Hier braucht es viel Mut

RAD ⋅ Das Red Bull Velodux in Estavayer-le-Lac ist ein Radquer auf einer einzigartigen Strecke – aber auch ein abwechslungsreicher Event für die ganze Familie.
07. November 2017, 08:34

Thomas Winterberg

regionalsport@luzernerzeitung.ch

Zum dritten Mal wurde das Red Bull Velodux am letzten Samstag im freiburgischen Estavayer-le-Lac ausgetragen. Ein Radquer-Rennen, das viel mehr als nur ein herkömmliches Cross-Rennen ist. Beim Red Bull Velodux braucht es neben einer ausgezeichneten Form auch ein feines Steuerhändchen und eine ordentliche Portion Mut. Verantwortlich dafür ist der Streckenverlauf: Nach einem Le-Mans-Start zur Materialbox, wo auf das Rad gewechselt wird, geht es via Kopfsteinpflaster, Steilwandkurven und Treppen mitten durchs Schloss, durch die Altstadt und die Umgebung.

Die Organisatoren gingen sogar noch weiter und organisierten eine künstliche Sandpassage, Steinhindernisse sowie ein Wasser- und Schlammbecken, welches mit dem Rad durchquert werden musste. Hatte man eine Runde geschafft wurde im Staffelmodus gewechselt, und der Teampartner ging auf die Strecke. Normal, wie bei einem gewohnten Radquer, war hier nur die Renndauer. Nach etwas mehr als einer Stunde stand das Siegerteam im Elitefeld fest. Einer der beiden besten dieser wagemutigen Radsportler war wie schon bei der zweiten Austragung 2015 der im Kanton Zug wohnhafte Nicola Rohrbach (Edlibach).

Rohrbach schlägt Cancellara, Flückiger & Co.

Zusammen mit dem Mountainbikespezialist Lars Forster, welcher als Sieger der allerersten Austragung 2014 hervorging, holten sich die beiden jeweils ihren zweiten Erfolg, nachdem sie sich einen harten Fight gegen die Flückiger-Brüder Lukas und Mathias geliefert hatten. Ebenfalls am Start stand Fabian Cancellara, der zusammen mit Patrick Seabase antrat und 25. wurde.

Einer, der sich diesen Event auch zum dritten Mal nicht entgehen liess, war der gebürtige Luzerner Profi Pirmin Lang. Sein Rennpartner war der ehemalige Cyclocrosser und sechsfache Schweizer Meister Christian Heule. Ein vielversprechendes Duo also. Doch Profi Pirmin Lang nahm den Wind bereits vor dem Start wieder aus den Segeln. «Eine Fahrweise auf Biegen und Brechen ist für mich kein Thema. Und auf einer solchen Strecke ist das unumgänglich, wenn du gewinnen willst», erzählt der 32-Jährige. Ein Erlebnis ist es für Lang trotzdem. «Ich mag solche Anlässe. Es hat für jeden etwas dabei. Ein spektakuläres Rennen für Zuschauer und Teilnehmer, tolles Essen, anständiges Wetter, und auch für die Kids ist der Tag abwechslungsreich. Kurz gesagt, es ist ein Event für die ganze Familie.» Damit meint Lang nicht nur die eigene Familie, sondern auch die gesamte Radsportfamilie. «Das aussergewöhnliche Rennformat sorgt dafür, dass sich hier Radsportler aus den verschiedensten Disziplinen zu einem Event treffen. Und zwar sowohl aktive Athleten als auch ehemalige Spitzenfahrer.»

Man trifft sich, und man kennt sich. Und auch wenn Lang zusammen mit Heule nicht «auf Biegen und Brechen» unterwegs war, reichte es am Schluss für ein ansehnliches Resultat. Als Elfte verpasste das Duo die Top Ten nur knapp. «Es war hart. Ich musste ganz schön leiden, doch am Ende war es trotzdem cool», so Lang zum Schluss.

Hinweis

Mehr unter: www.redbull.com/ch-de/events/red-bull-velodux


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