Moser verfehlt das Ziel

LEICHTATHLETIK ⋅ Junioren-Weltmeisterin Angelica Moser versuchte sich am Stabmeeting in Emmenbrücke auf der neuen Saisonbesthöhe von 4,61 Meter. Die Bedingungen waren aber ungünstig.
16. Juni 2017, 07:40

Jörg Greb

sport@luzernerzeitung.ch

Die Ausrichtung auf das familiäre und geschätzte Springen auf der Gersag-Anlage war nicht gegeben gewesen. «Ich bin müde, befinde mich derzeit in einem harten, 4-wöchigen Trainingsblock», sagte die noch nicht 20-Jährige aus dem zürcherischen Andelfingen. Zur Illustration nahm Angelica Moser das Beispiel vom Abschlusstraining zwei Tage vor dem Wettkampf: Statt anderthalb bis höchstens zwei Stunden wie üblich forderte sie Coach Herbert Czingon während dreidreiviertel Stunden.

Emmenbrücke konnte also für die Springerin nicht oberste Priorität haben. Schliesslich geht es für sie, die seit 2014 jedes Jahr einen internationalen Titel gewonnen hat und letzte Saison neben dem Weltmeistertitel in der Kategorie U20-EM-Siebte bei den Aktiven und Olympia-Teilnehmerin war, um die internationale Ausrichtung – auch 2017. Die Schweizer U20-Rekordhalterin (4,57 m) wählte ihre mittlerweile übliche Anfangshöhe von 4,20 m. 45 Minuten hatte die Frauenkonkurrenz bereits gedauert, und ­ sie befand sich noch als Einzige im Wettkampf. Lea Bachmann (3,80 m), Olivia Fischer (4,00 m) und Pascale Stöcklin (4,00 m) waren bereits ausgeschieden.

Trainer nimmt Moser in Schutz

Einfach fand Moser nicht hinein ins Springen, das sie «wegen des auf uns Athleten ausgerichteten Ablaufs» so schätzt. Die Frische fehlte, in den Muskeln, aber auch etwas im Kopf. Die Anfangshöhe von 4,20 m meisterte sie im dritten und letzten Anlauf. Bei 4,40 m klappte es im zweiten Versuch. Nun liess sie 4,61 m auflegen: Schweizer Saisonbesthöhe (bisher Nicole Büchler, 4,60 m), neue persönliche Bestmarke (bisher 4,57 m, in dieser Saison 4,55 m) und selbstredend neuer Schweizer U23-Rekord.

Moser scheiterte dreimal. «Zuerst passte der Abstand zwischen Flugbahn und Latte nicht, dann war der Stab zu weich.» Also wählte sie eine Stabhärte, die sie noch in keinem Wettkampf gesprungen war. Der Sprung war gut, sämtliche Komponenten passten aber noch nicht zusammen. Und Coach Herbert schützte die Athletin zusätzlich: «Ausser den Temperaturen stimmte heute der Wind zu wenig: Seiten- statt Rückenwind.» Es ist eine Frage der Zeit, bis Moser noch höher springt, müsste man meinen. Bereits am Sonntag misst sie sich erneut, dann in Jona. Ausgerichtet aber ist die Planung auf die Periode von Mitte Juli bis Mitte August. Die U23-EM in Polen sowie die Elite-Weltmeisterschaften in London stehen dann auf dem Programm.

Alberto dominiert bei den Männern

Klein, aber fein präsentierte sich auch das Männerfeld in Emmenbrücke. Und einer dominierte: Dominik Alberto, der aktuell stärkste Schweizer Stabspringer. 5,30 m im zweiten Anlauf und 5,45 m, erneut nach einem Fehlversuch, meisterte er. Endstation war seine persönliche Besthöhe von 5,57 m. «Knapp», wie er befand und bilanzierte: «Das baut auf.» Alberto wartet nun «auf den Ausreisser nach oben».

Adrian Kübler scheiterte nach 5 m auf der U23-EM-Qualifikationshöhe von 5,20 m knapp. Der Emmenbrücker Marco Jost musste sich mit 4,80 m begnügen. «So schlecht war es nicht», befand er, «aber ich habe noch Hausaufgaben zu erledigen und an technischen Details zu arbeiten.»


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