Pascal Bader: Ohne schwere Steine im Rucksack

FUSSBALL ⋅ Der FC Hochdorf (2. Liga inter) startet nach dem Abgang von Remo Meyer mit einem neuen Trainer in die Saison: Es ist Pascal Bader (34) vom SC Cham.
11. August 2017, 08:16

Turi Bucher

arthur.bucher@luzernerzeitung.ch

Etwas überraschend kam der Wechsel von Pascal Bader von Cham nach Hochdorf schon. Bader hatte nämlich den Zugern bereits für eine weitere Saison als Spieler zugesagt, als die Anfrage aus dem Seetal kam. Die Hochdorfer ihrerseits hatten sich auf Trainersuche begeben müssen, weil Remo Meyer, der beim FCH eigentlich ebenfalls schon für eine weitere Saison den Daumen hochgehalten hatte, zum Sportchef des FC Luzern berufen ­wurde.

Bader also ersuchte die Chamer um Verständnis und erhielt dies auch: «Nur als Spieler zu einem anderen Verein wechseln, womöglich noch zu einem Konkurrenten von Cham, das wäre nicht möglich gewesen», sagt Bader. Aber die Chance, in Hochdorf eine mögliche Trainerlaufbahn starten zu können, die habe ihm der SC Cham nicht verwehren wollen. «Die Hochdorfer haben um mich gekämpft, und etwas Besseres, um als Trainer starten zu können, gibt’s für mich nicht», erzählt Bader. Denn Bader ist eigentlich schon ein «halber» Seetaler. Zwar in Solothurn aufgewachsen, wohnt er schon seit vier Jahren in Hohenrain, wo seine Frau Corinne aufgewachsen ist.

Attraktiver Fussball in der vorderen Tabellenhälfte

Noch läuft nicht alles rund vor dem Start in die Trainerkarriere. Bader lobt die Kameradschaft im Hochdorfer Team, bemängelt aber die vielen Ferienabsenzen, die er während der Vorbereitungszeit zur Kenntnis nehmen musste. Allein, er fügt gleich an: «Ich muss mich ja selber zu denen zählen!» Die zweiwöchigen Familienferien in Spanien mit den Töchtern im Alter von acht und fünf Jahren waren schon seit längerer Zeit geplant und wurden deshalb von der Hochdorfer Vereinsführung gewährt.

Dass beim FC Hochdorf (fünfthöchste Liga) im Vergleich mit Cham, das in der dritthöchsten Schweizer Liga spielt, «kleinere Brötchen» gebacken werden, ist sich Bader durchaus ­bewusst. Bader sagt aber selbstbewusst: «Wer weiss, vielleicht kommen wir mit dem FC Hochdorf auch einmal dorthin, wo der SC Cham jetzt ist.» Eine Zielvorgabe für diese Saison hat der Klub ihm nicht präsentiert. «Der Verein legt mir bei meinem Start als Trainer keine schweren Steine in den Rucksack», erklärt Bader bildhaft. Jetzt werde erstmal in die Saison gestartet. «Ich sage meiner Mannschaft: Ich will attraktiven Fussball sehen, und ich will in der vorderen Tabellenhälfte platziert sein.»

Mit dem FC Luzern in die Super League aufgestiegen

Entgegengesetzt zu den vielen Ferienabwesenheiten in der Saisonvorbereitung stehen die Hochdorfer Testspiele. Von sechs Partien (gegen Willisau, Hitzkirch, Eschenbach, Schötz, Gunzwil und Sempach) wurden fünf gewonnen und eines unentschieden gespielt. «Das kann so weitergehen», sagt Bader, ergänzt aber sofort: «Ich hebe den Mahnfinger! Das waren Testspiele. Wenn’s so richtig losgeht mit den Ernstkämpfen, dann ist das was ganz anderes.»

Das weiss Bader aus seiner Profizeit mit dem FC Luzern oder mit dem VfR Aalen in der 3. deutschen Bundesliga. Seine persönlichen sportlichen Highlights: der Aufstieg mit dem FCL von der Challenge League in die Super League. Oder der Cupfinal mit dem FCL gegen den FC Basel (der wegen eines umstrittenen Penaltyentscheides in der Nachspielzeit 0:1 verloren ging). Oder die FCL-Fans. «Solche wie die gibt es kein zweites Mal in der Schweiz», sagt Bader, und er meint es durchaus positiv. Oder das Freundschaftsspiel mit dem FCL gegen Brasilien, als die Brazil-Stars Ronaldinho, Ronaldo, Adriano, Kaka und Co. sich in Weggis auf die WM 2006 vorbereiteten. «Das Spiel haben wir 0:8 verloren», sagt Bader nebenbei. Aber er sagt vor allem: «Auch die negativen Erlebnisse im Sport bringen einen weiter.»

Bader, der in Luzern für die Zentralschweizer Vertretung eines Ostschweizer Büromöbelherstellers arbeitet, wird für den FC Hochdorf selber auch auf dem Rasen stehen, als Spielertrainer also. Bader wird im zentralen, defensiven Mittelfeld des FCH spielen. Am Samstag (18.00) geht’s für die Hochdorfer los mit dem Spiel beim FC Brunnen. Die Schwyzer schlossen die vergangene Saison mit 42 Punkten im 3. Rang ab, Hochdorf holte 34 Punkte und war im 4. Rang klassiert.


Leserkommentare

Anzeige: