Roger Federer gewinnt Wimbledon zum achten Mal

WIMBLEDON ⋅ Roger Federer ist mit neu acht Titeln alleiniger Rekordhalter in Wimbledon. Er liess Marin Cilic im Final mit 6:3, 6:1, 6:4 keine Chance.
Aktualisiert: 
16.07.2017, 17:50
16. Juli 2017, 16:52

Der Spuk auf dem berühmtesten Tenniscourt der Welt dauerte nur gerade 101 Minuten. Einzig die ersten vier Games boten Spannung. Cilic, der Federer auf dem Weg zu seinem US-Open-Triumph 2014 im Halbfinal deklassiert hatte, verschaffte sich beim Stand von 2:1 die erste Breakchance - und vergab sie mit einem Returnfehler auf einen durchschnittlichen zweiten Aufschlag. Es war bereits der Anfang vom Ende.

Im nächsten Game gelang Federer seinerseits das erste Break. In der Folge verlor er nur sechs weitere Games. Spätestens ab dem zweiten Satz wurde zudem deutlich, dass der als Nummer 7 gesetzte Kroate Mühe hatte, sich zu bewegen. Er liess sich am Fuss behandeln, dem Anschein nach wegen einer grossen Blase, und kämpfte immerhin bis zum Schluss. Nach einem Break zum 4:3 im dritten Satz war die Frage jedoch nur noch, ob Federer den Sieg noch vor einem drohenden Regenguss unter Dach und Fach bringen würde. Mit einem Ass beim zweiten Matchball gelang ihm auch dies souverän.

Nachdem er im Januar am Australian Open seinen 18. Grand-Slam-Titel im Anschluss an eine fünfmonatige Verletzungspause völlig überraschend geholt hatte, setzte sich Federer in Wimbledon als Favorit so überlegen wie noch nie durch. Als erst zweiter Spieler in der Profiära (seit 1968) nach Björn Borg 1976 holte er den Titel ohne Satzverlust. Federer war diese Kunststück bei einem Major zuvor erst einmal gelungen: beim Australian Open 2007.

Mit 35 Jahren und 342 Tagen ist Federer der älteste Wimbledon-Sieger der Neuzeit. Federers Rekordjagd an der Church Road hatte bereits in der Auftaktpartie gegen Alexander Dolgopolow begonnen. Mit seiner 70. Teilnahme an einem Grand-Slam-Turnier egalisierte er die Marke von Fabrice Santoro, mit seinem 85. Einzelsieg in Wimbledon übertraf er Jimmy Connors - inzwischen steht Federer bei 91.

Weitere Bestmarken folgten: der Einzug in den 15. Wimbledon-Viertelfinal war Federers 50. an einem Grand-Slam-Turnier, der zwölfte Halbfinal sein 42. und sein elfter Wimbledon-Final der 29. an einem Major-Event. Noch nie zuvor hatte ein Spieler am selben Grand-Slam-Turnier elfmal den Final erreicht.

Das Endspiel gegen Cilic war Federers 102. Spiel in Wimbledon, womit er die Bestmarke von Connors egalisierte. Mit seinem achten Titel im All England Club liess er William Renshaw und Pete Sampras hinter sich und baute seine Bestmarke bei den Grand-Slam-Titeln auf 19 aus.

Federer wird nach der Fortsetzung seiner märchenhaften Saison in der Weltrangliste auf Platz 3 vorstossen. Erstmals seit 2009 gewinnt er mindestens zwei Major-Turnier in einem Jahr, nachdem er Anfang Saison schon das Australian Open für sich entschieden hat. (sda)

  • KEYSTONE
  • KEYSTONE
  • KEYSTONE

Roger Federer holt seinen achten Titel in Wimbledon. Er gewinnt gegen den Kroaten Marin Cilic mit 6:3, 6:1, 6:4.


Leserkommentare

Anzeige: