Eschenbachs toller Lauf hält an

2. LIGA INTER ⋅ Der FC Eschenbach wehrt sich weiter gegen einen 2.-Liga-inter-Abstieg. Im Seetaler Derby gegen den FC Hochdorf schaute ein verdienter 2:0 (1:0)-Sieg heraus.
13. Juni 2017, 08:10

Ruedi Vollenwyder

regionalsport@luzernerzeitung.ch

Wer hätte das erwartet? Auch eine Runde vor Schluss der Meisterschaft kann der FC Eschenbach den Kopf noch aus der Abstiegsschlinge ziehen. Dank einem verdienten 2:0-Derbysieg gegen den FC Hochdorf ist das Team von Trainer Glenn Meier immer noch «im Geschäft». Captain Peter Mazoll freut’s: «Vor sieben Wochen waren wir so gut wie abgestiegen, hatten 11 Punkte Rückstand auf einen Nichtabstiegsplatz.» Dank einem gewaltigen Effort mit 14 Punkten aus sechs Partien haben die Seetaler Vedeggio Calcio hinter sich gelassen und liegen nur noch einen Zähler hinter dem SC Goldau und deren drei hinter dem FC Perlen-Buchrain. Der letzte Match auswärts gegen den FC Hergiswil wird wohl über die Zukunft der Eschenbacher entscheiden.

Das Derby gegen den FC Hochdorf war denn auch alles andere als ein Spaziergang. «Hochdorf hat uns in diesem Match überhaupt nichts geschenkt. Wir mussten alles geben, um als Sieger vom Feld gehen zu können», bilanzierte der 33-jährige Routinier Mazoll. Und deshalb ist dieser Sieg für die Eschenbacher umso wertvoller. Mazoll legt nach: «Die Stimmung in der Mannschaft ist gegenwärtig nicht zu toppen. Alle ziehen mit, und dieses Hoch stimmt mich, trotz dem Schock des unerwarteten Trainerwechsels, für den letzten Match zuversichtlich.»

Glenn Meiers emotionaler Abschied

Es war vor der grossen Zuschauerkulisse ein spektakuläres Derby. Technisch sicher nicht auf allerhöchstem Niveau, dafür war diese Partie von grosser Leidenschaft geprägt. So richtig lanciert wurde der faire und vom Schiedsrichter sehr umsichtig geleitete Match in der 19. Minute durch das Führungstor von Abwehr­regisseur Marco Zimmermann. Er verwertete einen Cornerball von Jan Walker mit dem Kopf zum bejubelten 1:0 für die Eschenbacher. «Da haben wir überhaupt nicht aufgepasst», massregelt Hochdorfs Captain Alois Bucheli das Abwehrverhalten. «Überhaupt», analysiert er weiter, «war unser Auftreten nicht gerade clever. Der Zug nach vorne fehlte genauso wie die zwingenden Torchancen.» Und er ärgert sich nach der Niederlage: «Dieser verlorene Match wurmt mich gewaltig. Denn in einem Derby zählt nur der Sieg.» Dieser Eschenbacher Derbysieg wurde in der 68. Minute «genagelt»: Der kurz zuvor eingewechselte Luca Baumann spielte nach einem Konter mit einem tollen Zuspiel Arnel Mehicic frei, der den auch nicht gross beschäftigten Goalie Patrick Schmidt zum 2:0 überlistete. Die Truppe um Glenn Meier, der den Verein nach fünf Jahren als Spieler und drei Trainerjahren verlässt, liess in der Folge nichts mehr anbrennen. Meier emotional: «Der letzte Match in Hergiswil wird zum Wahnsinn.» Ruhiger agierte Peter Mazoll: «Ein Blick auf die Rangliste nützt nichts. Aber wir gehen dank unserem gegenwärtig tollen Lauf positiv gestimmt in den Match gegen die Hergiswiler. Dann werden wir sehen, was herauskommt.»

Ein Hintertürchen im Abstiegskampf bleibt offen

Dank dem Rückzug des FC Seefeld (1.-Liga-Absteiger), der sich vom Amateurspitzenfussball zurückzieht und einen Neubeginn in der 2. Liga regional anstrebt, wird in der 2. Liga inter ein zusätzlicher Platz frei. Deshalb wird der beste Drittletzte aller sechs Gruppen den Ligaerhalt schaffen. Die beste Ausgangslage hat eine Runde vor Schluss der FC Eschen­bach (29 Punkte) vor Farva­gny/Ogoz (28) aus der Gruppe 2 und dem FC Lenzburg (27) aus der Gruppe 5.


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