Uris Halbfinaltraum ist geplatzt

ROLLHOCKEY ⋅ Im Entscheidungsspiel um den Halbfinaleinzug unterliegt der RHC Uri dem RSC Uttigen trotz Heimvorteil deutlich mit 0:5. Damit ist die Saison für die Urner bereits zu Ende.
16. April 2018, 08:07

Urs Hanhart

urs.hanhart@urnerzeitung.ch

Nachdem beide Teams in der Viertelfinalserie je eine Partie knapp für sich entschieden hatten, erwarteten viele im dritten und entscheidenden Spiel erneut eine enge Kiste. Aber daraus wurde nichts. Uri ging am Samstag vor heimischer Kulisse in der Seedorfer Rollhockey-Arena zumindest resultatmässig gegen Uttigen sang- und klanglos unter. Die angestrebte Halbfinalqualifikation lag in weiter Ferne.

Dementsprechend enttäuscht zeigte sich Uri-Coach Max Aschwanden nach dem Schlusspfiff. Seine Erklärung für den unerwartet deutlichen Taucher: «Spielerisch und auch kämpferisch kann ich unserem Team keinen Vorwurf machen. Wir haben gut mitgehalten und uns auch mehr als genügend Torchancen erarbeitet. Aber es war wie verhext. Das gegnerische Tor war wie zubetoniert. Uttigen-Goalie Roman Langenegger ist mit seinem Shutout eine sensationelle Leistung gelungen. Er hat heute den Unterschied ausgemacht. Insgesamt zieht Uttigen sicherlich verdient in den Halbfinal ein. Im Gegensatz zu uns ist es den Bernern gelungen, sich im Verlaufe der Serie zu steigern.»

Reihenweise Topchancen vergeben

Die rund 300 Zuschauer bekamen von Beginn weg ein sehr animiertes Match zu sehen, in welchem beide Teams den Führungstreffer schon in der Startphase mehrfach auf dem Stock hatten. Ab Mitte der ersten Halbzeit lief dann aber alles gegen die Platzherren. Eingeläutet wurde das Desaster ausgerechnet von Patrick Greimel, der bei Saisonhälfte von Uri zu Uttigen gewechselt hatte. Der ehemalige Uri-Captain versenkte in der 13. Minute eiskalt einen Penalty und gewann damit das Bruder-Duell gegen Uri-Keeper Marcel Greimel.

Nur fünf Minuten später kam es dann faustdick für die Gastgeber: Michael Gerig verschoss einen direkten Freistoss und in der anschliessenden Überzahlphase kassierten die Urner durch eine Unachtsamkeit im Powerplay einen höchst ärgerlichen Kontertreffer (0:2). Kurz vor der Pause scheiterte André Costa mit einem weiteren direkten Freistoss an «Hexer» Langenegger.

Miguel Lourenco gelingt Hattrick

Auch nach dem langen Break riss die Negativserie nicht ab. Marcel Greimel parierte zwar in der 27. Minute mirakulös einen direkten Freistoss, doch in der anschliessenden Unterzahlphase musste er sich zum dritten Mal geschlagen geben (0:3). Nun setzte Uri alles auf eine Karte und wurde immer offensiver, wobei die Angriffe teilweise etwas überhastet und konzeptlos wirkten. Der Uttiger Kasten geriet minutenlang unter Dauerbeschuss. Aber Langenegger mauerte richtiggehend und liess sich einfach nicht bezwingen. In dieser Sturmphase hätten die Urschweizer unbedingt einen Torerfolg benötigt, um Moral für eine Aufholjagd zu tanken. Es kam aber ganz anders. Durch einen Abwehrfehler, der bitter bestraft wurde, zogen die Gäste in der 36. Minute vorentscheidend auf 4:0 davon. Bezeichnend war, dass den Urnern nicht einmal der Ehrentreffer gelingen wollte, obwohl sie in der Schlussphase mit einem direkten Freistoss und einem Penalty noch zwei erstklassige Gelegenheiten erhielten, Langenegger wenigstens das Shutout zu vermasseln. Den Schlusspunkt unter diese überraschend einseitig verlaufene Begegnung setzte Uttigens Starspieler Miguel Lourenco, der in der 48. Minute in Überzahl das 5:0 markierte. Mit seinem dritten Treffer avancierte der wirblige Topskorer, zusammen mit Langenegger, zum Matchwinner für die Gasttruppe.

 

RHC Uri – RSC Uttigen 0:5 (0:2)

Rollhockeyhalle Seedorf. – 301 Zuschauer. – SR Lewis, Pace.– Uri: Marcel Greimel, Blöchlinger; Costa, Gerig, Von Allmen, Joshua Imhof, Briker, Gasser, Aschwanden, Nicola Imhof. – Uttigen: Langenegger, Fischer; Frey, Lourenco (3), Schaffer, Vanina (1), Niederhäuser, Schertenleib, Walther, Patrick Greimel (1).


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