Wicki besteht den Härtetest

SCHWINGEN ⋅ Joel Wicki gelingt nach der fünfwöchigen Verletzungspause der zweite Rang am Nordwestschweizerischen. Der Teilnahme am Unspunnenfest steht nichts mehr im Weg.
14. August 2017, 04:38

Claudio Zanini

claudio.zanini@luzernerzeitung.ch

Noch vor fünf Wochen wurde Joel Wicki (20) mit dem Rega-Helikopter von der Rigi geflogen. Das Saisonende musste befürchtet werden, nachdem der Sörenberger im Schlussgang gegen Sven Schurtenberger verletzt aufgab. Mit gerissenen Aussenbändern im rechten Fuss kam Wicki aber verhältnismässig glimpflich davon – vor allem im Vergleich zur Unterschenkelfraktur in der Vorsaison.

Gestern kehrte der dreifache Saisonsieger am Nordwestschweizer Verbandsfest in Therwil aber bereits wieder ins Sägemehl zurück und zeigte eine ­beachtliche Leistung im ersten Ernstkampf seit Anfang Juli. ­Wicki klassierte sich auf dem zweiten Rang. Bei einem gestellten Schlussgang zwischen Martin Hersche und Matthias Aeschbacher hätte er gar noch den Festsieg geerbt. «Ich wusste zwar, dass es mir wieder gutgeht. Dennoch war dieses Abschneiden auch für mich ein wenig überraschend», sagte Wicki hinterher. Schmerzen verspürte er keine während des Wettkampfs. «Nur ein gutes Tape» habe er benötigt, um wieder mit Selbstvertrauen anzupacken.

Szenenapplaus beim Duell mit Bruno Gisler

Von vorsichtigem Abtasten war bereits im ersten Gang gegen den Titelverteidiger Bruno Gisler nichts zu sehen. Nach einem hochstehenden Duell, in dem es Szenenapplaus gab, trennten sich Wicki und Gisler unentschieden. Es sollte aber der einzige Gestellte bleiben auf dem Notenblatt des Luzerners. Fünf Siege liess Wicki folgen. So bezwang er auch die beiden Eidgenossen Christoph Bieri (4. Gang) und Nick Alpiger (5. Gang). In den verbleibenden zwei Wochen bis zum Saisonhöhepunkt, dem Unspunnenfest, will Wicki nichts mehr überstürzen. «Vorab geht es darum, mich gut zu erholen. Danach werde ich ­sicher noch zwei bis drei gute Trainings absolvieren. Und dann geht es ab an den Unspunnen.»

Gewonnen hat in Therwil schliesslich Martin Hersche. Für den Appenzeller, der Ende Juli in überzeugender Art und Weise den Brünig-Kranz gewann, ist es der erste Festsieg der Karriere. Im Schlussgang bezwang er den auf dem Papier stärkeren Berner Matthias Aeschbacher nach 4:14 Minuten mit Brienzer vorwärts.

Kranzfeste vom Sonntag

Therwil BL. Nordwestschweizer Schwingfest (129 Schwinger, 5000 Zuschauer). Schlussgang: Martin Hersche (Appenzell) bezwingt Matthias Aeschbacher (Rüegsau­schachen) nach 3:34 Minuten mit Brienzer vorwärts. – Schlussrangliste: 1. Hersche 59,00. 2. Joel Wicki (Sörenberg) 58,25. 3. Aeschbacher 58,00. 4. Bruno Gisler (Rumisberg) und Roger Erb (Metzerlen), je 57,50. 5. Patrick Räbmatter (Uerkheim) und Nick Alpiger (Staufen), je 57,25. 6. u.a. Sven Schurtenberger, Henryc Thoenen, je 57,00.

Collombey. Walliser Kantonalschwingfest (110 Schwinger). Schlussgang: Ivan Mollet (Ollon) und Marc Gottofrey (Echallens) nach 10 Minuten gestellt. – Schlussrangliste: 1. Curdin Orlik (Kandersteg) und Michel Dousse (Oberschrot), je 58,25. 2. Mollet 57,75. 3. Gottofrey 57,50. 4. Pascal Piemontesi (Eclépens), Michael Matthey (Gingins), Stéphane Haenni (Mézières), Marc Guisolan (St-Aubin), Samuel Dind (Dombresson) und Victor Cardinaux (Villars-le-Terroir), je 57,00.


Leserkommentare

Anzeige: