Jagd nach den Fähnchen

FOOTBALL ⋅ Erstmals geht in der Innerschweiz ein Spieltag über die Bühne. Ursprung beim Gastgeber, den Luzern Pikes, war eine beherzte Schlammschlacht im Winter.
13. Juni 2017, 05:00

Daniel Gerber

regionalsport@luzernerzeitung.ch

Majestätisch brummt eine Ju-52 mit ihren drei knorrigen BMW-Motoren just um 10 Uhr am Samstagmorgen südlich von Luzern. Jäh fliegt der Pilot eine zusätzliche Schlaufe – gerade so, als wolle er die Luzerner Flag-Football-Premiere von seinem Hochsitz aus nicht verpassen und auch die Passagiere daran teilhaben lassen.

  • Beim «Game Day» in Luzern bestritten sechs Flag-Football-Teams je zwei Spiele, zudem massen sich mehrere U13- und U16-Mannschaften. (© Dominik Wunderli (LZ))
  • Die Qualifikation wird an sieben Turniertagen gespielt, anschliessend folgen die Playoffs. (© Dominik Wunderli (LZ))
  • Die Pikes machten nun Luzern erstmals zum Zentrum der Schweizer Flag-Football-Welt. (© Dominik Wunderli (LZ))

Erstmals geht in der Innerschweiz ein Spieltag über die Bühne. Ursprung beim Gastgeber, den Luzern Pikes, war eine beherzte Schlammschlacht im Winter.

Zu sehen gibt es einiges, so etwa, wenn Jan Weis, die Nummer 69 von Gastgeber Luzern, mit einem Hechtsprung den scheinbar bereits durchgebrochenen Angreifer der Winterthur Red Lions einholt. Er reisst das eine der beiden Fähnchen aus dem Gürtel – womit der Sturmlauf der Zürcher beendet ist. Beim «Game Day» in Luzern bestritten sechs Flag-Football-Teams je zwei Spiele, zudem massen sich mehrere U13- und U16-Mannschaften.

Pionierarbeit in der Innerschweiz

«Die Qualifikation wird an sieben Turniertagen gespielt, anschliessend folgen die Playoffs», erklärt Marcandrea Hunkeler den Meisterschaftsmodus. Jeder Club ist verpflichtet, nach Möglichkeit alle zwei Jahre einen Turniertag auszurichten. Die Pikes machten nun Luzern erstmals zum Zentrum der Schweizer Flag-Football-Welt. «Da unser Verein noch recht jung ist, hätten wir noch ein Jahr mit dem ersten Spieltag warten dürfen, doch wir wollten bereits eines organisieren, um den Sport zu promoten und um Talente für eine U13-Mannschaft zu gewinnen.»

Mehrere Pikes-Athleten spielten zuvor im Football-Team der Luzerner Lions mit, «darunter auch ich», erinnert sich Marcandrea Hunkeler an den Beginn der Pikes-Geschichte zurück. «Mehreren von uns war der Aufwand neben dem Studium zu gross.» Durch den Vollkontakt im American Football ist ein umfangreicher und damit zeitintensiver Kraftaufbau erforderlich. «Doch Liebe und Leidenschaft zum Football waren da.»

Aus den USA war den jungen Sportlern die sanftere Variante namens Flag-Football bekannt. Bei dieser tragen die Athleten einen Gürtel, bei dem links und rechts der Hüfte ein Fähnchen eingestöpselt ist. Im Spiel muss nicht der Gegner zu Fall gebracht werden, sondern die Flagge herausgezogen werden. «Im Winter 2015/16 trafen wir uns zu sechst auf der Allmend und spielten einfach zur Freude drei gegen drei.» Eine freudvolle Schlammschlacht sei dies gewesen. «Wir waren mit Herzblut dabei und bemerkten bald, dass es einen Verband gibt.»

2016 spielte Luzern die erste Saison. «13 Teams waren in der Liga, die Playoffs werden mit sechs Mannschaften ausgetragen. Wir verpassten diesen Rang erst am letzten Spieltag knapp», so Marcandrea Hunkeler.

Inzwischen ist das Team gewachsen, mehrere Spieler sind dazugekommen, und der Aufbau einer U13 ist im Gange. «Diese wird gemeinsam mit dem Football-Team der Luzern Lions geführt.» Football darf erst im Alter von 16 Jahren gespielt werden, Flag-Football in jedem Alter. Die Nachwuchsabteilung der Luzern Pikes dient sowohl den Lions wie auch den Pikes selbst.

Pikes bleiben ungeschlagen

An diesem Samstag massen sich die Pikes mit den beiden Giganten der Liga, mit den Winterthur Red Lions, welche sämtliche ihrer bisherigen Saisonspiele siegreich zu gestalten wussten, sowie den Zurich Instruders. Die Pikes triumphierten dennoch mit 35:26 Punkten gegen die Lions, und gegen die Instruders erfolgte ein 19:19-Unentschieden. Somit bleibt das Innerschweizer Team nach vier Saisonspielen ungeschlagen und ist Zweiter.


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