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Top-Leistung von Powell – Schweizerinnen überzeugen

LUZERN ⋅ Asafa Powell stellt bei Spitzenleichtathletik Luzern in 9,87 Sekunden seine starke Form über 100 m erneut unter Beweis. Auch Selina Büchel, Mujinga Kambundji, Noemi Zbären und Nicole Büchler glänzen.

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Die besten Bilder vom Meeting auf der Luzerner Allmend

Am einmal mehr sehr gut besetzten Meeting in der Allmend in Luzern sorgte Asafa Powell für den ersten Paukenschlag des Abends. Der ehemalige Weltrekordhalter kam nahezu perfekt aus dem Startblock und lief danach einem ungefährdeten Sieg entgegen. Powell siegte deutlich vor seinen beiden Landsleuten Nesta Carter (10,06) und Kemar Bailey-Cole (10,10) und blieb bereits zum sechsten Mal in dieser Saison unter zehn Sekunden. Seine Bestzeit in diesem Jahr von 9,81 hatte Powell bei seinem Sieg am Diamond-League-Meeting in Paris vor zehn Tagen aufgestellt.

Powell kam damit bei seinem dritten Start in Luzern zu seinem ersten Sieg, nachdem es 2003 und 2014 jeweils nur zu einem vierten Platz gereicht hatte. Endlich habe er gewonnen, sagte der Jamaikaner, der von 2005 bis 2008 den Weltrekord inne gehabt hatte, bevor Usain Bolt begann, die Szene zu dominieren. «Ich habe versprochen, dass ich wieder zurückkehren werde - und dies in guter Form», so Powell. Dieses Versprechen habe er eingehalten. Im letzten Jahr hatten die Luzerner Organisatoren nicht gezögert, dem Jamaikaner einen Tag nach Ablauf von dessen Dopingsperre gleich eine Startgelegenheit zu geben.

Im Hinblick auf die Weltmeisterschaften Ende August zeigte sich Powell zuversichtlich. «Ich fühle mich gut, es ist alles möglich.» Obwohl derzeit der Amerikaner Justin Gatlin die klare Nummer 1 im Sprint ist, hatte Powell in den letzten Wochen immer wieder betont, dass der Jahresschnellste nicht unschlagbar sei. Powell fehlt in seinem Palmares noch eine Einzel-Goldmedaille an einem Grossanlass, nachdem er 2007 und 2009 über 100 m WM-Bronze gewonnen hat.

Bei der Spitzenleichtathletik auf der Allmend in Luzern stellten Weltstars ihr Können unter Beweis. Eine Zusammenfassung des sportlichen Abends. (swiss-sport.tv, 15.07.2015)

Selina Büchel setzt weiteres Ausrufezeichen

 

800-m-Läuferin Büchel hat bei Spitzenleichtathletik Luzern ein weiteres Ausrufezeichen gesetzt. Die Hallen-Europameisterin siegte in 1:59,21 Minuten.Büchel reitet momentan auf einer Erfolgswelle. In Luzern feierte sie im zwölften Rennen der Saison (inklusive Halle) bereits den elften Sieg, und dies in einem starken Feld, in dem nicht weniger als fünf Läuferinnen unter zwei Minuten liefen. Dabei fühlte sich die 23-jährige Toggenburgerin «nicht so gut», nachdem «das Rennen von Anfang an extrem schnell gewesen war».

Büchel passierte die 400 m an vierter Position in etwa 58 Sekunden - so schnell ist sie gemäss eigener Aussage noch nie angelaufen. Nach 550 m griff sie an, die Amerikanerin Chanelle Price, die Hallen-Weltmeisterin von 2014, hielt dagegen, sodass sich die beiden auf der Zielgeraden ein packendes Duell lieferten. Am Ende entschieden drei Hundertstel zu Gunsten der Athletin des KTV Bütschwil. «Ich dachte, dass ich Zweite werde», sagte die völlig erschöpfte Büchel. Als sie nochmals habe zulegen wollen, sei nichts mehr aus den Beinen gekommen.

Die Ostschweizerin blieb erst zum zweiten Mal in ihrer Karriere unter zwei Minuten, nachdem sie am vorletzten Samstag beim 3. Rang am Diamond-League-Meeting in Paris mit 1:57,95 den 28-jährigen Schweizer Rekord von Sandra Gasser um 95 Hundertstel verbessert hatte. Dazwischen lief sie noch an der Athletissima, an der sie in 2:01,68 triumphierte. «Ich konnte mich nach Lausanne gut erholen», sagte Büchel. «Es ist mega cool, dass ich nochmals unter zwei Minuten geblieben bin.» Was hat sie zwischen den Rennen gemacht? «Ich habe weiter trainiert, auch wieder Belastungstrainings gemacht. Schliesslich muss ich für die WM (Ende August in Peking, die Red.) bereit sein.» Den nächsten Wettkampf bestreitet sie am kommenden Dienstag in Bellinzona.

Gute Leistung von Noemi Zbären

Im Hürdensprint der Frauen klassierte sich Noemi Zbären in 12,90 Sekunden im 4. Rang - die 21-jährige Emmentalerin verlor 28 Hundertstel auf die amerikanische Siegerin Harrison Queen. Diese Leistung ist hoch einzuschätzen, war sie doch am Wochenende noch an den U23-Europameisterschaften in Tallinn (Est) engagiert, wo sie am Samstag als erste Schweizerin eine Goldmedaille gewann und am Sonntag mit der 4x100-m-Staffel Bronze holte.

«Ich bekam nicht allzuviel Schlaf in den letzten paar Nächten. Von daher bin ich mit dem Gezeigten sehr zufrieden», sagte Zbären, die zum achten Mal in dieser Saison unter der Olympia- und WM-Limite von 13 Sekunden geblieben war. «Das Rennen war gut. Ich war hinten heraus fast ein bisschen zu schnell, habe einige Hürden touchiert.» Dass Zbären in Tallinn ihre Bestzeit um 14 Hundertstel auf 12,71 verbessert hatte, war für sie keine Überraschung. «Die vorherigen Rennen waren nie perfekt. Ich hatte erwartet, dass etwas geht.» Die Zeit sei jedoch zu einem perfekten Augenblick gekommen. In den kommenden zwei Wochen geht Zbären in ein Trainingslager nach St. Moritz.

Saisonbestleistung von Mujinga Kambundji

Auch Mujinga Kambundji zeigte über 100 m starke Leistungen. Im Vorprogramm lief die 23-jährige Bernerin 11,28 Sekunden, im A-Final steigerte sie sich 11,26 und wurde mit einem Rückstand von zwölf Hundertstel auf Gewinnerin Charonda Williams (USA) Vierte. Schneller war sie erst einmal gelaufen, und zwar beim 4. Rang an der Heim-EM im vergangenen August, als sie mit 11,20 einen Schweizer Rekord erzielte. Kambundji stellten nicht nur die beiden guten Zeiten zufrieden, sondern auch die Tatsache, dass sie noch Luft nach oben hat. «Der Lauf war nicht ganz optimal», sagte sie nach dem A-Final. «Ich habe mich hinten heraus etwas verkrampft.» Ohnehin beginnt für sie die Saison erst jetzt so richtig. Wegen einer Rückenverletzung bestritt Kambundji Luzern vorerst ein Rennen über 100 m - Anfang Juni in Genf (11,31). Dabei verschlimmerten sich die muskulären Probleme. Es war im Nachhinein ein Fehler, dass sie dort angetreten ist. Nun steht ein Trainingsblock in Mannheim auf dem Programm, ehe sie in Bellinzona startet.

Erfreuliche Nicole Büchler

Der Auftritt von Stabspringerin Nicole Büchler war ebenfalls mehr als erfreulich. Die 31-jährige Seeländerin egalisierte mit 4,60 m ihre Saisonbestleistung und musste sich nur der Amerikanerin Sandi Morris (4,71) geschlagen geben. Bis 4,60 blieb Büchler makellos, ehe sie dreimal auf 4,71 m scheiterte. 4,60 m hatte sie im Juli schon in Velenje und in Rottach-Egern überquert, nachdem sie wegen eines Anfang Juni erlittenen Muskelfaserrisses im Oberschenkel eine dreiwöchige Trainingspause hatte einlegen müssen. Dies stimmt für den weiteren Saisonverlauf positiv.

So lief der Abend:

si/rem

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