U21-Chef Moser setzt auf Luzerner

FUSSBALL ⋅ Der frühere FCL-Profi Heinz Moser (49) startet mit der U21-Nationalmannschaft bald in seine zweite EM-Qualifikation. Von den FCL-Profis in seiner Auswahl hält der Trainer viel.
01. Juni 2017, 07:43

Daniel Wyrsch

daniel.wyrsch@luzernerzeitung.ch

Heinz Moser (49) hat nach seiner Zeit als Spieler bei Luzern, Sion, YB und Thun eine Karriere beim Schweizerischen Fussballverband (SFV) gemacht. Der ausgebildete Primarlehrer ist seit zwölf Jahren für den Verband tätig und ist in den letzten neun Jahren vom U15- zum U21-Trainer aufgestiegen. Neben der Verantwortung für das wichtigste Nachwuchsteam des SFV ist der strukturiert und kommunikativ arbeitende Moser auch für alle U-Nationalteams und für die sechs hauptamtlichen SFV-Nachwuchstrainer zuständig sowie als Talentmanager tätig. Zusammen mit dem Technischen Direktor des Verbandes, Laurent Prince, und Marinko Jurendic ist Moser mitverantwortlich für den im Ausland besonders beachteten «Schweizer Weg» in der Ausbildung. Moser betont: «Wir SFV-Trainer sind Trainer und Ausbildner, aber eben auch Entwickler – das macht definitiv Spass!»

 

Der gebürtige Urner steht mit dem im letzten Herbst neu formierten U21-Nationalteam vor seiner zweiten EM-Qualifikation. Am 13. Juni beginnt die Kampagne mit dem Heimspiel gegen Bosnien-Herzegowina in Biel. Die Schweiz trifft dabei unter anderem auf Portugal, das zusammen mit Deutschland und England in den letzten Jahren das Mass aller Dinge auf U21-Ebene war.

Die Schweiz kämpft hinter Portugal wohl um Platz 2

Gegen Rumänien, Wales, Bosnien-Herzegowina und Liechtenstein kämpft das Schweizer Team in erster Linie um Platz 2. Die vier besten Gruppenzweiten können sich via Barrage für die EM-Endrunde 2019 in Italien/San Marino qualifizieren. «Für uns wäre die Qualifikation für diese EM ein besonderer Erfolg, der uns sogar die Türen zu den Olympischen Spielen 2020 in Tokio öffnen könnte», erklärt Moser. Im Kader der U21-Nationalmannschaft stehen mit Goalie Simon Enzler (19), Verteidiger Remo Arnold (20), Mittelfeldspieler Nicolas Haas (21) sowie den Stürmern Joâo Oliveira (21) und Cedric Itten (20) fünf aktuelle FCL-Jungprofis. Moser spricht über die fünf Luzerner.

Simon Enzler: «Simon hat sich in den letzten Jahren bei den SFV-Auswahlen, aber auch beim FCL kontinuierlich nach oben gearbeitet. Er verfolgt sein Ziel, Profifussballer auf höchstem Niveau zu sein, konsequent.»

Remo Arnold: «Remo gehört für mich zu den interessantesten Spielern seines Jahrgangs. Er hatte 2016 zwar ein schwieriges Jahr mit Verletzungen, konnte sich aber im Winter auch gemäss Rückmeldungen der FCL-Verantwortlichen wieder herankämpfen und startete mit viel Zuversicht in die Rückrunde. Leider konnte er sich aber nicht ins Team spielen. Solche Phasen bei jungen Spielern gibt es. Wichtig dabei ist, dass die Jungs weiter Gas geben. Natürlich hoffe ich, dass er ab diesem Sommer regelmässig in der Super League spielen wird, damit er für unsere Equipe eine wichtige Stütze werden kann.»

Nicolas Haas: «Nici hat seine Ambitionen bei der letzten Kampagne bereits angemeldet, konnte sich dann aber gegen die starke Konkurrenz von Leonardo Bertone, Araz Musa, Denis Zakaria und Edimilson Fernandes im zentralen Mittelfeld noch nicht durchsetzen. Er überzeugte in den Testspielen im Herbst gegen Russland und im März gegen Deutschland. Er ist für mich auf und neben dem Feld wichtig, weil er viel Energie hat und gibt. Ich finde es sehr schade, dass er den FCL verlässt. Er hätte hier sicher weitere Fortschritte erzielen können.»

João Oliveira: «João führt auf dem Platz immer etwas im Schilde. Für mich ist er im positiven Sinne ein Verrückter, der dank seiner Schnelligkeit und Agilität den Unterschied ausmachen kann. Zudem ist er auch ein guter Joker. Gegen Deutschland hatte er für unser Team beide Tore zum 2:1-Prestigesieg erzielt. Leider konnte er den Schwung nicht richtig in die Meisterschaft mitnehmen und ist daher für Luzern in den letzten Monaten kaum in der Startelf gestanden. Wie bei Remo Arnold hoffe ich bei João, dass er im Herbst einen nächsten Schritt machen kann und mehr Spielpraxis im Klub bekommt.»

Cedric Itten: «Für mich als Trainer ist Cedric ein unheimlich angenehmer Spieler, immer bereit, alles zu geben und die Vorgaben umzusetzen. Er setzt alles daran, um den nächsten Schritt zu machen. In Luzern hat er als Leihspieler des FC Basel meiner Ansicht nach eine gute Saison absolviert. Mit etwas mehr Abschlussglück hätte er bereits in dieser Saison locker zehn Treffer erzielen können. Ich bin sicher, dass er seinen Weg, ob beim FCL oder beim FCB, machen wird.»


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