Unbeirrt auf dem Weg nach oben

TENNIS ⋅ Die 14-jährige Kiara Cvetkovic aus Geuensee ist an der Schweizer Junioren-Meisterschaft in Kriens in der U16-Kategorie topgesetzt. Es soll ein weiterer Schritt zu ihrem ganz grossen Ziel werden.
12. Januar 2018, 04:39

Theres Bühlmann

theres.buehlmann@luzernerzeitung.ch

Saint-Gregoire und Sainte-Geneviève-des Bois in Frankreich, Den Haag, San Marino, Stockholm, Rakovnik sowie Milovice in Tschechien, an diesen Orten spielte Kiara Cvetkovic im letzten Jahr. Dazu kamen viele Auftritte in der Schweiz, in Biel erreichte sie den Final, und in Montreux ging sie als Siegerin vom Platz. Nächste Destination für die Geu­enseerin, die am 24. Dezember ihren 14. Geburtstag feierte, ist Kriens. Genauer gesagt die Schweizer Hallenmeisterschaften des Nachwuchses. «Ich möchte gewinnen», sagt Kiara Cvetkovic, die sich im Status einer Lokalmatadorin befindet.

Nervosität kommt bei der 14-Jährigen deswegen nicht auf. Die Chancen auf einen Sieg sind vorhanden, die immer ruhig und bescheiden auftretende Kiara Cvetkovic (N4.53) ist in der Kategorie U16 als Nummer 1 gesetzt. Sollte sie am Wochenende triumphieren, wäre dies nach 2015 (U12, Sommer), 2016 (U14, Winter), 2017 (U14, Sommer) bereits Juniorentitel Nummer 4. Vor einem Jahr scheiterte sie in den Halbfinals in Kriens an Alina Granwehr (Wilen SG), bezwang diese aber ein halbes Jahr später an der SM auf Sand in Bellinzona.

Mit dem TC Sursee in die NLA aufgestiegen

Als stärkste Konkurrentinnen am Wochenende, neben Granwehr, sind wohl die in diesem Jahr ebenfalls aufgestiegenen Julie Schalch (Saint-Blaise) und Sebastianna Scilipoti (Aïre) zu nennen. Nicht an der SM dabei ist die Meggerin Tina Nadine Smith (N4.49), die in Australien im Einsatz steht (siehe Kasten). Durch deren Absenz rückt Kiara Cvetkovic in der Setzliste auf Position eins. «Wenn Kiara ihre Trainingsleistungen umsetzen kann, sind die Chancen auf den Titel intakt», sagte ihr Trainer Michael Birner. Die Geuenseerin gehörte jenem Surseer Interclub-Team an, das im letzten Juni den NLC-Aufstieg und die vielumjubelte Promotion in die NLA schaffte.

Kiara Cvetkovic, die als Vorbild Viktoria Azarenko aus Weissrussland nennt, besucht in Sursee die 2. Klasse der Kantonsschule, steht jeden Tag im Training, was sich auf 10 bis 12 Stunden in der Woche summiert. Und ab und zu ist sie auch im Fitnesscenter «One» anzutreffen. «Es ist zurzeit etwas streng», sagt Cvetkovic, «aber ich bringe alles gut unter einen Hut.»

Die Schulbücher dürfen im Reisegepäck nicht fehlen

Den Schulstoff, den sie versäumt, muss sie nachholen. So kommt es vor, dass beim Kofferpacken für die Wettkämpfe die Schulbücher nicht fehlen dürfen. Wenn sich in ihrem Terminkalender eine Lücke findet, geht sie schwimmen und fährt auch gerne Ski. Letzteres konnte sie bei den Skiferien ausgiebig zelebrieren, wobei Mutter Daniela manchmal zu einer vorsichtigen Fahrweise mahnte. Sie ist es auch, die ihre Tochter, die seit dem letzten November dem C-Kader von Swiss Tennis angehört, oft zu den Wettkämpfen im In- und Ausland begleitet. Ab und zu lassen sich die Termine der Familie Cvetkovic so koordinieren, dass auch Vater Jovica und Bruder Damian, der in der U13-Mannschaft des FC Luzern spielt, bei einem Tennismatch von Kiara dabei sind. Und Kiara revanchiert sich dann mit einem Besuch an einem Fussballspiel ihres Bruders.

In diesem Jahr möchte die 14-Jährige sich für die Frauen-ITF-Turniere qualifizieren, um dort Erfahrungen zu sammeln und sich so auch WTA-Punkte zu sichern. Denn ihr grosses Ziel ist ein Vorstoss im WTA-Ranking unter die Top 100. Doch zuerst einmal liegt der Fokus auf der Junioren-SM, bei der sie am Samstag ihren ersten Einsatz bestreitet. Zum Auftakt trifft sie entweder auf die Qualifikantin Sara Paunovic (R1, Brüttisellen) oder auf Angelina Joy Hug (R2, Muntelier, Lucky Loser). Diese Auftaktbegegnung sollte eigentlich für die Geuenseerin keine grosse Hürde bedeuten.


Leserkommentare

Anzeige: