sand, gehört Baggern zum Repertoire eines jeden Spielers und bedeutet, kurz gesagt, unteres Zuspiel. Und wo immer sich ambitionierte Volleyballer duellieren, ist auch sie zu beobachten: die geheime Zeichensprache hinter dem Rücken. Dies und noch viel mehr gab es am Wochenende beim traditionellen Städtliturnier in Sursee zu sehen. Die Altstadt verwandelte sich in eine veritable Beacharena, Sommer, Sonne und Sand, dies alles erzeugte durchaus ein wenig Ferienfeeling.

Bevor sich die rund 500 Spielerinnen und Spieler an die Arbeit machen konnten, stand dem OK einiges an Arbeit bevor. So auch das Bereitstellen des Center Court in der Altstadt. Benötigt wurden dazu 120 Tonnen Quarzsand, importiert aus Frankreich, um so den Qualitätsansprüchen zu genügen. Vor allem darf kein Lehm enthalten sein, damit der Sand bei Nässe nicht hart oder klumpig wird. Dann stand dem viertägigen Anlass, den rund 90 Stunden Beachvolley mit 248 Partien, nichts mehr im Wege.

Ein Anlass für die ganze Familie

Die Zuschauer suchten einen Platz unter den Sonnenschirmen oder begutachten das Szenario von den benachbarten Restaurants aus. Familien nutzten den samstäglichen Einkauf zu einem Zwischenstopp im Städtli mit Kind, Puppenwagen und Hund. Für die ganz Kleinen gab es einen Mini-Center-Court in Form eines Sandkastens. Jeder gelungene Spielzug wurde applaudiert oder kommentiert, «schönes Zusammenspiel, toller Service». Der Verbrauch von Getränken und Sonnenschutzmittel war hoch, letzteres übrigens teilweise vom Schweizerischen Verband zur Verfügung gestellt. Eincremen hiess die Devise, für Spielerinnen und Spieler genauso wie für die Zuschauer. Mütter sorgten dafür, dass Nachwuchsakteure die Partien mit Kopfbedeckung in Angriff nahmen. «Ohne Hut geht das heute aber gar nicht.»

Einer behielt immer und überall kühlen Kopf: OK-Präsident Daniel Kaufmann, der seit dem Bestehen des Turniers, und das sind immerhin schon 18 Austragungen, dieses Amt innehat und die ganze Entwicklung mitmachte. «Alles ist natürlich viel grösser geworden, mehr Spielerinnen und Spieler und ein höherer Aufwand beim Catering», sagte der 50-Jährige. «Und», schob er nach, «ich habe wettermässig ja schon alles erlebt, einmal schneite es beinahe.» Er sei auch froh über die vielen treuen Sponsoren, und sein Blick schweifte über die Häuserwand in der Altstadt, an der die vielen Werbeplakate hingen.

Rund 120 Helfer, alle aus den Reihen des VBC Sursee, sorgten während dieses Anlasses für einen reibungslosen Ablauf. Dazu gehörten auch Ballmädchen und Ballbuben. Und «Täfeler», das sind jene guten Geister, welche die Resultattafeln per Hand nachführten, um so den Spielstand anzuzeigen. Diese konnten es sich in Strandkörben bequem machen, alles schön im Schatten.

Turnier mit breit- gefächerter Palette

Gespielt haben nicht nur die Routinierten, Ambitionierten und Versierten aus dem In- und Ausland, das Turnier zeichnet sich durch eine breitgefächerte Palette aus, für jede und jeden war etwas dabei: Mixed, Plausch- und Vereinsturniere, aber auch Firmen und Schulklassen versuchten sich in dieser Sportart. Bei der Coop Junior Beachtour kämpfte der Nachwuchs um Punkte für die Qualifikation zur Schweizer Meisterschaft. Einige der Spiele gelangten auf den vier Beachfeldern beim Surseer Strandbad zur Austragung, am Freitag hatten dort unter anderen die Equipen der Schüler und Jugendkategorien ihren Auftritt. Erst gab es Instruktionen, «bitte Aufschläge nur von unten», und dann ging es los, etwas zaghaft die einen, mit viel Biss die anderen. Für die Mädels der Gruppe «AK 17» reichte es beim Schüler-/Jugendturnier (Mädchen Oberstufe 7.–9. Klasse) zum Kategoriensieg. Mit dabei war auch die 15-jährige Lea Meier aus Oberkirch, die seit fünf Jahren Volleyball spielt, allerdings im Sand Premiere feierte. Sie mag es, draussen zu spielen, «und mir gefällt vor allem die Atmosphäre im Städtli». Auch sie gehörte zu jenen, die später beim «Täfele» am Center Court anzutreffen waren.

Gewinn geht an den Surseer Nachwuchs

Gestern Montag begann der Abbau, dann heisst es für das OK analysieren, Bilanz ziehen. Der Gewinn wird in die Jugendförderung beim VBC Sursee investiert. Und auch der Sand ist wieder abgetragen, ein Teil davon ging nach Zermatt, der andere findet bei den Beachfeldern beim Strandbad Verwendung.

Man wird sich aber noch lange an die vergangenen Turnierabende erinnern, da verwandelten sich die Anlagen neben dem Center Court im Städtli zu einem Hotspot für Nachtschwärmer.

Hinweis:Infos: www.beachvolleysursee.ch


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