Djokovic siegt und kritisiert Organisatoren

WIMBLEDON ⋅ Mit einem Tag Verspätung qualifiziert sich Novak Djokovic für die Viertelfinals. Trotz dem Sieg gegen den Franzosen Adrian Mannarino zeigt sich der Serbe hinterher nicht besonders gut aufgelegt.
12. Juli 2017, 04:39

Das bewölkte und regnerische Wetter in Wimbledon passte zur Laune von Novak Djokovic. Der Serbe formulierte nach dem klaren Sieg gegen Adrian Mannarino (ATP 51) seine Aussagen zwar höflich, aber bestimmt und hielt mit Kritik an den Organisatoren nicht zurück. Zweieinhalb Stunden hatten er und der Franzose Adrian Mannarino am späten Montagabend gewartet, bis entschieden wurde, dass die für nach dem Duell zwischen Gilles Muller und Rafael Nadal auf Court 1 geplante Partie der beiden nicht auf den Centre Court, sondern erst auf den nächsten Tag verlegt werden würde. «Es war ein falscher Entscheid. Wir hätten bis 23 Uhr unter Dach und Flutlicht spielen können», sagte Djokovic. Die Begründung der Organisatoren, die Partie wegen Sicherheitsbedenken nicht zu verlegen, konnte der dreifache Wimbledon-Sieger nicht nachvollziehen. «Ich sehe keine Logik hinter diesem Entscheid.»

Djokovic kritisierte auch ­ die Beschaffenheit des Rasens. ­ «Je mehr gespielt wird, desto schlechter werden die Plätze», sagte Djokovic, der sich bereits während seiner Partie gegen Mannarino bei Schiedsrichter Carlos Bernardes wegen eines «Lochs» im Rasen hinter der Grundlinie beschwert hatte. Er wisse, dass Rasen die komplexeste Unterlage sei. «Aber ich habe definitiv schon auf besseren Plätzen gespielt.»

Die Schulter bereitet Kummer

Den Job gegen Mannarino erledigte Djokovic auf dem Centre Court bei geschlossenem Dach, ohne zu glänzen. Der dreifache Champion spielte phasenweise passiv und lag im Tiebreak des zweiten Satzes 2:4 zurück, ehe er eine kurze Schwächephase des Franzosen ausnützte und damit seinen ersten Satzverlust in diesem Turnier verhinderte. Mehr Kummer als der Gegner bereitete Djokovic die rechte Schulter, die er im dritten Satz mehrmals behandeln liess. Es handle sich um ein Problem, das ihn schon ­etwas länger beschäftige. «Aber ich weiss, wie ich damit umgehen muss», so Djokovic.

Bei den Frauen gibt es am Montag mit Karolina Pliskova eine neue Nummer 1. Die 25-­jährige Tschechin profitierte vom Sieg von Johanna Konta in den Viertelfinals gegen Simona Halep und wird die Deutsche Angelique Kerber an der Spitze der Weltrangliste ablösen. Pliskova, die bereits in der 2. Runde an Magdalena Rybarikova gescheitert war, wird die 23. Nummer 1 der Geschichte sein. (sda)

Wimbledon

Wimbledon. Grand-Slam-Turnier (31,6 Mio. Pfund/Rasen). Männer. Achtelfinals: Djokovic (SRB/2) s. Mannarino (FRA) 6:2, 7:6 (7:5), 6:4. – Viertelfinals: Murray (1) – Querrey (24), Muller (16) – Cilic (7); Raonic (6) – Federer (3), Berdych (11) – Djokovic (2).

Frauen. Viertelfinals: Konta (GBR/6) s. Halep (ROU/2) 6:7 (2:7), 7:6 (7:5), 6:4. Muguruza (ESP/14) s. Kusnezowa (RUS/7) 6:3, 6:4. Williams (USA/10) s. Ostapenko (LAT/13) 6:3, 7:5. Rybarikova (SVK) s. Vandeweghe (USA/24) 6:3, 6:3. – Halbfinals: Muguruza (14) – Rybarikova (24), Venus Williams (10) – Konta (6).

Mixed. Achtelfinals: Jamie Murray/Hingis (GBR/SUI/1) s. Jebavy/Hradecka (CZE/16) 6:3, 6:4.

Juniorinnen. 2. Runde: Waltert (SUI) s. Anschba (RUS) 4:6, 6:1, 6:2. Osuigwe (USA/2) s. In-Albon (SUI) 2:6, 6:3, 6:3.


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