Hergiswil rettet eine verkorkste Saison

RINGEN ⋅ Der Mattenkrimi im zweiten Auf-/Abstiegskampf endet mit einem hauchdünnen 20:19-Sieg von Hergiswil gegen Brunnen. Die Luzerner Hinterländer wirken gegen die aufmüpfigen Schwyzer abgeklärter.
04. Dezember 2017, 07:06

Simon Gerber

regionalsport@luzernerzeitung.ch

Hergiswils Präsident Daniel Stadelmann zeigte vor dem alles entscheidenden Abstiegskampf verhaltene Zuversicht. «Es kommt schon gut. Ich bin optimistisch», kommentierte er die Ausgangslage nach dem Abwägen der 20 Ringer. Die 350 Zuschauerinnen und Zuschauer, der grösste Teil aus dem Luzerner Hinterland, wartete in der Sporthalle Brunnen auf packenden Ringsport und bekam diesen ab dem ersten Fight auf der Matte serviert. Mal tobte die eine Seite der Halle, mal die andere. Der Match wog hin und her. In der ersten Hälfte gingen die Schwyzer bissiger und entschlossener zur Sache. Sie feierten durch Morteda Abd al Sada und dem Brüderpaar Damian und Thomas von Euw drei überlegene Siege.

Dabei bereitete sich Thomas von Euw zu seinem 18. Geburtstag ein besonders Geschenk. Auf der Seite von Hergiswil punkteten lediglich zwei Routiniers. Thomas Wisler überzeugte mit dem Schultersieg in der ersten Kampfhälfte gegen den zehn­fachen Saisonsieger Maithem Abd al Sada. Der Ausnahmekönner Thomas Suppiger gewann gegen Ruedi Appert überlegen, gab jedoch einen Mannschaftspunkt ab. Nach der Halbzeit führte Brunnen verdient mit 13:9 Punkten. Alles war noch möglich. Das enge Kopf-an-Kopf-Rennen ging nach der Pause weiter. Hergiswil konnte im Gegensatz zu den Schwyzern noch zusetzen. Schweizer Meister Martin Grüter, der vor einer Woche noch als grosser Verlierer von der Matte musste, rief diesmal sein Potenzial ab und glich dank dem 7:0-Sieg zum 14:14.

Letzter Kampf für Patrick Stadelmann

Danach kippte das Momentum mit dem Sieg des Youngsters Christian Zemp wieder auf die Seite von Brunnen. Er bodigte den reaktivierten Routinier Patrick Stadelmann mit 10:1 Punkten. Mit dieser Niederlage ging gleichzeitig die lange und erfolgreiche Karriere von Stadelmann zu Ende. Wie schon vor einer Woche hatte der lange Zeit verletzte Marco Hodel gegen das Jung­talent Raphael Suter erneut einen starken Auftritt.

Damit sorgte der Student für die vorentscheidenden Punkte zum Hergiswiler Triumph. Und dann kam die Erlösung. Es war die Erlösung für die Luzerner Hinterländer, für Brunnen war es das Gegenteil, die Enttäuschung, das Ende der Hoffnung, den Aufstieg nach der knappen Niederlage vor einer Woche doch nicht geschafft zu haben. Ein grosser Stein ist nicht nur dem Hergiswiler Coach Stefan Glanzmann vom Herzen gefallen, sondern dem ganzen Team, das sich im allerletzten Augenblick den Ligaerhalt noch sichern konnte. «Dank unserer grossen Routine konnten wir das Blatt noch wenden. Der reaktivierte Patrick Stadelmann gab den Athleten mental zusätzlichen Schub. Marco Hodel leitete mit seinem Sieg im zweitletzten Duell die Wende ein. Ein Kompliment geht an unseren Gegner. Wie schon im ersten Kampf, haben uns die Schwyzer das Leben erneut schwer gemacht», resümierte Glanzmann.

Brunnen – Hergiswil 19:20

57 kg: Maithem Abd al Sada v. Thomas Wisler 0:4. – 61 kg: Morteda Abd al Sada s. Patrick Rölli 4:0. – 65 kg: Thomas von Euw s. David Wisler 4:1. – 70 kg: Markus Murer v. Martin Grüter 0:3. – 74 kg: Raphael Suter v. Marco Hodel 0:4. Sämi Fuchs s. Philippe Kunz 2:1. – 80 kg: Christian Zemp s. Patrick Stadelmann 3:1. – 86 kg: Alexander Büeler v. Raphael Kaufmann 1:2. – 97 kg: Damian von Euw s. Joel Ambühl 4:1. – 130 kg: Ruedi Appert v. Thomas Suppiger 1:3.


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