Mit Ebikon ist wieder zu rechnen

FUSSBALL ⋅ Drittligist Ebikon knöpft Nottwil einen Punkt ab. Die Rontaler sind zufrieden mit dem Saisonverlauf, und die Nottwiler sind ein Topkandidat für die Aufstiegsspiele.
17. April 2018, 08:50

Michael Wyss

regionalsport@luzernerzeitung.ch

«Wir müssen gewinnen, wenn wir weiter mit einem Spitzenplatz liebäugeln wollen», gab Ebikons Trainer Viktor Vrhovac (47) vor dem Duell gegen Nottwil bekannt. Dies taten seine Schützlinge zwar nicht, aber sie holten gegen den Absteiger aus der 2. Liga einen Zähler (2:2) und unterstrichen damit einiges an Qualität. «Mit dem Remis bin ich zufrieden. Es war eine starke Leistung», so Vrhovac. Mit beherztem Fussball und mentaler Frische (0:1 und 1:2 Rückstand wettgemacht) verdienten sie das 2:2.

Die Ebikoner, die zu 100 Prozent aus Spielern mit Stammverein FC Ebikon bestehen, überraschten bisher positiv. Vor allem die ganz jungen Akteure, die ihr Rüstzeug zusätzlich im Team Rontal (Nachwuchsprojekt des SK Root, FC Perlen-Buchrain und FC Ebikon) holten, sind ein Versprechen.

Trainer-Trio musste bei «Null» anfangen

FCE-Präsident Beat Niederberger (54): «Die Entwicklung stimmt positiv. Es macht Freude, dieses Team spielen zu sehen. Wir möchten wieder zu einem 3.-Liga-Spitzenteam reifen. Ich mache auch kein Geheimnis daraus, dass ich uns mittelfristig wieder in der 2. Liga sehe. Unsere Infrastruktur auf der Risch lässt dies zu.» Gut möglich ist, dass die Rontaler die Aufstiegsrunde (Top 2) noch erreichen. Niederberger: «Es ist kein Muss, wäre aber eine schöne Zugabe. Ich hoffe zumindest, dass es spannend bleibt.» Momentan liegt Ebikon auf dem fünften Rang mit 23 Punkten. Hinter dem aufstrebenden Leader Emmenbrücke (31 Punkte) ist alles offen. Mit Nottwil (29), Horw (28) und Hildisrieden (25) buhlen drei weitere Teams um Rang zwei. Wie steht es eigentlich um die Zukunft von Vrhovac, der seit dieser Saison auf der Sportanlage Risch das Zepter schwingt? Niederberger: «Unser Trainerstaff mit Viktor Vrhovac, Dusko Ostojic und Jakob Buser verrichtet ausgezeichnete Arbeit. Sie verstehen es, perfekt mit jungen Spielern zu arbeiten. Ich würde es begrüssen, wenn sie weitermachen.»

Nicht zu vergessen ist, dass dieses Trio im Sommer praktisch bei Null begann. Nicht weniger als sieben Spieler hatten Ebikon verlassen. Vrhovac/Ostojic/Buser schafften es jedoch schnell, die richtige Mischung zu finden und eine Einheit zu formen, die in der starken Stadtgruppe nun konkurrenzfähig ist. Vrhovac: «Es war eine Herausforderung, die auf uns wartete. Doch wir haben diese Aufgabe gemeistert. Darauf bin ich stolz.» Heute Dienstag (20.00, Risch) kommt es im IFV-Cup Viertelfinal zum Duell gegen Sins (2. Liga). Niederberger: «Wir wollen in den Halbfinal. Ein Vorteil könnte sein, dass wir Aussenseiter sind und nichts zu verlieren haben.»

Abstieg aus der 2. Liga gut verkraftet

Dass die Saison nach dem Abstieg keine einfache wird, war klar. Doch Nottwil, unter seinem neuen Spielertrainer Heinz Schumacher (39), konnte dem Druck des Gejagten standhalten. Mit dem zweiten Rang sind sie Anwärter für die Aufstiegsrunde. Schumacher: «Es wäre schön, wenn wir uns für die Promotionsspiele qualifizieren und wieder an die Tür der 2. Liga anklopfen könnten. Es muss das Ziel sein, diesen Rang zu halten. Das erwarte ich.» Was muss noch besser werden? «Wir können noch nicht über 90 Minuten unsere Leistung abrufen.» Und wie steht es um Schumachers Zukunft? «Die Gespräche werden demnächst geführt. Mir macht es Spass in Nottwil. Es ist alles sehr familiär und wir haben eine super Truppe hier. Es gibt keinen Grund, mein Engagement zu beenden.»


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