Rekordhalter Heinzer fehlt nur noch Einzel-Gold

EM ⋅
13. Juni 2017, 07:55

Max Heinzer muss nur einen Blick auf die Statistik werfen, um zu wissen, dass er sich an der EM in Georgien berechtigte Hoffnungen auf ein Glanzresultat machen darf. Der 29-jährige Immenseer hat an Europameisterschaften bereits zehn Medaillen gewonnen, je fünf im Einzel und mit dem Team. Damit ist er der Rekordhalter in der Schweiz.

Erst im vergangenen Jahr holte er Einzel-Silber in Polen. «Die EM ist eines meiner Lieblingsturniere», sagt Heinzer. «Ich leide zwar immer, aber die Resultate stimmen.» Europameisterschaften gehören zu den physisch anspruchsvollsten Turnieren. Für einen Podestplatz müssen die Fechter zwölf Duelle an einem Tag bestreiten. Das ist gerade für einen Athleten wie Heinzer, der sich mit seinem offensiven Stil viel bewegt, eine Herausforderung. Aber die Nummer vier der Welt sagt: «Die guten Resultate in der Vergangenheit zeigen, dass ich körperlich etwas stärker bin als viele Konkurrenten.»

Heinzer will sich nicht unter Druck setzen

Mit dem Team hat Heinzer dreimal EM-Gold gewonnen, im Einzel fehlt ihm diese Medaille noch (zweimal Silber, dreimal Bronze). Oliver Carrard war 1982 der letzte Schweizer Degenfechter, der Gold gewann. Doch Heinzer will sich nicht selber unter Druck setzen. Er weiss, dass angesichts der breiten Spitze im Degenfechten alles zusammenpassen muss für den grossen Triumph. «Es wäre fahrlässig, nur Gold im Kopf zu haben», sagt er. Zudem sei ein Podestplatz an sich schon zufriedenstellend. «Die Farbe der Medaille ist letztlich zweitrangig.»

Der Schwyzer hat im Februar in Vancouver den neunten Weltcup-Sieg in seiner Karriere gefeiert. Zweimal klassierte er sich in dieser Saison zudem in den Top Ten. Für Heinzer ist es aber eine «spezielle Saison», weil der neue Nationaltrainer Didier Ollagnon seine Arbeit erst im Januar aufgenommen hat. Dadurch sei das Aufbautraining kurz gewesen. Von Ollagnon hält er viel: «Die Trainingslektionen sind jetzt noch härter. Ollagnon ist körperlich fit und fordert viel von seinen Fechtern. Das brauche ich.»

Im Team tritt Heinzer an der EM gemeinsam mit Routinier Benjamin Steffen (35) und den jungen Athleten Michele Niggeler (25), Georg Kuhn (24) und Alexis Bayard (21, Ersatz) an. Überraschend hat die nach den Olympischen Spielen 2016 neu formierte Mannschaft im vergangenen Oktober beim Heim-Weltcup in Bern den zweiten Platz geholt. Seither klassierte sie sich viermal unter den besten acht. Teamleader Heinzer betont aber, dass man an der EM nicht zu viel erwarten dürfe. «Wenn alle ihre Topleistung bringen, ist zwar ein Podestplatz möglich. Aber wir sind noch zu wenig stabil. Die jungen Talente müssen körperlich noch zulegen.»

Weniger Chancen auf ein Topresultat ausrechnen kann sich das Frauenteam um die Luzernerin Angela Krieger (27), die ihre fünfte EM bestreitet. Die Schweizerinnen stehen auf Rang 17 der Weltrangliste. Ein Vorstoss unter die besten acht wäre bereits ein Erfolg. Krieger, Nummer 128 der Welt, setzt sich im Einzel einen Rang in den Top 32 zum Ziel. (ars)

EM in Georgien

Tiflis. Degen. Einzel Männer: Heute.– Team:Freitag. – Einzel Frauen: Donnerstag. –Team: Samstag.

Resultate. Männer, Florett. Halbfinals: Safin (RUS) s. Cadot (FRA) 15:7. Garozzo (ITA) s. Avola (ITA) 15:9. – Final: Garozzo (ITA) s. Safin (RUS) 15:12.

Frauen, Säbel. Final: Kachiani (GEO) s. Gregorio (ITA) 15:8.

Hinweis

Die EM-Kämpfe von Max Heinzer können über seine Facebook-Seite live mitverfolgt werden.

 


Leserkommentare

Anzeige: