Schweizer Fedcup-Team führt in Schweden 2:0

FEDCUP ⋅ Das Schweizer Fedcup-Team führt in der Erstrundenpartie der Weltgruppe II in Schweden 2:0. Timea Bacsinszky und Belinda Bencic gewinnen ihre beiden Einzel ohne Satzverlust.

Die Schweizerinnen wurden an der schwedischen Westküste ihrer Favoritenrolle vollauf gerecht. Einzig Timea Bacsinszky (WTA 36) legte gegen die 19-jährige Rebecca Peterson (WTA 222) einen veritablen Fehlstart hin. Sie geriet zwar 0:4 und 2:5 in Rückstand, jedoch nicht in Panik und setzte sich schliesslich standesgemäss 7:6 (7:4), 6:0 durch. Noch deutlicher fiel der Erfolg von Belinda Bencic (WTA 37) aus. Die 17-jährige Aufsteigerin des letzten Jahres liess der Leaderin des Tre-Kronor-Teams, Johanna Larsson (WTA 71), in 71 Minuten mit 6:1, 6:2 nicht den Hauch einer Chance.

Mit der Ruhe und dem Selbstvertrauen der erfolgreichen letzten Monate liess Bacsinszky die Sturm-und-Drang-Phase ihrer jungen Gegnerin über sich ergehen. «Sie begann sehr gut und ich extrem schlecht», stellte die 25-jährige Waadtländerin im Anschluss fest. «Das war ein grosser Kontrast.» Die Schwedin riskierte viel, schlug gut auf und machte enorm Druck. Die 25-jährige Waadtländerin suchte jedoch geduldig ihren Rhythmus, wehrte beim Stand von 4:5 sogar einen Satzball ab und kämpfte sich nach und nach ins Spiel. «Ich bin immer ruhig geblieben», stellte Bacsinszky sehr zufrieden fest. In einem hochstehenden Tiebreak überraschte sie Peterson beim Stand von 4:4 mit einem riskanten, aber erfolgreichen Rückhand-Return. Zwei Punkte später hatte sie den ersten Satz im Trockenen - und damit praktisch die Partie gewonnen. «Ich konnte die Intensität steigern, als es zählte, und wusste, dass ich mehr Erfahrung auf diesem Niveau habe», sagte sie.

Die Skandinavierin, die ihr erstes Fedcup-Einzel bestritt, konnte in der Folge ihr hohes Level nicht mehr halten und trauerte sichtlich dem verlorenen ersten Durchgang nach. Bacsinszky hingegen nahm den Fuss nicht mehr vom Gaspedal. Der zweite Satz dauerte nur noch 24 Minuten, nach insgesamt 1:19 Stunde verwertete Bacsinszky dank eines Rückhand-Fehlers von Peterson gleich ihren ersten Matchball.

Anschliessend fuhr Belinda Bencic gegen Johanna Larsson sogleich da weiter, wo ihre Teamkollegin aufgehört hatte. Nach einer umkämpften Startphase zog die Ostschweizerin unwiderstehlich davon. Die heikelste Phase hatte sie im zweiten Satz zu überstehen, als sie einen Breakvorsprung preisgab und kurzfristig 1:2 ins Hintertreffen geriet. Sie behielt jedoch die Nerven und konterte mit fünf Games in Folge zum Sieg. «Ich habe gut begonnen und die taktische Marschroute eingehalten, die Heinz (Günthardt) und mein Vater ausgegeben haben.» Ganz so einfach, wie es das Resultat zeige, sei es aber nicht gewesen. «Die meisten Games waren hart umkämpft.»

Der Sieg gegen die erfahrene Larsson, die 27 von 43 Fedcup-Einzeln gewonnen hat, ist sehr hoch einzustufen. Bencic liess sich vom Fehlstart ins Jahr (vier Niederlagen, je zwei im Einzel und Doppel) nicht aus dem Konzept bringen und sicherte sich ohne Probleme und mit bemerkenswerter Coolness den ersten Sieg der Saison. Bencic betonte noch einmal, dass diese schlechten Resultate sie nicht über Gebühr belastet hätten. «Ich habe vielleicht etwas zu viel gewollt in Australien. Aber ich bin 17-jährig, da kann man nicht immer konstant gut spielen.» Der Fedcup scheint nun ideal, um wieder in die Spur zu finden. «Es ist super, wenn man vom Team so unterstützt wird.»

Captain Heinz Günthardt fasste den Tag kurz und bündig zusammen: «Mehr konnte ich von den Spielerinnen nicht erwarten.» Sein Team braucht heute Sonntag nur noch einen Sieg aus den letzten beiden Einzeln und dem abschliessenden Doppel. Den Auftakt macht um 11.00 Uhr (live auf TV24) die neue Schweizer Nummer 1 Bacsinszky gegen Larsson. «Ich bin zuversichtlich», versichert Günthardt. «Aber wir müssen es so angehen, wie wenn es 0:0 stehen würde.» (Si)


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