Hitzkirch überrascht in Emmenbrücke

3. LIGA, GRUPPE 2 ⋅ Emmenbrücke verliert gegen Hitzkirch 1:2. Während die Seetaler den Sieg ausgiebig feiern, herrscht bei der Gersag-Truppe Frust pur.
12. September 2017, 07:41

«Das war beeindruckend, was meine Spieler auf dem Gersag-Rasen zeigten», so Hitzkirchs Trainer Mesut Gündem (38) nach dem Gastspiel bei Emmenbrücke. Sein Team düpierte einen Favoriten für die Aufstiegsspiele mit 2:1. «Wir kämpften unermüdlich, holten blaue Flecken und zeigten Herzblut bis zur 93. Minute. Ich bin erleichtert, dass wir als Aussenseiter die Überraschung schafften», freute sich Gündem. Damit bewiesen die Seetaler, dass in ihnen einiges an Qualität schlummert. Erst vor einer Woche besiegten die Hitzkircher mit Nottwil einen weiteren Anwärter für die Promotionsspiele. Gündem: «Mit Nottwil und Emmenbrücke haben wir zwei Grosse dieser Gruppe geschlagen. Das zeigt mir, was mit dieser Truppe möglich ist.» Was genau? Assistenztrainer Besfort Demaj (36) ergänzt: «Wir wollen uns in der Liga etablieren und ein standfester Drittligist werden. Klar schielen wir mit einem Auge auch nach oben zu einem Platz unter den Topteams. Das muss auch der Ehrgeiz jedes einzelnen Akteurs sein, vorne mitspielen zu wollen und weiterzukommen.»

Hitzkirch hat sich vom Saisonstart erholt

Das junge Team der Hitzkircher besteht aus 100 Prozent Spielern aus der Region Seetal. Gündem: «Das ist ein Vorteil, dass wir in der Region verwurzelte Akteure haben. Sie sind mit Herz dabei. Es ist auch unser Ziel aus dem Team Seetal – dem Nachwuchs-Gemeinschaftsprojekt der Vereine Hochdorf, Eschenbach und Hitzkirch – talentierte Hitzkircher in das Fanionteam zu integrieren.» Mit zwei Siegen und zwei Niederlagen (0:4 gegen Horw; 0:3 gegen Hildisrieden) stehen die Seetaler auf dem siebten Rang. «Wir sind auf Kurs und haben nach den Startniederlagen nun eine starke Reaktion gezeigt. Mit uns ist zu rechnen. In dieser Gruppe können wir gegen jeden Gegner mithalten», glaubt Hitzkirchs Schlussmann Nermin Badic. Der 21-Jährige avancierte auch zum Matchwinner, als er in der Schlussphase eine Glanztat zeigte und sein Team vor dem 2:2-Ausgleich bewahrte. Gefeiert wurde dieser Sieg übrigens in der Stadt Luzern. «Du besiegst nicht jeden Tag ein Emmenbrücke. Das gibt ein, zwei Bierchen», lachte Demaj. Übrigens: im IFV-Cup stehen die Seetaler im Sechzehntelfinal. Dort wartet Ende September mit dem 5.-Ligisten Blau Weiss Zug eine vermeintlich leichte Aufgabe.

Emmenbrücke fehlten zwei Schlüsselspieler

Gar nicht zufrieden war der neue Emmenbrücke-Trainer Jean-Daniel Gross nach Spielschluss. Mit zwei Siegen, einem Unentschieden und einer Niederlage steht sein Team nur auf dem sechsten Rang. «Die Tabelle lügt nicht, derzeit verdienen wir nicht mehr. Das muss ich klar sagen.» Man befinde sich immer noch in der Findungsphase. «Ich habe viel Arbeit vor mir. Momentan funktioniert nur das Mittelfeld. Offensiv fehlt die Kaltschnäuzigkeit und Durchschlagskraft, in der Defensive sind wir zu anfällig», monierte der 51-Jährige. Mit den beiden Offensivkräften Stefano Izzo (verletzt) und Robin Hrgota (gesperrt) fehlten ihm zwei wichtige Stürmer. Gross: «Es sind sicher Spieler, die den Unterschied ausmachen können. Doch das Fehlen möchte ich nicht als Entschuldigung für die Niederlage gelten lassen. Es stehen noch andere Akteure auf dem Platz.»

 

Michael Wyss

regionalsport@luzernerzeitung.ch


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