Alle gegen Golden State

BASKETBALL ⋅ Die Golden State Warriors steigen erneut als Favoriten auf den Titel in die NBA-Playoffs. Es gibt einige Teams wie die Houston Rockets mit Clint Capela, die die Kalifornier herausfordern könnten.
15. April 2017, 07:00

Eigentlich kann der Weg zum Titel in der NBA ab der Nacht auf Sonntag nur über Golden State führen. Die Warriors waren zum dritten Mal in Folge das beste Team der Qualifikation und sie haben in dieser Zeitspanne so viele Siege eingefahren wie noch keine Mannschaft vor ihnen. Sogar die Chicago Bulls unter der Regie des legendären Michael Jordan konnten zwischen 1996 und 1998 nicht so oft jubeln.

Die Warriors stellen, angeführt von Stephen Curry, dem wertvollsten Spieler der letzten beiden Jahre, und Kevin Durant, seinem Vorgänger als MVP, nicht nur die produktivste, sondern auch die effizienteste Offensive. Kein Team verzeichnet eine bessere Wurfquote (49,5 Prozent). Doch auch defensiv gehört das Team aus Oakland zu den besten.

Dass Dominanz in der Regular Season indes noch keinen Titelgewinn garantiert, wissen die Warriors spätestens seit dem letzten Jahr, als sie die Finalserie gegen Cleveland trotz 3:1-Führung noch verloren. Solange LeBron James aktiv ist, muss das Team aus Ohio zum Kreis der Titelanwärter gezählt werden. Allerdings sind sowohl die Warriors als auch die Cavaliers stark von ihren Starspielern abhängig. Sobald auf die Bank zurückgegriffen werden muss, ist das Leistungsgefälle beträchtlich.

Chance für Capelas Rockets

Und das könnte die Chance für ausgeglichenere Teams wie San Antonio, das hinter den Warriors die zweitbeste Saisonbilanz aufweist, oder wie die Houston Rockets mit Clint Capela sein. In seiner dritten Saison mit den Texanern hat sich der Genfer in der Startformation etabliert. Er verzeichnet in allen Statistiken Karrierebestwerte. Nach einem Wadenbeinbruch, der ihn kurz vor Weihnachten für vier Wochen ausser Gefecht gesetzt hatte, fand der 22-Jährige schnell wieder zu Formstärke.

Capela überzeugte nicht nur defensiv, sondern legte vorab unter dem gegnerischen Korb bemerkenswerte Effizienz an den Tag. Er verwertete 64,3 Prozent seiner Würfe. Ligaweit waren nur zwei Spieler noch treffsicherer. Houston legt hohen Wert auf Distanzwürfe und schnelle Abschlüsse. Mit seiner Präsenz unter dem Korb trägt der 2,08 m grosse Capela zur Unberechenbarkeit des Teams bei.

In den letzten zwei Jahren bedeuteten die Golden State Warriors jeweils Endstation für die Rockets, wobei sie einmal erst im Finale der Western Conference am späteren Champion scheiterten. Damals, in seiner ersten Saison, spielte Capela als Rookie noch eine untergeordnete Rolle. Das dürfte diesmal anders sein. In der ersten Runde trifft Houston auf Oklahoma City - ein Duell, das ganz im Zeichen der beiden Jugendfreunde James Harden und Russell Westbrook steht, den beiden meistgenannten Kandidaten für die Auszeichnung zum wertvollsten Spieler der Saison.

Sefolosha zurück

Thabo Sefolosha gab für Atlanta in der Nacht auf Mittwoch gegen Charlotte sein Comeback nach einer Leistenzerrung, die ihn zu einer dreiwöchigen Pause gezwungen hatte. Der Romand muss sich erst wieder in die Rotation des Teams aus Georgia kämpfen. Dass er aber nach wie vor über Defensivqualitäten verfügt, hat der 32-Jährige in dieser Saison wiederholt bewiesen.

Atlanta bildet zwar ein gutes Kollektiv und in der Auftaktserie gegen Washington ist ein Sieg durchaus möglich, zu den Favoriten zählen die Hawks indes nicht. Die Playoffs sind für Sefolosha eine Chance, sich zu beweisen und seinen Wert fürs Team zu zeigen. Denn sein mit zwölf Millionen Dollar dotierter Vertrag läuft im Sommer aus. (sda)


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