Schwung aus dem Cup mitnehmen

HANDBALL ⋅ Nach dem starken Auftritt im Schweizer Cup will der KTV Altdorf auch in der Meisterschaft die ersten Punkte einfahren. Allerdings ist dieses Unterfangen in Solothurn alles andere als einfach.
15. September 2017, 08:53

Urs Hanhart

urs.hanhart@urnerzeitung.ch

Den verpatzten Start in die NLB-Meisterschaft mit der deutlichen 24:29-Heimniederlage gegen Baden beantworteten die Urner postwendend mit dem überraschend souveränen 25:22-Auswärtserfolg im Schweizer Cup (Achtelfinal) gegen Steffisburg. Mirko Funke, der Coach des KTV Altdorf, zeigte sich vor allem mit der in der zweiten Halbzeit gezeigten Leistung sehr zufrieden, wo nur gerade acht Gegentreffer zugelassen wurden.

Insgesamt sieht Funke allerdings noch einiges an Verbesserungspotenzial. «Nun gilt es, an diesen Mängeln zu arbeiten, sodass wir über die gesamten 60 Minuten eine konstant gute Leistung abrufen können. Vor allem die technischen Fehler müssen drastisch reduziert werden.» Zudem liess die KTV-Truppe in Steffisburg während des ersten Durchgangs im Defensivbereich die nötige Aggressivität vermissen. Dadurch gewährten die Urner dem Gegner zu viel Spielraum bei den Angriffen.

Gegen eine geballte Ladung Offensivpower

Im morgigen Auswärtsspiel gegen den TV Solothurn, das um 17 Uhr in der CIS-Arena angepfiffen wird, können sich die Urner ein zu lasches Auftreten in der Verteidigung nicht mehr erlauben. Die Mannschaft aus der Ambassadorenstadt verfügt nämlich über eine der besten Offensivreihen der Nationalliga B. Im Meisterschaftsauftaktspiel gegen Birsfelden, das Solothurn deutlich mit 33:26-Toren gewann, trat vor allem Marco Kurth mit einer sensationellen Leistung ins Rampenlicht. Der wurfgewaltige Hüne brachte das Kunststück fertig, alle zehn Abschlüsse mit Torerfolgen zu krönen. Den Solothurner Angreifer an der Entfaltung seines Potenzials zu hindern, dürfte für die Urschweizer das Gebot der Stunde sein. Solothurn aber weiss nebst Kurth noch einige brandgefährliche Werfer in seinen Reihen. Die Urner Abwehr mitsamt den Torhütern dürfte morgen in Solothurn einer harten Prüfung unterzogen werden.

Immerhin brauchen sich die Altdorfer in Sachen Offensivpower nicht zu verstecken. Dank den beiden neu verpflichteten Spielern Edvinas Vorobjovas und Roland Szabo, die in Steffisburg erstmals eingesetzt werden konnten und sogleich zu überzeugen vermochten, haben sie deutlich an Durchschlagskraft gewonnen. Man darf gespannt sein, ob das neue Duo beim Gastspiel in der Filmfestival-Stadt an die im Cup erbrachten Leistungen anzuknüpfen vermag.

Die Ladehemmungen beheben

Noch deutlich zulegen müssen die Urner hingegen am Kreis und auf den beiden Flügelpositionen. Diese Positionen liessen bislang noch viel an Torgefahr vermissen. Abgesehen von Linksaussen Pascal Aschwanden, der sowohl im Auftaktspiel wie auch im Cup regelmässig skorte, zeigen die Akteure auf den erwähnten Positionen noch vermehrt Ladehemmungen. Sie werden aber auch noch zu selten von den Rückraumspielern mit klugen Zuspielen in Szene gesetzt.

Für Altdorf wäre es sehr wichtig, nicht ohne Punktgewinn aus Solothurn ins Urnerland zurückkehren zu müssen. Den Urnern steht nämlich in den nächsten Wochen ein äusserst nahrhaftes Programm bevor. Sie treffen bis Mitte Oktober mit den Kadetten Espoirs, dem TV Möhlin, den Lakers Stäfa und dem RTV Basel auf Mannschaften, die allesamt als Aufstiegskandidaten gehandelt werden.

Zu diesem erlauchten Kreis gehört zweifellos auch der morgige Gegner Solothurn. Erst Anfang November, nach einer dreiwöchigen Meisterschaftspause, kommen die Urner dann zu ­Duellen gegen vermeintlich leichtere Konkurrenten.


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