SCB-Coach Danijel Eric: «Jetzt wollen wir den Sieg gegen Lugano!»

BASKETBALL ⋅ Die Überraschung schien für Swiss Central Baske (SCB) bis zum Schluss möglich – am Ende aber machten im Spiel gegen Vizemeister Neuchâtel die Details den Unterschied. Zarko Djuric gelang ein starker Einstand im SCB-Dress. Der Kampf um die verbleibenden Playoff-Plätze ist lanciert.

Am Schluss war die Erleichterung bei den Neuenburger Fans deutlich spürbar. Fröhlich jubelten die 950 Zuschauer ihrem Team nach dem 95:82-Heimsieg mit «Union! Union!»-Rufen zu. Es war – aus ihrer Sicht – ein Happy-End. Auch Neuchâtel-Coach Manu Schmitt wirkte erlöst, als er kurz nach der Schlusssirene den Medien Red und Antwort stand. Er habe damit gerechnet, dass das Spiel gegen Swiss Central Basket keine leichte Aufgabe werde, so der frühere Nationaltrainer. SCB unterschätzen? «Ich ganz sicher nicht.» Er habe schliesslich gesehen, wie das Team von Danijel Eric im Dezember bereits Serienmeister Fribourg ins Wanken brachte. Ob auch die Neuchâtel-Fans darüber Bescheid wussten, ist zu bezweifeln. Die meisten von ihnen rechneten wohl eher mit einem lockeren Heimsieg gegen den Aufsteiger aus der Zentralschweiz. Doch die SCB-Spieler hatten etwas dagegen.

Richard Carter hatte etwas dagegen, der mit seinen 27 Punkten einmal mehr als Topscorer brillierte und besonders in der zweiten Hälfte aufs Gas drückte. Branko Tomic hatte etwas dagegen, der seine Spielzeit (9 Minuten) optimal nutzte, 8 Punkte erzielte – und mit einem «Monsterblock» gegen Neuchâtels Topscorer Babacar Toure für die spektakulärste Szene des gesamten Spiels sorgte. Und auch die übrigen SCB-Spieler hatten etwas dagegen. Alle eingesetzten Zentralschweizer punkteten. Und kämpften. Bis zum Schluss.

Zarko Djuric: 22 Punkte beim SCB-Debut

Und dann war da noch Zarko Djuric. Der Neuzugang aus Serbien gab am Samstag sein Debut im SCB-Dress – und überzeugte sogleich auf ganzer Linie. Der 26-Jährige erzielte nicht nur 22 Punkte bei einer hervorragender Trefferquote (unter anderem 8 von 8 Freiwürfen) – er brachte auch sonst frischen Wind in die Partie. Obwohl erst seit einer Woche in Luzern, scheint sich der athletische Forward schon gut mit seinen Mitspielern zu verstehen – und das nicht nur neben, sondern eben auch auf dem Feld. «Obwohl wir noch an vielen Punkten arbeiten müssen, dürfen wir mit unserer heutigen Leistung sicherlich zufrieden sein», meinte Djuric, der gleich bei seinem Einsatz zum besten SCB-Spieler ausgezeichnet wurde.

Ähnlich lautete das Fazit von SCB-Coach Danijel Eric. «Es gab Phasen in dieser Saison, in denen wir auswärts in Neuenburg von Beginn an chancenlos gewesen wären. Wir haben zweifellos einen Schritt nach vorne getan.» Dass es am Ende doch nicht zur Überraschung reichte, lag wie so oft an den Details. Und vor allem: an den Rebounds. An einer Disziplin also, welche mit Grösse, Athletik, Kampfgeist, aber auch mit Timing und Geschick zu tun hat. Besonders schmerzlich aus SCB-Sicht sind die 18 Offensiv-Rebounds des Gegners, die fast immer zu zweiten oder gar dritten Wurfchancen führten. Insgesamt erzielte das Heimteam 20 solche «Second Chance Points» – Swiss Central nur gerade deren 6. Danijel Eric verspricht: «Wir werden weiter an den Rebounds arbeiten.»

Es folgen entscheidende Spiele

Nur vier Trainingstage bleiben dem SCB-Trainer bis zum nächsten Spiel. Bereits am kommenden Freitag begrüsst Swiss Central die Lugano Tigers in der Wartegg. Anpfiff ist um 19.30 Uhr – und für Danijel Eric ist klar: «Jetzt wollen wir den Sieg gegen Lugano!»

Keine Frage: Ein Sieg gegen das Tessiner Spitzenteam käme einer grossen Überraschung, ja gar einer Sensation gleich – obwohl sich der letztjährige Cupsieger nach einer 30-Punkte-Niederlage in Monthey offenbar in einem veritablen Formtief befindet. Doch stellt sich auch die Frage: Wenn nicht jetzt, wann dann? Nach bislang 2 Siegen aus 15 Spielen braucht Swiss Central dringend Punkte, um weiterhin im Playoff-Rennen zu bleiben. Für Eric sind deshalb die nächsten Spiele zuhause gegen Lugano (Freitag), auswärts in Basel (Sonntag) sowie am 23. Januar gegen Winterthur mit die wichtigsten der Saison. «Wenn wir diese Spiele gewinnen, ist alles möglich», ist Eric überzeugt. Der Trainer bläst damit ins gleiche Horn wie SCB-Neuzugang Zarko Djuric, der sagt: «Nach einer Woche bei Swiss Central bin ich überzeugt, dass wir mit diesem Team noch einiges erreichen können. In unserem Team steckt noch grosses Potenzial.» Eine Kostprobe davon gab es heute Abend in Neuenburg zu sehen, wenn auch – aus Sicht von Swiss Central Basket – noch ohne Happy-End.

Union Neuchâtel – Swiss Central 95:82 (49:40)

NLA, 14. Runde, Samstag, Riveraine, Zuschauer: 950

SCB: Carter 27, Tomic 8, Güttinger 6, Imgrüth, Lushaj 3, Djuric 22, Mandic 2, Plüss 2, Stevanovic 4, Stephens 8. Coach: Eric / Popovic. – abwesend: Morandi (krank), Domingos (verletzt), Volic (krank) – Bemerkungen: die besten Spieler bei Neuchâtel: Toure 25 Punkte (18 Rebounds!), Mathis 24, Steinmann 22.

Bericht: Daniel Schriber


Login


 

Leserkommentare

Anzeige: