Otto Moilanen hat ein Luxusproblem

UNIHOCKEY ⋅ Am Samstag Abend startet die Ad Astra Sarnen in die neue Saison. Der neue Coach Otto Moilanen zieht ein positives Fazit der Vorbereitung und ist sich sicher, dass sein Team bereit ist.
16. September 2017, 04:40

Vor rund vier Monaten hat das NLB-Team von Ad Astra Sarnen die Vorbereitung auf die neue Saison in Angriff genommen. Während es bei den Spielern nur eine Handvoll Veränderungen gab, war ein Wechsel auf dem Trainerposten zu verzeichnen. Neu hält der 38-jährige Otto Moilanen die Zügel der Ad Astra in der Hand. Der Finne ist von Zug United zu den Sarnern gestossen. Im Interview zieht er eine Bilanz der Vorbereitungsphase und wagt einen Blick auf den Meisterschaftsstart.

Otto Moilanen, vor vier Monaten haben Sie das Traineramt bei Ad Astra übernommen. Worauf legten Sie den Fokus im Sommertraining?

In der Vorbereitung habe ich zwei grosse Ziele verfolgt. Einerseits ging es darum, das Team physisch auf ein Toplevel zu bringen. Diesbezüglich bin ich sehr zufrieden. Das Fitnesslevel ist sehr gut, das ist ein grosses Verdienst unseres Physis-Trainers Hubi Flüeler. Auch wenn die Spieler lieber mit Stock und Ball arbeiten, werden wir auch nach dem Start weiterhin regelmässig physische Einheiten einbauen. Meine Absicht ist, mit der Ad Astra sowohl mit als auch ohne Ball aktiv zu spielen. Dafür ist eine solide physische Verfassung die Voraussetzung. Das zweite grosse Ziel war, den Spielern meine Spielphilosophie zu vermitteln. Diesbezüglich war das Trainingslager in Tschechien im August Gold wert. Dort hatten wir Zeit, intensiv miteinander zu arbeiten und als Team zusammenzuwachsen. Es gibt vom System her taktische Finessen, die es noch zu korrigieren gilt. Aber wir müssen das beste Ad Astra auch noch nicht zum Saisonstart sehen.

Welche positiven und negativen Überraschungen gab es in der Vorbereitungsphase?

Es fällt mir schwer, negative Punkte zu finden. Wie bereits erwähnt, sitzt sicher noch nicht jedes Detail im Spielsystem. Ich erkenne aber diesbezüglich fast in jedem Training Fortschritte. Auch verletzungstechnisch gibt es bis anhin wenig zu bemängeln, wir hatten nur vereinzelte Ausfälle und glücklicherweise noch keine grösseren Verletzungen. Auch das ist sicher eine Folge der guten Arbeit in den letzten Monaten. Positiv überrascht bin ich von der Kaderbreite und ­dem gesunden Konkurrenzkampf. Wir haben das Spielermaterial, um vier schlagkräftige Blöcke zu stellen. Unglücklicherweise wird Unihockey in der Regel mit drei oder sogar nur mit zwei Blöcken gespielt, sodass es in jeder Partie Spieler geben wird, welche ich auf die Bank setzen muss. Für mich als Coach ist dies allerdings ein Luxusproblem. Positiv überrascht haben mich ausserdem die zwei jüngsten Spieler im Team, Torhüter Nils Schälin und Stürmer Noah Boschung. Es ist eine Freude, diesen beiden ­Junioren zuzusehen. Beide sind grosse Versprechen für die Zukunft!

Zusätzlich zu den beiden jungen Spielern streifen sich neu auch Lauri Liikanen und Roman Pass das Trikot von Ad Astra Sarnen über. Was darf von diesen beiden Spielern erwartet werden?

Roman Pass ist ein routinierter Verteidiger und hat bereits eine Leaderrolle im Team übernommen. Das ist wichtig, man kann nie genug Leadership in einem Team haben. Er ist topfit, spielstark und wird auch im Power- und Boxplay Einsatzzeit erhalten. Mein Landsmann Lauri Liikanen ist ein torgefährlicher Stürmer. Sein Schuss dürfte zu den besten der Liga gehören. Zudem kommt er von einem finnischen Topteam und bringt von dort die Siegermentalität. Solche Vorbilder helfen, die Einstellung jedes einzelnen Spielers zu heben. Auch das ist ein Ziel von mir: Ich will, dass jeder als Athlet wächst. Dazu gehören nicht nur der Einsatz und die Leistung in den Trainings und Spielen, sondern auch die Zeit dazwischen. Wenn wir uns bewusst sind, was es für den Erfolg braucht, und uns entsprechend verhalten, werden auch die Resultate folgen. Grundsätzlich steigen wir in jedes Spiel mit dem Ziel, dieses zu gewinnen. Dabei zählt immer nur die nächste Partie.

Haben Sie und Assistenz­trainer Philippe Giesser die Aufstellung für heute Abend bereits im Kopf?

In den Grundzügen steht die Aufstellung für das Spiel von heute Abend in unseren Köpfen. Die Zusammenarbeit klappt sehr gut, Philippe Giesser ist für das Team und für mich sehr wichtig. Ein, zwei Fragezeichen bezüglich der Aufstellung haben wir noch, auf diese werden wir aber noch eine Antwort finden. Grundsätzlich möchte ich die Linienkonstellationen so wenig wie möglich verändern. Aber durch die Kaderbreite und den Konkurrenzkampf wird es ab und zu Änderungen geben. Das ist auch gut so, denn ein Team ist ein lebendiger Organismus, und niemand soll sich zu sicher fühlen. Darunter würde die Qualität in den Trainings unweigerlich leiden. Was es auch zu beachten gilt: Es hat noch kaum ein Team gegeben, das im ersten Saisonspiel in derselben Aufstellung wie im letzten Saisonspiel angetreten ist.

Worauf freuen Sie sich in dieser Saison am meisten?

Ich habe in der Vergangenheit schon einige Spiele in Sarnen als Zuschauer oder als gegnerischer Trainer erlebt und war immer beeindruckt, wie zahlreich die Unterstützung der Zuschauer für Ad Astra ist. Ich hoffe, dass dies auch in der nächsten Spielzeit zutrifft und wir die Dreifachhalle in Sarnen zusammen mit den Fans zu einer Festung machen können, aus der es sehr schwierig sein wird, Punkte zu entführen. (jh)

Hinweis: Meisterschaft, NLB-Männer, 1. Runde. Heute: Pfannenstiel – Ad Astra Sarnen (19.00, Kirchwies Egg bei Zürich).


Leserkommentare

Anzeige: