Federer mit viel Mühe zum Sieg

ATP MONTREAL ⋅ Nach schwachem Start qualifiziert sich Roger Federer beim Masters-1000-Turnier in Montreal in drei Sätzen für die Viertelfinals. Er gewinnt in knapp zwei Stunden 4:6, 6:4, 6:2 gegen David Ferrer.
Aktualisiert: 
11.08.2017, 02:34
11. August 2017, 00:02

Federer agierte ungewohnt fehlerhaft und zeigte seine Unzufriedenheit immer wieder deutlich. Am Ende rang er den zähen Spanier aber nieder. Mit zunehmender Dauer fand der Schweizer besser zu seinem Spiel. Im dritten Satz gelang ihm gleich im ersten Game das Break, von dem sich der ehemalige Top-5-Spieler Ferrer nicht mehr erholte. Letztlich gewann der Spanier im 17. Duell mit Federer lediglich seinen sechsten Satz, nicht aber erstmals den Match.

So viel Mühe wie am Donnerstagabend bekundete Federer aber noch selten. Erst zum zweiten Mal überhaupt entschied der Spanier den ersten Satz für sich - und er tat dies mit viel Hilfe des Schweizers. Ferrer, der einer von nur vier aktiven Spielern (neben Federer, Rafael Nadal und Novak Djokovic) mit mehr als 700 Siegen auf ATP-Level ist, führte nach einem Break zum 3:1 mit 5:2, ehe Federer nochmals herankam. Bei eigenem Aufschlag gab der 36-jährige Basler den Satz mit einem Vorhand-Fehler aber dennoch ab.

Auch im zweiten Satz blieb er fehlerhaft und gab ein erstes Break mit einem von vier Doppelfehlern gleich wieder aus der Hand. Der ein Jahr jüngere Ferrer, der nach Verletzungen nur noch die Nummer 33 der Welt ist, konnte davon aber nicht profitieren. Federer gelang zum 3:2 erneut ein Break, das er bis zum Ende verteidigte. Deutliches Zeichen der nicht optimalen Tagesform: Als er bei 5:4 zum Satz servierte, musste Federer nochmals zwei Breakchancen abwehren. Er tat dies mit zwei Aufschlagpunkten aber sehr souverän.

Mit 47 unerzwungenen Fehlern - fast gleichmässig auf Vor- und Rückhand verteilt - gelang Federer für einmal keine Gala , obwohl die Bedingungen ideal waren. "Ich hatte Mühe, von der Grundlinie einen Rhythmus zu finden", erklärte er. "Und David konnte mir auf meinen zweiten Aufschlag weh tun." Man fühle sich nicht an jedem Tag gleich gut, stellte Federer nach seinem 33. Sieg im 35. Spiel in diesem Jahr fest. Am Ende sei ein solcher Erfolg nach einem Rückstand aber auch sehr befriedigend.

Nun der nächste Spanier

Im Viertelfinal trifft Federer heute gegen 20.30 Uhr erneut auf einen Spanier, gegen den er noch nie verloren hat (6:0 Siege). Roberto Bautista Agut ist als Nummer 16 der Welt der höchstklassierte Spieler, der in der Tableauhälfte des Schweizers verblieben ist. Bautista Agut wehrte gegen Gaël Monfils einen Matchball ab und setzte sich im Tiebreak des dritten Satzes durch. "Ich weiss, was mich erwartet", ist sich Federer sicher. "Er spielt sehr ähnlich wie Ferrer." (sda)


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