Zukunft gehört Ambre Allinckx

SQUASH ⋅ Reiko Peter, Gaby Huber und Ambre Allinckx qualifizierten sich am Wochenende an der Schweizer Einzel-Meisterschaft in Uster für die Halbfinals. Für einen Titel reichte es aber nicht.
17. April 2018, 08:52

Stefan Kleiser

regionalsport@luzernerzeitung.ch

Sieben Mal hat Reiko Peter, der Spitzenspieler des SC Pilatus Kriens, schon im Final der Schweizer Einzel-Meisterschaft gestanden. Gerne hätte der 29-Jährige am Sonntag in Uster erneut im Endspiel gestanden, denn er hatte die letzten Titelkämpfe nach zwei Hüftoperationen verpasst. Doch Peter unterlag im Halbfinal dem aufstrebenden Dimitri Steinmann, der wie Peter den Squashsport zu seinem Beruf gemacht hat.

Der Luzerner ärgerte sich weniger über seine Niederlage in fünf Sätzen als vielmehr über die Art und Weise, wie er unterlag. «Ob du Zweiter oder Dritter wirst, das ist nicht wichtig», erklärt Reiko Peter. Ihn nervte, dass er nicht gut spielte. «Wenn ich das beste Squash hätte abrufen können, dann hätte es zum Sieg gereicht.» Aber in den ersten zwei Sätzen habe er das Spiel nicht dominieren können, sagt Peter mit Stirnrunzeln.

Titelverteidigerin Gaby Huber entthront

Zwar machte die Nummer 109 der Welt ein 0:2 in Sätzen wett. Aber am Ende unterlag Peter trotzdem. «Das Spiel hat eine Stunde später angefangen als geplant. Ich konnte das Aufwärmen nicht wunschgemäss timen, ich war mental nicht bereit», erklärt er. «Und ich habe nicht konsequent den Ball durchgezogen.» Eine Bronzemedaille gewann der Krienser dennoch. Auch weil Robin Gadola, sein Gegner um Rang drei, verletzt ausfiel.

Auch Gaby Huber beendete die SM auf Platz drei. Die 37-Jährige aus Sachseln hatte aber gehofft, zum neunten Mal Gold gewinnen zu können. Vor einem Jahr hatte sie den Titel noch geholt, obwohl sie nach einer im Dezember 2015 erlittenen Knieverletzung über ein Jahr keine Wettkämpfe bestritten hatte. Das hinderte die Ausnahmespielerin nicht daran, nach der Rückkehr weiter die Ausstrahlung der Unbesiegbarkeit zu besitzen.

In Uster war Huber, die Nummer zwei der Setzliste, mit einem Freilos in Runde zwei aufgerückt und danach erneut ohne Match in den Halbfinal vorgestossen – weil ihre Gegnerin zum vorgesehenen Spieltermin nicht antreten konnte. Im Halbfinal widersetzte sich dann der Körper. Die Obwaldnerin hatte gegen die Fricktalerin Nadia Pfister gerade einen 0:1-Satz-Rückstand in einen 2:1-Satz-Vorsprung umgewandelt, als die Achillessehnen zu schmerzen begannen.

«Am Ende des vierten Satzes war es nicht mehr gut», blickt Huber zurück. Sie unterlag Pfister in fünf Sätzen – und überlegte sich, am Sonntag gegen die Krienser Sportschülerin Ambre Allinckx gar nicht mehr anzutreten. Der Schrei nach der 3:0 gewonnenen Partie im kleinen Final sei aber kein Freudenschrei über Platz drei gewesen, erklärt Gaby Huber. Die Emotionen hätten sie vielmehr eingeholt, «weil ich nicht gewusst habe, ob ich überhaupt spielen kann».

Spätestens in zwei Jahren wird sie Meisterin

Für Ambre Allinckx war es trotz der Niederlage im Spiel um die Bronzemedaille das bisher beste Abschneiden an einer Schweizer Einzel-Meisterschaft. Vor einer Woche an den NLA-Playoffs sei sie nicht ganz auf die Spiele fokussiert gewesen. Am Freitag war ihr nun gegen Fabienne Oppliger aus Uster, die sie vor einer Woche knapp 3:2 geschlagen hatte, gleich ein 3:0-Erfolg gelungen. «Es wäre toll, eine Medaille zu gewinnen», meinte sie danach.

Daraus wurde nichts. Dafür gab es für Ambre Allinckx ein Kompliment von einem Vorzeige-Squasher. «In einem Jahr, spätestens in zwei Jahren, wird sie nationale Meisterin», ist Nicolas Müller aus Hirzel überzeugt. Sie sei erst 16 Jahre alt und spiele bereits derart stark.

Müller muss es wissen. Die Nummer 18 der aktuellen Weltrangliste entschied am Sonntag zum zwölften Mal die Schweizer Einzel-Meisterschaft für sich. Die erste Goldmedaille gewann er – mit 17.


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