Woods spürt Nervosität vor dem Comeback

GOLF ⋅ Tiger Woods zählt die Minuten, bis er nach rund 15 Monaten das Comeback im Wettkampf gibt. Am Donnerstag dieser Woche soll es so weit sein. Der Superstar ist für das Turnier auf den Bahamas gemeldet.

29. November 2016, 13:15

Ob das Turnier für den langersehnten Auftritt des bald 41-jährigen 14-fachen Majorturnier-Siegers geeignet ist, darf angezweifelt werden. Der mit 3,5 Millionen Dollar dotierte Event wird zwar von Woods' Wohltätigkeitsstiftung organisiert, der Tiger Woods Foundation. Zudem gilt das Turnier für die Profis als Ferienvergnügen. Es ist ein Einladungsturnier mit schönem Preisgeld für alle. Es steht kein riesiges Prestige auf dem Spiel.

Andererseits spielt Woods im nur 18-köpfigen Feld gegen die derzeit Besten der Welt. Von den Majorturnier-Siegern 2016 sind die Amerikaner Dustin Johnson und Jimmy Walker sowie der Schwede Henrik Stenson am Start. Nur der US-Masters-Sieger Danny Willett aus England fehlt. Im Feld sind auch viele Spieler aus dem siegreichen amerikanischen Ryder-Cup-Team und der englischen Olympiasieger Justin Rose.

Kaum einen dieser Spieler wird Woods von Vornherein hinter sich lassen können. In einem herkömmlichen Turnier mit 78 oder 156 Spielern wäre das anders gewesen.

Ernie Els gespannt auf Woods

Nachdem ihn zwei Rückenoperationen derart lange ausser Gefecht gesetzt haben, benötigt Tiger Woods in erster Linie mentale Stärke und Selbstvertrauen, wenn er wieder dorthin kommen will, wo er einmal war: an die Spitze des Golfsports und an die Spitze der Weltrangliste. Das sieht auch Ernie Els so. Der renommierte Südafrikaner, Architekt des Platzes in Albany auf den Bahamas, konnte Tiger Woods am British Open 1996 überreden, zu den Professionals zu wechseln. Seither wurde Els, obwohl vierfacher Sieger an Majors, sieben Mal Zweiter hinter Woods, so oft wie kein anderer. "Mich nimmt einfach wunder, was sich in Tigers Kopf abspielt", sagt Els, dank der Leichtigkeit seines Schwungs "The Big Easy" genannt. "Tigers Talent ist natürlich da. Das ist bewiesen, und es kann auch nicht verschwinden. Aber wenn du einmal derart stark warst und feststellen musst, dass es nicht mehr ganz so gut geht, dann ist es ein Schock. Die Leute sagen dir: 'Hey, du bist nicht mehr so wie früher.' Das zu verkraften ist sehr schwierig."

Woods wollte schon früher auf den Platz zurückkehren. Er hatte sich für das US-PGA-Turnier von Mitte Oktober in Napa in Kalifornien angemeldet. Es sagte kurz vorher ab, nachdem er gemerkt hatte, dass sein Spiel noch nicht gut genug war für ein seriöses Comeback. Jetzt sieht es offenbar viel besser aus. Jedenfalls tönte der schillernde Star in dieser Woche überzeugend: "Ich bin nicht tot, ich bin bereit", sagte er.

Vertraute Nervosität

Woods räumte in dieser Woche gegenüber Journalisten ein, er sei nervös. Aber das sei für ihn absolut normal: "Ich bin vor jedem Turnier nervös, ob es nach einer langer Pause ist, ob ich sechs Turniere in Folge spiele oder ob es vor einem Major ist", sagte Woods weiter. Die Nervosität sei förderlich, es gelte sie im Turnier in positive Energie umzuwandeln. Woods war letztmals im August 2015 auf der PGA Tour tätig. Im September und Oktober 2015 folgten die Rückenoperationen. Seinen letzten von 79 Turniersiegen auf der US PGA Tour errang er 2013. Bei den Majors wartet der in der Weltrangliste auf Position 898 Zurückgefallene seit Juni 2008 auf seinen 15. grossen Triumph. (sda)


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