Roger Federer hat Geburtstag: «Mit 36 Jahren die Nummer 1 zu sein, wäre schon sehr speziell»

TENNIS ⋅ Roger Federer, der heute seinen 36. Geburtstag feiert, bietet sich die Chance, nach fast fünf Jahren wieder die Spitze der Weltrangliste zu übernehmen. In Montreal spielt er aber in erster Linie, weil die Form nach den Ferien gut ist.
Aktualisiert: 
08.08.2017, 13:00
08. August 2017, 07:53

Der Entscheid von Roger Federer, nicht erst in einer Woche in Cincinnati auf die Tour zurückkehren, hat manche überrascht. Der Basler, der heute 36 Jahre alt wird, ist bekannt für seine langfristige Planung. Dass er bereits in Montreal wieder antritt, hat zwei Gründe: Er wittert die Chance, die älteste Nummer 1 der Tennisgeschichte zu werden. Und der 19-fache Grand-Slam-Rekordsieger fühlt sich körperlich und im Kopf frisch.

«Ich habe mich vor sechs Tagen zur Teilnahme entschieden», erklärte Federer in Montreal. «Als ich nach den Ferien wieder mit dem Training begann, fühlte ich mich physisch und spielerisch in Form», erklärte er. «Und ich habe ja im letzten Jahr genügend trainiert. Da wollte ich lieber die Form nützen und mehr Matches spielen statt noch mehr zu trainieren.» Damals hatte er nach Wimbledon seine Saison abbrechen müssen, wie nun Stan Wawrinka und Novak Djokovic, um sein operiertes Knie richtig gesund werden zu lassen und sich dann optimal auf die neue Saison vorzubereiten.

Nadal hat die besseren Karten

Diese verlief derart gut, dass er nun Fragen wie diese beantworten muss: Was wäre ihm lieber: nochmals die Nummer 1 der Welt zu werden oder mit dem US Open nach Australien und Wimbledon in diesem Jahr noch ein drittes Grand-Slam-Turnier zu gewinnen? Federers Antwort darauf kommt zögernd: «Es ist unmöglich, da zu wählen.» Anderseits: «Mit 36 Jahren die Nummer 1 zu sein, wäre schon sehr speziell. Und ich habe ja schon zwei Grand Slams gewonnen. Vielleicht also lieber die Nummer 1.» Zum Schluss kommt dann aber doch: «Ich weiss es nicht.»

Es ist ja sowieso nicht so, dass er sich das einfach aussuchen könnte. Erst einmal muss er diese Woche in Montreal, nächste Woche in Cincinnati und schliesslich am US Open mehr Punkte holen als Rafael Nadal, der zunächst die besseren Karten hat. Der Spanier kann den wegen Hüftproblemen pausierenden Andy Murray an der Spitze der Weltrangliste ab­lösen, wenn er in Kanada mindestens die Halbfinals erreicht. «Der Fokus wird also diese Woche mehr bei Rafa liegen. Aber die Nummer 1 scheint für mich nicht so weit weg.» Und da hilft es Federer natürlich, dass er bereits diese Woche wieder auf Punktejagd gehen kann.

Federer wird am Mittwoch gegen einen Kanadier, Vasek Pos­pisil oder Peter Polansky, das erste Spiel seit seinem achten Wimbledon-Triumph bestreiten. Erst am Mittwoch, weil er gemäss Turnierdirektor Eugène Lapierre darum gebeten habe, nicht an seinem Geburtstag spielen zu müssen. Dass Federer seit 2011 nicht mehr in Montreal gespielt und das Turnier noch nie gewonnen hat, wenn es in der Metropole Quebecs stattfand, steigert die Lust auf einen Sieg noch mehr.

Schöne Erinnerungen an Montreal

Vor allem aber hat der Basler beste Erinnerungen an die Stadt. Vor acht Jahren unternahm er die erste Reise mit seinen wenige Wochen zuvor geborenen Zwillingsmädchen Charlene und Myla just nach Montreal. Diesmal weilt er allerdings ohne Familie in Kanada. Er kann sich also voll auf das Erreichen des nächsten Traums konzentrieren. In einer Saison, die sowieso schon «ein kompletter Traum» sei – selbst wenn er nichts mehr gewinnen würde.

Quiz zum Geburtstag unseres Tennis-Gottes: Wie viel wissen Sie über Roger Federer?


Frage 1 von 13:

Wann gewann er das erste Mal das Heimturnier in Basel?


Marcel Hauck (SDA)

sport@luzernerzeitung.ch

Weltrangliste

1. Murray (GBR) 7750. 2. Nadal (ESP) 7465. 3. Federer (SUI) 6545. 4. Wawrinka (SUI) 5780. 5. Djokovic (SRB) 5325. 6. Cilic (CRO) 5155. 7. Thiem (AUT) 4065. 8. Alexander Zverev (GER) 3560. 9. Nishikori (JPN) 3420. 10. Raonic (CAN) 3220. 11. Dimitrov (BUL) 3070. 12. Tsonga (FRA) 2805. 13. Goffin (BEL) 2560. 14.Berdych (CZE) 2480. 15. Carreño Busta (ESP) 2350. 16. Bautista Agut (ESP) 2335. 17. Sock (USA) 2335. 18. Pouille (FRA) 2255. 19. Isner (USA) 2145. 20. Querrey (USA) 1990. Ferner: 93. Laaksonen (SUI) 574. 206. Chiudinelli (SUI) 251. 455. Marti (SUI) 86.

Stanford, Kalifornien. WTA-Turnier (776 000 Dollar/Hart). Final: Keys (USA/3) s. Vandeweghe (USA/6) 7:6 (7:4), 6:4.

Washington. WTA-Turnier (250 000 Dollar/Hart). Final: Makarowa (RUS/7) s. Görges (GER/4) 3:6, 7:6 (7:2), 6:0.


Leserkommentare

Anzeige: