Volleya schnuppert am Sieg

VOLLEYBALL ⋅ Das NLB-Frauen-Team von Volleya Obwalden macht in der Finalrunde weiter eine gute Figur. Gegen Volley Genève fehlt bei der 2:3-Niederlage nur das Happy End.
12. Februar 2018, 04:39

Volley Genève, welches im Auftaktspiel zur NLB-Finalrunde Aadorf klar mit 3:0 geschlagen hat, wurde auch im Match gegen Volleya Obwalden seiner Favoritenrolle gerecht. Allerdings nur bedingt, denn die Genferinnen schrammten haarscharf an einer Niederlage vorbei. Nach je zwei gewonnenen Sätzen führte Volleya Obwalden im Tiebreak mit 10:2. Fünf Punkte fehlten zum überraschenden Sieg. Eine reine Formsache, dachte man. Die danach sehr gut verteidigenden Genferinnen mit der 196 cm grossen Amerikanerin Annayka Legros schafften den 10:10-Ausgleich und zogen das Ding gleich durch: 15:11-Satzsieg.

Da halfen auch die taktischen Timeouts von Volleya-Trainer Nik Buser nichts mehr. «Wir konnten die imponierende Aufholjagd der Genferinnen mental nicht mehr verarbeiten», sieht Libera Lena Krummenacher den Grund, weshalb Volleya den möglichen Sieg noch aus der Hand gab. Und Janine Andermatt legte nach: «Ja, diese Niederlage tut schon etwas weh.» Für die 19-jährige Aussenangreiferin ist diese Niederlage allerdings kein Weltuntergang. «Schon gegen den Leader aus der Westgruppe, Münchenbuchsee, haben wir einen Punkt geholt. Und auch gegen das favorisierte Genf mit zwei Amerikanerinnen im Kader gab es wiederum Punktezuwachs. Wir haben uns gut verkauft, auch wenn es am Schluss nicht zum Sieg reichte.»

Andermatts Comeback nach langer Leidenszeit

Im ersten Satz (22:25) konnte sich bis zum 21:21 kein Team absetzen, ehe die Gäste in der Schlussphase ihre Routine ausspielen konnten. Im zweiten Set (25:22) erarbeitete sich Volleya mit einer konzentrierten Spielweise einen Vier-Punkte-Vorsprung (20:16), den die Obwaldnerinnen souverän nach Hause spielten. Im dritten Spielabschnitt sahen sich die vielen Fans hin- und hergerissen. Volleya zog nach guten Servicebällen von ­Janine Andermatt und einer offensiv perfekt abschliessenden Michelle Iten auf 11:5 und 15:10 davon, ehe sich ein paar Un­konzentriertheiten einschlichen, welche den Gästen einen 22:22-Gleichstand ermöglichten. Doch es reichte nach einem starken Serviceball von Michelle Iten gleichwohl noch zum vielbejubelten 25:23-Satzsieg. Nach einem vierten Satz (16:25), in dem jegliches Spektakel fehlte, kam es dann zum superspannenden und aufwühlenden Tiebreak. Mit dem glücklichen Ende für die Genferinnen.

Für die 19-jährige Janine Andermatt wird dieser spektakuläre Match gleichwohl in guter Erinnerung bleiben. Denn die nächstens ein Studium beginnende junge Frau hat eine lange Leidenszeit hinter sich. Schon im Alter von 15 Jahren schnupperte das damalige Talent erstmals NLB-Luft, ehe ihr eine Patellasehnenentzündung mit anschliessenden Komplikationen schwer zu schaffen machte. «Es war eine harte Zeit, aufs Volleyballspielen verzichten zu müssen», blickt Andermatt etwas wehmütig auf diese verletzungsbedingt lange Zwangspause zurück. «Doch jetzt kann ich wieder beschwerdefrei spielen.» Mit dem erstmaligen Einsatz in der Stammsechs hat sie einen guten Einstand hinter sich. Grosse sportliche Ambitionen, sprich NLA, hegt Janine Andermatt keine mehr. «Das Studium wird Priorität geniessen. Zudem will ich im NLB-Team von Volleya weitere Fortschritte machen und Erfolg haben. Ein Teil dieser tollen Truppe zu sein, macht mächtig Spass.» Auch wenn, wie im verlorenen Tiebreak, das Happy End fehlte.

Ruedi Vollenwyder

regionalsport@luzernerzeitung.ch

 

Nationalliga B. Frauen. Finalrunde. 2. Runde: Volleya Obwalden – Genève Volley 2:3. Volley Luzern – Val-de-Travers 3:0. Aadorf – Münchenbuchsee 3:0. Toggenburg – Neuchâtel UC II 3:0. – Rangliste: 1. Volley Luzern 2/9 (6:1). 2. Genève Volley 2/7 (6:2). 3. Toggenburg 2/6 (5:3). 4. Münchenbuchsee 2/5 (3:5). 5. Aadorf 2/4 (3:3). 6. Val-de-Travers 2/2 (3:5). 7. Volleya Obwalden 2/2 (4:6). 8. Neuchâtel UC II 2/1 (1:6).

Volleya Obwalden – Genève 2:3

Vereinshalle Sarnen. – 100 Zuschauer. – SR Nasr/Böhme. – Spieldauer: 101 Minuten. – Sätze: 22:25, 25:22, 25:23, 16:25, 11:15. – Volleya Obwalden: Abegg, Wirz, Zumstein, Spichtig, Andermatt, Iten, Krummenacher (Libera); Rohrer, Böbner, Garovi, Schulz.


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