Turner hauchdünn am Final vorbei

SCHATTDORF ⋅ An den Schweizer Meisterschaften im Vereinsturnen zeigten die Schattdorfer an den Ringen und an den Barren gute Leistungen. Verletzungen und etwas Pech vereitelten die Spitzenrangierungen.
15. September 2017, 09:09

Vergangenes Wochenende machten sich die Athleten des Turnvereins Schattdorf schon früh auf den Weg in die BBC-Arena in Schaffhausen zu den Schweizer Meisterschaften im Vereinsturnen. Kurz vor 11 Uhr ging es an die Schaukelringe. Das Team bestehend aus sechs Turnerinnen, neun Turnern und sechs Anstössern kämpfte um den Stand, was sehr gut gelang.

Trotzdem konnten die Schattdorfer nicht an die Trainingsleistungen anknüpfen. Es war das Resultat der verletzungsverfolgten Saison. Innerhalb von fünf Monaten musste das Leiterteam das Programm ganze siebenmal umschreiben. Bis zu den Sommerferien fielen vier Teammitglieder aufgrund von Verletzungen aus – einige glücklicherweise nur für kurze Zeit. In den Sommerferien mussten sich zwei weitere Personen abmelden, und der letzte Ausfall kam zehn Tage vor den Schweizer Meisterschaften dazu. All die Anpassungen verlangten von allen Übriggebliebenen viel Flexibilität. Sie mussten sich neue Zeiten sowie zusätzliche Übungen einprägen. «Mit unserer Leistung an den Schaukelringen dürfen wir deshalb zufrieden sein», bilanziert Leiter Simon Fetscher. «Die Übungen, die das ganze Jahr hinaus unverändert blieben, stimmten sehr gut zusammen. Bei angepassten Übungen mussten wir vor allem in der Synchronität grössere Abzüge in Kauf nehmen.»

Simon Fetscher bleibt als Turner erhalten

Raphaela Zgraggen ergänzt: «Nichtsdestotrotz haben wir es als Team geschafft, alle Übungen zu ersetzten, sodass das Programm komplett durchgeturnt werden konnte.» Für das Team hat die Hauptleiterin der Schaukelringe deshalb ein grosses Kompliment übrig. Der Durchgang an den Schaukelringen war der letzte mit Simon Fetscher als Leiter. Er wird den Posten aufgrund eines Studiums an Valentina Zgraggen übergeben. Fetscher bleibt weiterhin als Turner aktiv.

Am Nachmittag ging es an die Barren. «Wow, was für ein Durchgang!», sagten einige Schaukelringturnerinnen, die den Fan-Platz während des Barrendurchgangs einnahmen. «Uns standen die Haare zu Berge.» An den Wettkämpfen im Vorsommer konnten die Barrenturner mit ihrem Programm nicht wunschgemäss punkten, was die Leiter Daniel Bissig und Christoph Walker veranlasste, über den Sommer ein neues Programm zu schreiben.

Euphorie verfliegt kurz vor dem Nachtessen

Der Jubel war gross, als es die volle Punktzahl für das Programm und eine sagenhafte 9,73 als ­Vornote gab – die bisher höchste Vornote, die der TV Schattdorf je erreichte. Auf den Final konnte somit zu Recht gehofft werden. «Das Schlimmste war das Ab­warten auf die Benotung des ­Programms», sagte Christoph Walker. «Denn ansonsten konnten wir unsere Leistungen auf den Punkt bringen.» Doch leider verflog die Euphorie kurz vor dem Nachtessen: Um winzige 0,01 Punkte wurden die Schattdorfer Barrenturner aus den ­Finalrängen gedrängt. Den Frust vermochten auch die lobenden Worte der Konkurrenz nicht aus dem Weg zu räumen. Daniel Bissig, der an seiner letzten SMV nicht nur als Hauptleiter, sondern auch als Turner im Einsatz stand, meinte: «Wir dürfen stolz auf das sein, was wir geleistet haben.» Ein neues Programm innerhalb von eineinhalb Monaten in dieser Ausführung zu Stande zu bringen, sei eine grossartige Leistung. Besonders ärgerlich, dass die erhaltenen Noten in den vergangenen Jahren fürs Final gereicht hätten.

Doch aufgrund der wenigen Anmeldungen waren nur vier statt fünf Teams für den Final zugelassen. Bissig nimmt es sportlich: «Wir müssen unsere Leistung in den Vordergrund stellen und darauf anstossen.»

Nach der 17-jährigen Karriere als Turner und nach sieben Jahren als Barrenleiter gab Daniel Bissig nun den Rücktritt bekannt. Die Hauptleitung wird Christoph Walker übernehmen. Am Schlusshock in zwei Wochen wird der neue Barrenleiter nebst Walker bekanntgegeben und Daniel Bissigs Abschied zelebriert. (red)


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