Jetzt wird der rote Teppich ausgerollt

LEICHTATHLETIK ⋅ Nur noch wenige Stunden bis zum Startschuss für den Luzerner Swiss City Marathon. Seit gestern sind die logistischen ­Aktivitäten im Gang, heute laufen die Arbeiten rund um die Infrastruktur auf Hochtouren.
28. Oktober 2017, 05:00

Turi Bucher

arthur.bucher@luzernerzeitung.ch

Morgen ist es wieder so weit: Tausende von begeisterten und faszinierten Zuschauern werden am Strassenrand die Läuferinnen und Läufer, die den Marathon oder Halbmarathon absolvieren, zurufend motivieren und anfeuern. Die grosse Show auf den Luzerner Strassen kann bald losgehen: Es ist wieder Marathontag!

Dank dem Marathon gibt es einmal im Jahr in der Stadt Luzern sogar einen autofreien Sonntag – auch deswegen freuen wir uns auf den Swiss City Marathon. Gut, es ist ein halber Sonntag, und es sind nur knapp 50 gesperrte Strassen. Aber was da für die Langstrecken-laufenden Athleten und Hobbysportler ­alles an Infrastruktur bereitgestellt werden muss ... erklärt uns am besten Swiss-City-Marathon-Geschäftsführer Reto Schorno gleich selber. «Logistisch paratgestellt, gerüstet wurde alles Material schon am Donnerstag. Erste kleine Arbeiten wurden ebenfalls schon am Donnerstag ausgeführt, beispielsweise die Installation von zwei Passerellen beim KKL», erzählt Schorno.

Am Freitagnachmittag wurde die Startnummern-Ausgabe bei der sogenannten «Marathon-Messe» beim Hotel Schweizerhof aufgestellt. Messeleiter beim Schweizerhof ist Reto Schornos Bruder Beat, der zugleich auch als Medienchef amtet. Selbst der zirka 90 m lange rote Teppich, der im Verkehrshaus Luzern zum Zieleinlauf führt, musste bereits am Freitagnachmittag ausgerollt werden. «Damit er bis am Sonntagmorgen richtig sitzt und fixiert ist, damit er keine Wellen drin hat», wie Schorno erläutert.

Beim Zieleinlauf stehen seit heute Vormittag auch die Gitterabgrenzungen, beim Zielauslauf die Getränkestände und Ausgabestellen der Finisher-Geschenkli, jene Souvenirs für jene Läuferinnen und Läufer, die es tatsächlich ins Ziel schaffen. Für die meisten also.

Ebenso wie beim Zieleinlauf wird auch für die Passage durch das KKL ein roter Teppich ausgerollt. Damit am Sonntagmorgen während des KKL-Durchlaufs für das Marathongastland Deutschland der Frühschoppen zum ­Oktoberfest wird, muss keine zusätz­liche Infrastruktur angeschafft werden. «Wir können vom letzten Ländlerabend profitieren und die bereitstehenden Apparaturen verwenden», sagt Reto Schorno.

Mit den Aufwendungen beim Verkehrshaus, auf der Marathonstrecke und beim KKL ist es noch längst nicht getan. Weitere Installationen werden seit heute Vormittag in der Swissporarena ge­tätigt, denn durch das Fussballstadion führt der Luzerner Marathon auch. Nicht zu vergessen Horw, die eigentliche Festmeile des Marathons und Start-Standort für den neu eingeführten 10-km-Lauf. In Horw wird auch eine Festwirtschaft aufgezogen und ein Kinderparadies bereitgestellt.

1400 Lunchsäckli stehen für die Helfer parat

Und auch mit den roten Teppichen hat es noch kein Ende gefunden: Am Sonntagmorgen in der Früh wird auf der ­Luzerner Reussbrücke ein weiterer roter Teppich ausgerollt. «Für die Bereitstellung der Infrastruktur sind für uns rund 100 Personen im Einsatz», sagt Schorno. Die genaue Anzahl Leute, die insgesamt für den Swiss City Marathon Luzern in irgendeiner Form helfend anpacken, kann Schorno nicht beziffern. «Es stehen 1400 Lunchsäckli für freiwillige Helfer bereit.»

Dazu kommt noch das Polizeiauf­gebot. Denn für die Signalisierungen, Parkverbote und Strassensperrungen vom Sonntagmorgen ist die Luzerner Polizei zuständig. Schorno: «Es ist ein Aufwand, den wir für diesen wunderbaren Anlass gerne auf uns nehmen. Aber man muss schon sehen: Es handelt sich hier um das jährlich umfangreichste Verkehrsumleitungskonzept in der Zentralschweiz.»

Die letzte Runde macht der Geschäftsführer selber

Als grösste Herausforderung betrachtet Schorno die Koordination der Aufbauarbeiten. Schorno sagt es so: «Das richtige Material muss zur richtigen Zeit am richtigen Ort bei der richtigen Person sein.» Es sei ein wenig so, erzählt Schorno weiter, «wie wenn der Mann bei einem Blind Date mit der roten Rose im Jacket ins Restaurant kommt. Dann weiss man, woran man ist. Wenn die Rose nicht da ist, wird’s für alle Beteiligten schwierig.»

Am Marathontag selber gibt es kaum Reklamationen von Anwohnern betreffend Lärm oder gesperrten Fahrbahnen. «Im Gegenteil», sagt Schorno, «wir ­haben sehr gute Erfahrungen mit den Anwohnern entlang der Marathonstrecke gemacht, bekommen immer wieder viele positive Rückmeldungen.»

Auch der frühere Schweizer Spitzenläufer Markus Ryffel hatte als Teilnehmer des Halbmarathons im vergangenen Jahr von der Stimmung in Luzern geschwärmt: «Die Stimmung an der Laufstrecke ist einfach toll. Die Zuschauer sind teilweise frenetisch, ihr Applaus motiviert die Läufer enorm.» Ryffel hatte vor einem Jahr ausserdem gesagt: «In Luzern werde ich zum Wiederholungstäter, ich komme wieder einmal nach Luzern, das lasse ich mir nicht entgehen.» Ryffel ist dieses Jahr allerdings nicht dabei, er bereitet sich auf den eine Woche später stattfindenden New-York-Marathon vor.

Auch Unfälle im Bereich der Infrastrukturbereitstellung gibt es kaum. Schorno: «Wir lassen keine Hektik aufkommen, dann ist die Gefahr kleiner.»

Am Sonntagmittag beginnen dann schon wieder die Aufräumarbeiten. In Horw muss die Strasse ab 14 Uhr bereits wieder befahrbar sein.

So richtig Marathonschluss ist morgen Sonntag erst abends gegen 21 Uhr. Denn Reto Schorno wird nach Eindunklen zusammen mit OK-Präsident Jost Huwyler und Logistikchef Benjamin Stöckli die gesamte Marathonstrecke nochmals mit dem Lieferwagen abfahren, nach dem Rechten schauen, letzte liegen geblie­bene Teile einsammeln und ein wenig wehmütig auf den Luzerner Swiss City Marathon 2017 zurückblicken.

Das ist jetzt aber noch weit weg. Jetzt freuen wir uns erst mal auf den Startschuss vom Sonntagmorgen.

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