Muotathal nimmt Anlauf zur NLB

HANDBALL ⋅ Fünftes Spiel, fünfter Sieg – der KTV Muotathal gewinnt auswärts gegen die SG Pilatus mit 28:25. Die Schwyzer setzen sich damit an der 1.-Liga-Spitze fest und denken bereits an mehr.
10. Oktober 2017, 08:44

Stephan Santschi

stephan.santschi@luzernerzeitung.ch

Die Marschrichtung in Muotathal war schon vor der Saison offensiv. Obwohl sich Topskorer Arno Gwerder einen Kreuzbandriss zugezogen hatte, setzte sich die Mannschaft eine Klassierung in den Top 4 der Gruppe drei und damit einen Platz in der 1.-Liga-Finalrunde zum Ziel. Nach fünf Spieltagen zeigt sich: Die Schwyzer wissen sich selber gut einzuschätzen. Alle bisherigen Gegner haben sie besiegt, zuletzt am Samstag auswärts die SG Pilatus mit 28:25. «Wir haben ein sehr junges Team, viele kennen sich aber schon aus der Juniorenzeit», sagt Trainer Hubert Gwerder und hält fest: «Von 1995 bis 1997 haben wir wieder ein paar richtig gute Jahrgänge zusammen.»

In der Luzerner Maihofhalle taten sich die Muotathaler allerdings schwer. Die SG Pilatus startete besser ins Spiel, führte nach 13 Minuten mit 8:4, wobei sieben Tore auf das Konto von Yves Mühlebach und Rico Baumann gingen. Die Gäste vermochten in der Folge ihre 3:2:1-Abwehr zu stabilisieren, und sie hatten an diesem Tag einen Yves Imhof in Topform zwischen den Pfosten stehen. «Er hat sensationell gehalten», wand Gwerder seinem Keeper ein Extrakränzchen. Die Statistik attestierte Imhof am Ende eine Abwehrquote von 46 Prozent.

SG Pilatus ist heiss, greift aber überhastet an

Zur Pause hatten die Muotathaler die Partie gedreht (12:11-Führung), und nach dem Seitenwechsel zogen sie bis zur 40. Minute auf 20:14 weg. Zwar kämpften sich die Luzerner nochmals auf ein Tor heran (51./22:23), die beiden Torschützen vom Dienst im Rückraum der Gäste – Micha Schelbert und Alexander Suter – schossen ihre Farben schliesslich aber zum verdienten Sieg. «Wir waren der Aussenseiter, und so ging das Spiel auch aus. Phasenweise war dies aber die bisher beste Leistung unter meiner Leitung», sagte Ralf Stojan, der Trainer der SG Pilatus. In die Kritik nahm er vor allem die Chancenauswertung. «Die Spieler waren motiviert, sie waren heiss. Im Abschluss aber agierten sie überhastet, es fehlt ihnen an Erfahrung und Cleverness.» Vom Potenzial ist er überzeugt, darin bestätigte ihn das Testspiel am letzten Donnerstag gegen B-Ligist Stans, das man mit 29:26 gewonnen hatte. Stojan bleibt deshalb zuversichtlich: «Wir hoffen auf Rang 4.» Genau diese Rangierung setzt sich auch Muotathal zum Ziel, oder träumt man im Verein nach dem starken Saisonstart schon von mehr? Vielleicht sogar von der Rückkehr in die NLB? «Nein, das nicht, wir begannen auch letzte Saison gut und hatten dann eine Baisse», entgegnet Trainer Hubert Gwerder. Wenn die Saison erfolgreich zu Ende gehe, wenn man sich auch in einer allfälligen Finalrunde gut präsentiere, dann werde ein Aufstieg in naher Zukunft aber gewiss zu einem konkreten Thema. «Wir setzen auf eigenes Schaffen und auf die Zusammenarbeit mit den Mythen-Shooters. Je nach Qualität der Jahrgänge kommt es bei uns zu einem Auf und Ab», erklärt Gwerder.

Nun scheint es bei den Muotathalern wieder nach oben zu gehen. Zur Erinnerung: Letztmals spielten die Schwyzer in der Saison 2007/08 in der NLB.

Männer

1. Liga, Gruppe 3: Leimental – Dagmersellen 18:21 (12:7). SG Pilatus – Muotathal 25:28 (11:12). Herzogenbuchsee – Pratteln 21:23 (12:11). Olten – Emmen 23:23 (13:10). – Rangliste (alle 5 Spiele): 1. Muotathal 10. 2. Olten 8. 3. Emmen 5 (+4). 4. Pratteln 5 (-2). 5. SG Pilatus 4 (+6). 6. Leimental 4 (-9). 7. Dagmersellen 4 (-16). 8. Herzogenbuchsee 0.

Frauen

SPL2: Basel – Zug 20:24 (6:12). Leimental – Goldach-Rorschach 34:22. Stans – Yverdon/Crissier 18:27 (9:12). Spono Eagles – Brühl 16:28 (6:12). Yverdon & Crissier – Basel 23:18 (11:10). – Rangliste: 1. Brühl II 4/8. 2. Leimental 4/7. 3. Yverdon/Crissier 5/7. 4. LK Zug II 4/6. 5. Goldach-Rorschach 5/6. 6. Stans 3/0. 7. Basel 4/0. 8. Spono Eagles 5/0.

1. Liga, Gruppe 2: Einsiedeln – Muotathal/Mythen-Shooters 14:37 (4:16). LK Zug – Emmen 26:27 (12:12). – Rangliste: 1. Muotathal/Mythen-Shooters 4/6. 2. Hochdorf 3/6. 3. Malters 3/3 (+10). 4. Emmen 3/3 (–1). 5. LK Zug 4/2. 6. Einsiedeln 3/0.

1. Liga, Gruppe 3: Leimental II – Frick 32:23 (14:7). Willisau – Thun II 20:17 (8:7). – Rangliste: 1. Leimental II 4/8. 2. RW Thun II 3/4. 3. Herzogenbuchsee 4/4. 4. Zofingen 2/2. 5. Willisau 4/2. 6. Frick 3/0.


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