Riesenspektakel gegen den Leader

UNIHOCKEY ⋅ Zug United punktet auch im fünften NLA-Spiel in Folge. Dem Sieg gegen die Kloten-Bülach Jets (6:5) folgte eine 9:10-Niederlage nach Verlängerung gegen Köniz.
14. November 2017, 07:40

Peter Rohner

sport@zugerzeitung.ch

 

Über mangelndes Spektakel konnten sich die knapp 300 Zuschauer in der Zuger Sporthalle nicht beklagen. Das Duell zwischen dem Aufsteiger Zug United und dem Leader Köniz hatte in der regulären Spielzeit 18 Treffer gebracht. Und in der fälligen Verlängerung strebten die Stadtberner den Zusatzpunkt vehement an – sie ersetzten ihren Torhüter bei Ballbesitz jeweils durch einen sechsten Feldspieler.

Auf diese Weise hatten sie sich überhaupt erst in Overtime gerettet, denn Jan Zaugg glich das Spiel 51 Sekunden vor der dritten Sirene aus. Und auch in der Verlängerung zahlte sich das Risiko aus: Der Schwede Jesper Johansson schoss vier Sekunden vor dem möglichen Penaltyschiessen in die linke obere Torecke zum 10:9. Florian Bär im Tor war machtlos und die Enttäuschung bei den Zugern riesig – trotz des auf dem Papier unerwarteten Punktgewinns.

Köniz wurde nervös

Entsprechend war die Gefühlslage bei den Zugern nach dem plötzlichen Ende gemischt. «Vor der Saison war dieser Punkt nicht kalkuliert, aber so wie das Spiel nun lief, wurmt es natürlich», erklärte Bär stellvertretend. «Wir werden Ende Saison sehen, wie viel Wert dieser Punkt hat.» Die Zuger dürfen für sich in Anspruch nehmen, den Leader bis zum Äussersten gefordert zu haben. Der Könizer Trainer René Berliat tat seinem Unmut schon mit einem Time-out nach 28 Minuten kund – ohne sichtbaren Erfolg. Im letzten Abschnitt konzentrierten die Berner ihre Kräfte auf zwei Linien, wechselten in der 50. Minute den Goalie und schickten auch den bis dahin nur im Powerplay eingesetzten Topskorer Jan Zaugg aufs Feld. Und der Junginternationale untermalte seinen Status als steter Gefahrenherd mit zwei Toren und zwei Torvorlagen. Die Zuger führten zwischenzeitlich mit 7:4 und nach dem vierten Treffer von Billy Nilsson mit 9:6 (53.). Gegen den Schlusseffort der Gäste fand aber auch er keine Replik mehr.

Thunvall groundet die Jets

Weniger spektakulär, dafür umso wichtiger war der 6:5-Sieg am Tag zuvor gegen den direkten Konkurrenten Kloten-Bülach Jets. Matchwinner war der Schwede Marcus Thunvall mit fünf Skorerpunkten. Die letztlich spielentscheidende Szene knapp zehn Minuten vor dem Ende: Manuel Staub musste für ein Sperren auf die Strafbank, und die Gäste wollten im Powerplay das Spiel, das ihnen im Mitteldrittel aus den Händen geglitten war, wieder ausgleichen. Daniel Dürst gewann zwar das Bully, doch stibitzte Thunvall den Ball dem Neo-Nationalspieler Tobias Heller von der Schaufel und schob den Ball nach einem Energieanfall unter Goalie Patrick Dürst zum 6:4 ins Tor. Erst eine Sekunde vor dem Ende kamen die Zürcher zum Anschlusstreffer. Der Matchwinner Thunvall hielt nüchtern fest: «Wir können und müssen sicher besser spielen. Aber drei Punkte sind drei Punkte.»

 



Nationalliga A

Rangliste: 1. Piranha Chur 9/26. 2. Dietlikon 8/21. 3. Bern-Burgdorf 9/19. 4. Emmental Zollbrück 9/16. 5. Red Ants Winterthur 9/15. 6. Berner Oberland 9/14. 7. Giffers 8/8. 8. Frauenfeld 9/7. 9. Zug 9/3. 10. Waldkirch-St. Gallen 9/3.

Zug – Kloten-Bülach Jets 6:5 (1:1, 4:1, 1:3)

Sporthalle Schönenbüel, Unterägeri. 194 Zuschauer. – SR Kronenberg/Kronenberg. – Tore: 14. (13:45) Sokka (Kapp) 0:1. 14. (13:54) Koutny (Thunvall) 1:1. 21. (20:20) Rajeckis (Heller/Ausschluss Poletti) 1:2. 22. (21:13) Thunvall (Menon) 2:2. 33. (32:57) Suter (Thunvall) 3:2. 34. (33:17) Billy Nilsson (Staub) 4:2. 40. (39:07) Suter (Thunvall) 5:2. 41. (40:24) Zolliker (Heller) 5:3. 49. Gärtner (Steffen) 5:4. 51. Thunvall (Ausschluss Staub!) 6:4. 60. (59:59) Zolliker (Immonen) 6:5 (Jets ohne Goalie). – Strafen: 2-mal 2 Min. gegen Zug United; 1-mal 2 Min. gegen die Kloten-Bülach Jets. – Zug: Mück; Staub, Yannick Schelbert; Menon, Hietanen; Uhr, Furger; Poletti, Thomas Grüter, Billy Nilsson; Thunvall, Koutny, Suter; Joshua Schelbert, Laely, Fiechter; Müller.– Kloten-Bülach: Patrick Dürst; Heller, Rajeckis; Alin, Kindler; Graf, Hottinger; Steffen; Zolliker, Daniel Dürst, Immonen; Kapp, Sokka, Tahmasebi; Gärtner, Cathomas, Rothe; Kulmala, Diem.

Zug – Köniz 9:10 n. V. (2:3, 1:1, 6:5)

Stadthalle Zug (Herti), Zug. – 280 Zuschauer. – SR Peter/Zurbuchen. – Tore: 4. Kern (Hutzli) 0:1. 9. Fiechter (Flütsch) 1:1. 10. Ledergerber (Johansson) 1:2. 13. Dargren (Zaugg/Ausschluss Menon) 1:3. 17. Thomas Grüter (Poletti) 2:3. 31. Kern (Kaspar Schmocker) 2:4. 32. Billy Nilsson (Yannick Schelbert) 3:4. 44. Thomas Grüter (Billy Nilsson) 4:4. 45. (44:32) Billy Nilsson (Manuel Staub/Ausschlüsse Dargren, Johansson) 5:4. 46. (45:42) Poletti (Hietanen/Ausschluss Johansson) 6:4. 46. (45:48) Flütsch (Fiechter) 7:4. 48. Doza (Michel) 7:5. 49. Billy Nilsson 8:5. 51. Dargren (Zaugg) 8:6. 53. Billy Nilsson (Thomas Grüter) 9:6. 54. Michel (Doza) 9:7. 57. Zaugg (Johansson/Ausschluss Staub) 9:8. 60. (59:09) Zaugg (Dargren) 9:9 (Köniz ohne Goalie). 70. (69:56) Johansson (Zaugg) 9:10 (Köniz ohne Goalie). – Strafen: 2-mal 2 Minuten gegen Zug United; 3-mal 2 Minuten gegen Floorball Köniz. – Zug: Bär; Menon, Hietanen; Staub, Yannick Schelbert; Uhr, Furger; Thunvall, Koutny, Suter; Poletti, Thomas Grüter, Billy Nilsson; Flütsch, Laely, Fiechter. – Köniz: Genhart (ab 50. Eder); Johansson, Kuchen; Kaspar Schmocker, Castrischer; Gurtner, Müller; Doza, Ledergerber, Dargren; Kern, Hutzli, Michel; Bolliger, Oliver Schmocker, Pillichody; Zaugg.


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