Sarnen leidet unter Ladehemmungen

FUSSBALL ⋅ Der FC Sarnen (2. Liga inter) kommt in der Rückrunde noch nicht auf Touren. Auch gegen Perlen-Buchrain finden die Obwaldner kein Rezept: keine Tore, keine Punkte.
17. April 2018, 08:51

Während sich die Perler Spieler nach dem hart erkämpften und verdienten 1:0-Sieg jubelnd in den Armen lagen, sank die Stimmung im Lager des FC Sarnen nach dieser Niederlage merklich. Deren Trainer Ricardo Pereira, mit dem die Vereinsverantwortlichen den Vertrag um ein weiteres Jahr verlängert haben, analysierte nach dem dritten Nuller in Serie etwas ratlos: «Am liebsten würde ich mich zu diesem Match nicht äussern.» Doch er stellte sich dieser Aufforderung. «Schon in den letzten beiden Partien kamen wir nicht auf Touren. Auch damals hatten wir das Glück nicht auf unserer Seite. Ich vermisste aber auch die nötige Entschlossenheit, um den Erfolg zu erzwingen.» In dieser Hinsicht hatten die aggressiv zur Sache gehenden Perlen-Akteure klare Vorteile.

Das fehlende Glück im Abschluss (in 19 Partien erzielte Sarnen nur 20 Tore) ist nur einer der Faktoren, weshalb es dem FC Sarnen mit nur einem 0:0 in Ibach und einem Sieg (2:1 gegen Novazzano) aus fünf Rückrundenpartien nicht nach Wunsch läuft. Sportchef Björn Burch machte vor dem Derby einen weiteren Grund aus: «Die Mannschaft spielte die beiden letzten Partien quasi im Sparmodus. Es passte nicht viel zusammen.»

Ein typisches Tor von Michael Budmiger

Auch eine «Chropfleerete» brachte nicht den erhofften Umschwung. Pereira sah gegen Perlen-Buchrain «gute Ansätze und wir kamen auch zu guten Tormöglichkeiten. Ohne diese aber zu nützen». Der ehemalige Stürmer nahm seine Angriffsakteure aber in Schutz: «Wenn es nicht läuft, dann läuft es einfach nicht. Aber unsere Stürmer werden den Turnaround schon noch schaffen», ist er überzeugt.

Gegen ein mit viel Biss und Offensivdrang in diesen Match gestiegenes Perlen-Buchrain hatte Sarnen denn auch beste Skorer-Möglichkeiten durch Dominic Ineichen (25.) und Yves Jarczyk (36.), bevor das Gastgeber-Team um Trainer Saba Velic in der 39. Minute mit 1:0 in Führung gehen konnte. Stefan Budmiger zirkelte einen Cornerball genau auf den Kopf von Topskorer Michael Budmiger. Dieses typische «MB»-Tor sollte das einzige in einem rassigen, aber auch von vielen Stockfehlern geprägten Derby sein.

Perler verschaffen sich im Abstiegskampf Luft

Im zweiten Spielabschnitt verpassten es die Perler, diesen Match mit einem zweiten Treffer vorzeitig zu entscheiden. Die beste Möglichkeit hatte Stefan Budmiger, der in der 66. Minute aber vom Penaltypunkt aus scheiterte. Der Ball landete am Pfosten. Das Auslassen bester Konterchancen hätte sich fast noch gerächt, als wiederum Dominic Ineichen (71.) allein vor Goalie Cornel Keller das Tor um einige Zentimeter verfehlte.

Klar, dass sich die Perlen-Spieler ob diesem Sieg mächtig freuten. «Es war sicher kein hochklassiges Spiel. Doch was zählt, das sind die drei wichtigen Punkte», meinte Stefan Budmiger. Er macht aber auch in Eigenkritik: «Wir hätten den Sack viel früher zumachen müssen. Mein verschossener Penalty und die nicht fertig gespielten Konter liessen uns noch um den Sieg zittern, zumal Sarnen gegen Ende der Partie noch mächtig Druck machte. Unsere Verteidigung stand allerdings gut und konnte sich so erfolgreich wehren.» Dank des dritten Sieges in Serie verschaffte sich das Velic-Team im Abstiegskampf etwas Luft. Für Sarnen gilt es nun, in seinem Spiel die «Frühlingsmüdigkeit» schnellstens abzulegen, will das Pereira-Team nicht noch in Schwierigkeiten geraten.

Ruedi Vollenwyder

regionalsport@luzernerzeitung.ch


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