Hünenberg bremst Urner Höhenflug

UNIHOCKEY ⋅ Der 2.-Ligist Floorball Uri schloss die Hinrunde auf dem verblüffenden zweiten Platz ab. Der Start in die Rückrunde hingegen ist missglückt – 4:7-Heimniederlage gegen Hünenberg.
05. Dezember 2017, 09:59

Urs Hanhart

urs.hanhart@luzernerzeitung.ch

Das in der 2. Liga spielende Männerteam von Floorball Uri überrascht in dieser Saison alle. Die Mannschaft musste im Vorfeld wegen Abgängen von acht Stammspielern völlig neu formiert werden. Dementsprechend tief wurden denn auch die Erwartungen gesetzt.

Doch die Verjüngungskur mit vielen Akteuren aus dem eigenen Nachwuchs zeitigte erfreuliche Auswirkungen. Die junge Truppe spielte in der Hinrunde frisch und frech auf und musste in neun Partien nur gerade zwei Niederlagen hinnehmen. Die einzigen Taucher gab es in der Auftaktrunde gegen das Viertklassierte Einhorn Hünenberg (3:6) und am fünften Spieltag gegen den Tabellendritten Dübendorf (2:3).

Im Schlussdrittel überfahren worden

Am vergangenen Sonntag beim Start in die Rückrunde verpassten die Urner vor heimischer Kulisse eine gute Gelegenheit, sich an Hünenberg zu revanchieren. Die Platzherren gingen bereits in der sechsten Minute durch einen Schlenzer von Severin Moser in Führung. Hünenberg glich zwar acht Minuten später aus, doch kurz vor Ablauf des ersten Drittels bescherte Silvio Halter seinem Team mit einem spektakulären Schuss aus der Drehung das 2:1. Im Mitteldrittel hätten die Gastgeber gut und gerne noch weiter davonziehen können. Doch Sandro Riolfi verschoss einen Penalty, und zudem wurden weitere gute Möglichkeiten aus dem Spiel heraus versiebt.

Zu Beginn des Schlussdrittels eröffneten sich den Gelb-Schwarzen gleich mehrere Konterchancen, die jedoch allesamt nicht in Torerfolge umgemünzt werden konnten. Die Quittung dafür folgte auf dem Fuss. Jérôme Andermatt erzielte für Hünenberg mit einem satten Weitschuss das 2:2. Kurz darauf brachte Riolfi mit einem Sonntagsschuss die Gastgeber nochmals in Führung (3:2). Danach war das Pulver jedoch verschossen.

Die Gäste setzten nun zu einem fulminanten Schlussspurt an und markierten innerhalb von sieben Minuten nicht weniger als fünf Treffer. Diesem Feuerwerk hatten die bis zuletzt tapfer kämpfenden Urner nichts mehr entgegenzusetzen.

Aufstieg vorderhand noch kein Thema

Trotz der letztlich recht deutlichen 4:7-Niederlage, der ersten in der heimischen Feldli-Arena in dieser Saison, war Floorball-Uri-Trainer Adrian Wipfli keineswegs frustriert, im Gegenteil: «Mein Team hat eine starke Leistung gezeigt. Es ist ihm gelungen, als Underdog das auf dem Papier stärkste Team der Liga an den Rand einer Niederlage zu bringen. Leider sind uns in der Schlussphase zu viele Fehler unterlaufen.» Unter dem Strich habe man eine ziemlich unglückliche Niederlage kassiert. «Aber im Unihockey ist halt sehr viel möglich. Ein Spiel kann in kurzer Zeit gedreht werden.»

Den bisherigen Erfolg erklärt Wipfli mit dem «super Teamgeist. Jeder gibt stets sein Bestes». Einen Aufstieg in die 1. Liga Ende Saison hält der Trainer für eher unwahrscheinlich. Zur Zielsetzung verrät er: «Wir möchten weiterhin vorne mitspielen. In zwei bis drei Jahren könnte es dann durchaus klappen mit dem Aufstieg, sofern unsere erfahrenen Akteure bis dahin weitermachen.»

Männer, 2. Liga

Uri – Hünenberg 4:7 (2:1, 0:0, 2:6)

Feldli. – 200 Zuschauer. – SR Berchtold/Grimm. – Floorball Uri: Waltert/Bucher; R. Imholz, R. Arnold (1 Tor), Kempf, Moser (1), Riolfi (1), Halter (1), Müller, U. Arnold, Tresch, Müller, M. Imholz, Weltert, Mathys, M. Arnold, Marx, Herger. – Hünenberg: Crapenzano; Andermatt, Barmettler, Bieri, Frautschi, Gemperle, Gerig, Gmünder, Henggeler, Hochter, Käppeli, Kilchmann, Lienert, Oderbolz, Schuler, Schweiger, Suter.


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