Stans stolpert ein weiteres Mal

FUSSBALL ⋅ Der FC Stans verharrt im Zwischentief: 2:3-Niederlage gegen den Luzerner SC. Der Aufsteiger rückt der Tabellenspitze immer näher. Stans muss den Blick nach hinten richten.
10. Oktober 2017, 09:05

Ruedi Vollenwyder

regionalsport@luzernerzeitung.ch

«Die Freude in mir ist nach diesem Sieg riesig. Nun können wir als Aufsteiger den nächsten Partien ruhiger entgegenblicken», sagte LSC-Trainer Pren Spaqi nach dem 3:2-Sieg über den FC Stans und zeigt sich von der Leistung seines Teams überwältigt. Denn in der 92. Minute versorgte Arben Balaj den Ball nach einem Lattentreffer von Amedeo Bianchi zum Siegtor.

Und auch 1:0-Torschütze Kastriot Markaj, der in der letzten Saison mit Olympique Lucerne noch in der 4. Liga spielte, meinte strahlend: «Eigentlich haben wir ein defensiv auftretendes Stans erwartet. Doch statt hinten hineinzustehen, haben sie ebenfalls nach vorne gespielt. Diese Spielanlage kam uns entgegen.» Und analysiert weiter: «Es war ein kampfbetonter Fight, in dem unsere Emotionen hoch, manchmal sogar an der oberen Grenze lagen. Doch so funktionieren wir als Team.» Die Stanser Hintermannschaft bekundete mit dem laufstarken und wendigen 26-jährigen Wirbelwind auch grosse Mühe. Sein kämpferisches Engagement wurde mit dem 1:0-Führungstreffer belohnt. In der 9. Minute konnte Granit Kryeziu ungehindert flanken und Markaj ebenfalls unbedrängt einköpfeln. Er meinte schmunzelnd: «Unglaublich, als Kleinster im Team habe ich schon fünf Kopftore erzielt.»

Unachtsame Stanser Verteidigung

Der Stanser Innenverteidiger Christopher Pithan, dem in der 43. Minute nach einem Cornerball von Fabio Gisler mit dem Kopf der 1:1-Ausgleich gelang, haderte hingegen über den Verlauf dieses wegweisenden Spieles: «Ein Unentschieden wäre gerechter gewesen.» Er übt aber auch Eigenkritik: «Bei allen drei Gegentoren sahen wir nicht gut aus.» Eine sachliche Bewertung in einem Match, in dem wegen der vielen Fouls (zehn Verwarnungen) überhaupt kein Spielfluss aufkam. Beim 0:1 waren die Stanser nicht parat. Vor dem 1:2 (70.) vergassen die Nidwaldner Hinterleute Stipe Drmic, der den Ball ungedeckt mit der Brust annehmen und diesen danach unerreichbar für Stans-Goalie Manuel Odermatt versenken konnte. Doch Stans gab nicht auf. Wiederum nach einem Gisler-Corner lenkte Sandro Schaub den Ball mit dem Kopf zuerst an den Pfosten. Den Abpraller versorgte derselbe Spieler zum 2:2 ins Netz (75.). Der Jubel im Stanser Lager war ob diesem Ausgleichstreffer gross, die Niedergeschlagenheit nach dem späten 2:3 ebenfalls.

Stans-Trainer Toni Durrer ist nicht zu beneiden. Im Match gegen den Aufsteiger musste er auf nicht weniger als acht verletzte Spieler verzichten. «Sicher ist es frustrierend, wenn man in der Nachspielzeit noch verliert. Doch wir haben auf die 0:1- und 1:2-Rückstände gut agiert und viel Charakter gezeigt.» Und ergänzt: «Das Verletzten-Lazarett ist sicher eine Hypothek. Aber da müssen wir durch.»

Ausharren bis zur Winterpause

Durrer attestierte den Stadtluzernern, im Gegensatz zum eigenen Team, das kaum Chancen aus dem Spiel heraus kreieren konnte, gute Offensiv-Qualitäten. Und diese Qualität hat der LSC in einem Spiel mit wenigen prickelnden Strafraumsituationen dank der Effizienz zu seinen Gunsten genützt. Während der LSC nun den Weg in Richtung Tabellenspitze einschlagen kann, muss der FC Stans den Blick nach hinten richten. Stans-Sportchef Benjamin Hess realistisch: «Obwohl die Verletztenliste lang ist, sehe ich nicht schwarz. Spätestens nach der Winterpause, wenn die meisten Spieler wieder dabei sind, sollten wir wieder aus der Negativspirale herauskommen.» Sein Optimismus: der gelungene Saisonstart, als Stans ohne Verletzungspech spielen konnte. Hess kann der gegenwärtigen Baisse sogar positive Seiten abgewinnen: «Unsere jungen Spieler können dank der Spielpraxis einiges an Erfahrung sammeln.»


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