Willisauer Löwen mit Beisshemmungen

RINGEN ⋅ Kriessern ist der grosse Dominator dieser Saison. Daran ändert sich auch im Meisterschaftsfinal nichts: Willisau verliert zum Auftakt den Heimkampf mit 14:20.
03. Dezember 2017, 08:25

René Barmettler

rene.barmettler@luzernerzeitung.ch

Wegen der Turnmeisterschaften wichen die Willisauer Löwen nach Grosswangen aus. Das tat der Stimmung keinen Abbruch – ganz im Gegenteil. Die Kalofenhalle war bis in den hintersten Winkel voll besetzt. Mehrmals musste der Platzspeaker die rund 1250 Zuschauer ermahnen, doch bitteschön zusammenzurücken. Auch an den Verpflegungsständen hatten die Helfer alle Hände voll zu tun. Rund 20 Minuten vor Kampfbeginn musste der Grillmeister die letzte Kiste mit ­Schinkensandwiches aushändigen. «Das wären dann 300», gab er der Helferin lachend mit auf den Weg in die Halle. Dort heizten die Gästefans aus Kriessern den Anwesenden bereits seit geraumer Zeit tüchtig ein. Selber schuld, wer aus Unwissenheit die Gehörschutzpfropfen zu Hause liegen gelassen hatte. Die Nationalhymne wurde mit Inbrunst mitgesungen – dann ging’s los.

Jetzt meldeten sich auch die Willisauer Fans lautstark zu Wort. Zum Startkampf stellte sich Timon Zeder, einer der drei Grosswanger. Doch von Heimvorteil konnte bei ihm keine Rede sein, blieb er doch gegen seinen Kontrahenten chancenlos. Überhaupt kamen die Gäste aus dem St. Galler Rheintal besser aus den Startblöcken. Der 13-fache Schweizer Meister aus Willisau ging als Aussenseiter in diesen Final, trotzdem ist die Erwartungshaltung im Publikum hoch: Auf einem rund 15 Meter langen Transparent waren alle Jahreszahlen der errungenen Meistertitel zu lesen. Als Stefan Reichmuth, der zweite Grosswanger, an der Reihe war, konnten die Einheimischen zum ersten Mal jubeln, der erste Sieg war im Trockenen – «nur» noch 4:10. Doch die Lage vor der Halbzeitpause verdüsterte sich wieder – der Gästekämpfer Dominik Laritz feierte seinen Sieg mit einem Salto aus dem Stand – der Lärmpegel des Kriessener Anhangs liess nun fast Zwerchfelle platzen.

Entscheidung im zweitletzten Kampf

Während sich die Athleten in der halbstündigen Pause aufwärmten, stürmten rund 30 Kids auf die Matte und rangen wie wild um die Wette. Dann waren die Erwachsenen wieder an der Reihe. Die Einheimischen gaben ein Lebenszeichen von sich und fuhren Siege ein: Samuel Scherrer, Andreas Vetsch und Andreas Reichmuth, der dritte Grosswanger, verkürzten zwischenzeitlich auf 11:16. Doch als der zweitletzte Kampf verloren war, stand der Sieger bereits fest.

Die Willisauer Löwen zeigten gestern in der «Arena» zu wenig Biss, fanden in Kriessern erneut den Meister. Die Ostschweizer haben nach diesem 20:14-Sieg die Möglichkeit, bereits am nächsten Samstag ihren zwölften Meistertitel zu holen.

  • Der Willisauer Stefan Reichmuth (links) gegen den Kriesser Ringer Philipp Hutter in der Kategorie 97 kg Greco. (© Roger Grütter)
  • Willisaus Stefan Reichmuth (rechts) gegen den Kriesser Ringer Philipp Hutter in der Kategorie 97 kg greco. (© Roger Grütter)
  • Jubel beim Willisauer Stefan Reichmuth nach einem gewonnenen Kampf. (© Roger Grütter)

Kriessern ist der grosse Dominator dieser Saison. Daran ändert sich auch im Meisterschaftsfinal nichts: Willisau verliert zum Auftakt den Heimkampf mit 14:20.


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